{"id":436,"date":"2008-11-30T23:39:53","date_gmt":"2008-11-30T21:39:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=436"},"modified":"2008-11-30T23:46:20","modified_gmt":"2008-11-30T21:46:20","slug":"leipzig-oper-jenufa","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=436","title":{"rendered":"Leipzig, Oper  &#8211; JENUFA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854-1928) ; Oper in drei Akten ; Libretto: vom Komponisten nach dem Drama von Gabriela Preissov\u00e1 ; UA: 21.Januar 1904, Br\u00fcnn, Br\u00fcnner Fassung, Sir Charles Mackerras und John Tyrrell;<br \/>\nRegie: Dietrich Hilsdorf, B\u00fchne: Dieter Richter, Kost\u00fcme: Renate Schmitzer, Licht: Christoph Kliefert, Dirigent: Axel Kober, Gewandhausorchester und Chor der Oper Leipzig, Einstudierung: Christian Hornef Solisten: Diane Pilcher (die alte Buryja), Raymond Very (Laca Klemen), Thomas Ruud (Stewa Buryja), Susan Maclean (K\u00fcsterin Buryja), Marika Sch\u00f6nberg(Jenufa),  J\u00fcrgen Kurth (Altgesell), Roman Astakhov (Richter),  Kathrin G\u00f6ring (seine Frau),  Jennifer Porto (Karolka), Jean Broekhuizen (eine Magd), Bonnie Cameron (Barena), Susanna Andersson (Jano), Eliza Rudnicka (Tante), Ines Reintzsch (Stimme Sopran), Andreas David (Stimme Bariton)<br \/>\nBesuchte Vorstellung: 29. November 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"leipzig-jenufa.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/leipzig-jenufa.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"leipzig-jenufa.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/leipzig-jenufa.jpg\" \/><\/a>Den Kern des Dramas bildet das Schicksal Jenufas, die von ihrem Geliebten Stewa schwanger im Stich gelassen wird. Das Kind kommt zur Welt, doch der leichtsinnige Vater bekennt sich weder zu Jenufa noch zu seinem Sohn. Als der ewig zur\u00fcckgewiesene Laca sich anbietet, Jenufa zu heiraten, sieht ihre Stiefmutter, die K\u00fcsterin Buryja, eine Chance, Ruf und Ehre wiederherzustellen und t\u00f6tet Jenufas Kind. Am Tag der Hochzeit, zu der auch Stewa und seine Verlobte Karolka geladen sind, wird die Kindesleiche entdeckt. Die K\u00fcsterin, von Gewissensqualen gepeinigt, gesteht ihr Verbrechen. Schweren Herzens gibt Jenufa Laca frei, doch dieser bekennt sich heroisch zu ihr und seiner Liebe.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDietrich Hilsdorf entf\u00fchrt das Publikum zu Beginn der Oper in ein schlichtes und einfach wirkendes Milieu, ohne dabei an eindrucksvoller Ausstattung zu sparen. Das Gegenteil ist der Fall. Vor allem im ersten Akt str\u00f6men unz\u00e4hlige Feinheiten und Details vor einer Fensterlandschaft auf den Zuschauer ein, welche dem B\u00fchnengeschehen pulsierendes Leben einhauchen, es aber gelegentlich auch erschweren den \u00dcberblick zu bewahren. Das Herz der ersten beiden Akte bildet eine Figur der Jungfrau Maria mit Kind, die immer wieder zum Bezugspunkt von Gebeten und Vorw\u00fcrfen wird und im letzten Akt der Oper nur noch im fernen Hintergrund wahrzunehmen ist. Hilsdorf versetzt das Geschehen des zweiten Akts in einen anmutigen, liebevoll ausgestatteten Kirchenraum und weicht somit vom Libretto ab. Allerdings schadet dies nicht dem dramatischen und ergreifendem Charakter dieser Szenen. Eindrucksvoll m\u00fcndet die Oper in einem dritten B\u00fchnenbild, dem Restaurant <em>Zur M\u00fchle<\/em>, welches mit seinen farbenfrohen und sorgsam verzierten Gem\u00e4lden eine warme Atmosph\u00e4re erzeugt und einen starken Kontrast zu der schlicht und dunkel gekleideten Braut bildet. Gekr\u00f6nt durch ein Feuer endet die Oper explosiv und voller Emotionen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie S\u00e4nger \u00fcberzeugten nicht nur durch energischen K\u00f6rpereinsatz, sondern auch durch ihre lebendige Darbietung von Gef\u00fchlen. Insbesondere Susan Maclean gewann die Herzen der Zuschauer aufgrund ihres professionellen Auftretens sowie ihrer schauspielerischen Leistung.<br \/>\n<strong>Susan Maclean<\/strong> (K\u00fcsterin) und <strong>Marika Sch\u00f6nberg<\/strong> (Jenufa) begeisterten das Publikum mit ihren facettenreichen, kr\u00e4ftigen und sicher eingesetzten Stimmen und bildeten somit den gesanglichen H\u00f6hepunkt des Abends. Leider konnten sich nicht alle S\u00e4nger derart brillieren. Besonders <strong>Thomas Ruud<\/strong> (Stewa) aber auch <strong>Raymond Very<\/strong> (Laca) gingen gelegentlich im m\u00e4chtigen Orchesterklang verloren. Ebenso mangelte es vereinzelt an Textverst\u00e4ndlichkeit im <strong>Chor<\/strong>. Doch seine Darstellung war lebendig. Lobenswert ist das Miteinandersingen der K\u00fcnstler, die sich stimmlich nicht zu \u00fcberbieten versuchten. Anerkennung ist auch <strong>Axel Kober<\/strong> und dem <strong>Gewandhausorchester<\/strong> zuzusprechen. Zwar erschien dieses an einigen Stellen zu dominant, \u00fcberzeugte jedoch insgesamt im Zusammenspiel mit den S\u00e4ngern, sowie mit Homogenit\u00e4t und klanglicher Vielfalt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nTrotz dieser eindrucksvollen Auff\u00fchrung stellt sich die Frage, ob auf einige Details besser verzichtet werden sollte, um somit eine intensiviere Struktur und gr\u00f6\u00dfere Klarheit zu gewinnen.<br \/>\nDietrich Hilsdorf gl\u00fcckte eine eindrucksvolle und glaubw\u00fcrdige Inszenierung, die vom Publikum mit Bravorufen und tosendem Applaus belohnt wurde. Trotz einiger \u00fcbervoller Szenen bringt die Auff\u00fchrung den dramatischen und gesellschaftskritischen Charakter des Dramas von <strong>Gabriela Preissova<\/strong> sehr gut auf die B\u00fchne und ist somit w\u00e4rmstens zu empfehlen. Bravo.<\/p>\n<p>Jasmin Maseberg<br \/>\nBild: Andreas Birkigt<br \/>\nDas Bild zeigt den Chor mit Solisten, im Vordergrund li Susan Maclean (K\u00fcsterin Buryja) und re Thomas Ruud (Stewa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854-1928) ; Oper in drei Akten ; Libretto: vom Komponisten nach dem Drama von Gabriela Preissov\u00e1 ; UA: 21.Januar 1904, Br\u00fcnn, Br\u00fcnner Fassung, Sir Charles Mackerras und John Tyrrell; Regie: Dietrich Hilsdorf, B\u00fchne: Dieter Richter, Kost\u00fcme: Renate<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=436\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,1],"tags":[],"class_list":["post-436","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leipzig-oper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/436","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=436"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/436\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=436"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=436"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=436"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}