{"id":4359,"date":"2012-12-09T17:07:22","date_gmt":"2012-12-09T16:07:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4359"},"modified":"2012-12-12T17:09:01","modified_gmt":"2012-12-12T16:09:01","slug":"die-lustige-witwe-rio-de-janeiro-theatro-municipal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4359","title":{"rendered":"DIE LUSTIGE WITWE  &#8211; Rio de Janeiro, Theatro Municipal"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Leh\u00e1r (1870-1948), Operette in drei Akten, Libretto: Victor L\u00e9on und Leo Stein nach Henri Meilhac <em>L\u2018attach\u00e9 d\u2018ambassade<\/em> UA: 28. Dezember 1905 Wien, Theater an der Wien<\/p>\n<p>Regie: Dalal Achcar, B\u00fchne: Paulo Corr\u00eaa<\/p>\n<p>Dirigent: Silvio Viegas, Orchester und Chor des Theatro Municipal<\/p>\n<p>Solisten: Rosana Lamosa (Hanna Glawari), Homero Velho (Graf Danilo), Licio Bruno (Baron Zeta), Carla Domingues (Valencienne), Max Jota (Camille de Rosillon)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. Dezember 2012 (in portugiesischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Rio-Lust-Witwe.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4360\" title=\"Rio-Lust-Witwe\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Rio-Lust-Witwe.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Rio-Lust-Witwe.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Rio-Lust-Witwe-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Das Theatro Municipal ist wohl der ber\u00fchmteste musikalische Auff\u00fchrungsort von Rio de Janeiro in Brasilien. Eingeweiht am 14. Juli 1909 \u00e4hnelt es architektonisch innen wie au\u00dfen der Pariser Op\u00e9ra Garnier und bietet dem Publikum von Konzerten, Oper- und Ballettauff\u00fchrungen bis hin zu Festivals und internationalen Wettbewerben ein breites Spektrum an musikalischen Angeboten.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die verwitwete Hanna Glawari steht als millionenschwere Erbin im Mittelpunkt des Interesses der Pariser Gesellschaft. Der pontevidrinische Gesandte Baron Zeta ist bestrebt, Hannas Verm\u00f6gen mittels einer erneuten Heirat f\u00fcr sein Vaterland zu gewinnen. Doch w\u00e4hrend er mit Verkupplung von Graf Danilo und Hanna besch\u00e4ftigt ist, schmeichelt der charmante Pariser Camille Zetas Gattin Valencienne. Zwischen Danilo und Hanna \u2013 die schon in ihrer Jugend f\u00fcreinander entflammt waren \u2013 entbrennt erneut die alte Liebe. Doch Danilo m\u00f6chte nicht als \u201eErbj\u00e4ger\u201c erscheinen. Nachdem Hanna probehalber vorgibt, im Falle einer erneuten Verehelichung ihr gesamtes Verm\u00f6gen zu verlieren, kann er ihr seine Liebe gestehen. Daraufhin korrigiert Hanna ihre Aussage: Das Verm\u00f6gen falle an den neuen Ehemann.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Akt gestaltet sich das B\u00fchnenbild aus f\u00e4cherartig hintereinander aufgereihten, geschwungenen wei\u00dfen Rahmen, die mit schwarzlinigen, jugendstilartigen Applikationen verziert sind. Je nach Handlungsort wechselt der Hintergrund: Zun\u00e4chst sieht man Theatereing\u00e4nge mit roten Samtvorh\u00e4ngen, danach goldene Baumsilhouetten, wobei die Beleuchtung mit der Tageszeit der Handlung wechselt. Die Kost\u00fcme sind im ersten Akt schwarz-wei\u00df gestaltet, mit flie\u00dfenden Kleidern und kunstvollen Kopfbedeckungen f\u00fcr die Frauen und Anz\u00fcgen f\u00fcr die Herren. Im zweiten und dritten Akt wird es glamour\u00f6s: Die Kleiderschnitte des Chores sind im l\u00e4ndlichen Stil gehalten, doch aus farbenpr\u00e4chtigen Seidenstoffen mit eingewebten Goldapplikationen. Die weiblichen Zentralfiguren tragen schillernde, glitzernde Abendkleider, die Herren verschiedenartige Anz\u00fcge.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rosana Lamosa<\/strong> konnte ihrer Rolle als weibliche Protagonistin Hanna Glawari mit ihrer lyrischen, im allgemeinen voll klingenden Stimme gerecht werden, die besonders an den Spitzent\u00f6nen sicher und kr\u00e4ftig gl\u00e4nzte (1. Akt). Nur beim zentralen Vilja-Lied (2. Akt) w\u00e4re mehr Kraft und Klangvolumen hilfreich gewesen, um sich gegen das Orchester zu behaupten. Bei <strong>Homero Velho<\/strong> als Danilo fiel eine sehr gute Textverst\u00e4ndlichkeit und seine stabile Intonation bei hohen, langgehaltenen T\u00f6nen (Auftrittslied, 1. Akt), aber auch seine klangliche Ausgeglichenheit im Zusammenwirken mit dem Orchester auf (Schlu\u00dfduett, 3. Akt). <strong>Licio Bruno<\/strong> (Baron Zeta) gelang es, mit schauspielerischem Geschick in Mimik und Gestik den Charakter seiner Figur mit Witz und Charme zu pr\u00e4sentieren und das Publikum in seinen Bann zu ziehen (Pavillion-Szene, 2. Akt). Dar\u00fcber hinaus sang er mit sattem, vollem Ton und pr\u00e4sentierte sich vom ersten bis zum letzten Auftritt mit punktsicherer Intonation. Seine Gattin Valencienne wurde ebenfalls schauspielerisch sehr \u00fcberzeugend von <strong>Carla Domingues <\/strong>dargestellt, die besonders in Szenen wie ihrem romantischen Duett mit Camille (2. Akt) ihre innere Zerrissenheit zwischen Begehren und Treue gut zur Geltung brachte. Sie verlieh ihrer Figur eine schlanke aber in der H\u00f6he brillante und klare Sopranstimme. Im Gegensatz dazu wirkte die stimmliche Darstellung von <strong>Max Jota<\/strong> (Camille de Rosillon) in der H\u00f6he leider etwas gepre\u00dft und leise (Duett 2. Akt), doch gelang ihm ein sehr gutes Zusammenspiel mit dem Orchester. Dem musikalischen Leiter <strong>Silvio Viegas <\/strong>gl\u00fcckte es, dem Orchester in Einklang mit den S\u00e4ngern trotz der schnell und h\u00e4ufig aufeinanderfolgenden Wechsel von Tempo und Charakter stets den verschiedenen Atmosph\u00e4ren angepa\u00dften Klangfarben zu entlocken.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein unterhaltender und durchaus mitrei\u00dfender Operettenabend, der das Publikum durch seinen Witz und seine Leichtigkeit begeisterte \u2013 vor allem in den gesprochenen Teilen, wobei die komplette \u00dcbersetzung ins Portugiesische sicher ihren Teil zum sprachlichen Verst\u00e4ndnis der von den Brasilianern sehr geliebten Scherzhaftigkeit beigetragen hat. Vor allem in den rauschenden Tanzszenen herrschte eine ausgelassene Stimmung im Publikum. Die Inszenierung wurde mit h\u00e4ufigem Szenenapplaus und lang anhaltendem Schlu\u00dfapplaus gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>Friederike Jurth<\/p>\n<p>Bild: V\u00e2nia Laranjeira<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Baron Zeta (Licio Bruno), Valencinne (Carla Domingues), Hanna Galwari (Rosana Lamosa), Camille de Rosillon (Max Jota) v.l.n.r.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Leh\u00e1r (1870-1948), Operette in drei Akten, Libretto: Victor L\u00e9on und Leo Stein nach Henri Meilhac L\u2018attach\u00e9 d\u2018ambassade UA: 28. 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