{"id":4355,"date":"2012-12-10T17:03:15","date_gmt":"2012-12-10T16:03:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4355"},"modified":"2012-12-12T17:09:55","modified_gmt":"2012-12-12T16:09:55","slug":"das-feuerwerk-chemnitz-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4355","title":{"rendered":"DAS FEUERWERK &#8211; Chemnitz, St\u00e4dtisches Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Paul Burkhard (1911-1977), Musikalische Kom\u00f6die in 3 Akten, Libretto: Erik Charell und J\u00fcrg Amstein nach dem Lustspiel <em>Der Schwarze Hecht<\/em> von Emil Sautter; UA: 16. Mai 1950 M\u00fcnchen, Theater am G\u00e4rtnerplatz<\/p>\n<p>Regie: Karl Absenger; B\u00fchne: Karin Fritz; Kost\u00fcme: G\u00f6tz Lanzelot Fischer<\/p>\n<p>Dirigent: Anja Bihlmaier, Fassung mit zwei Klavieren: Jeffrey Goldberg und Claudia Lang (Klavier)<\/p>\n<p>Solisten: Roland Glass (Albert), Sylvia Schramm-Heilfort (Karline), Susanne Thielemann (Anna), Muriel Wenger (Kati), Andreas Kindschuh (Fritz), Ulrike Euen (Berta), Frank H\u00f6hnerbach (Gustav), Monika Straube (Paula), Matthias Winter (Heinrich), Kerstin Randall (Lisa), Michael Schanze (Obolski), Johanna Stojkovic (Iduna), Martin G\u00e4bler (Robert)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Dezember 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Chemnitz-Feuerwerk.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4356\" title=\"Chemnitz-Feuerwerk\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Chemnitz-Feuerwerk.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Chemnitz-Feuerwerk.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Chemnitz-Feuerwerk-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Fabrikant Albert Oberholzer feiert seinen 60. Geburtstag. Nach und nach stellen sich die Verwandten zum Besuch ein. Unerwartet trifft auch Alexander Oberholzer ein, das schwarze Schaf der Familie, der als Zirkusdirektor Obolski arbeitet. Er wird von seiner Frau Iduna begleitet, die sofort die m\u00e4nnlichen Verwandten von Albert in Verz\u00fcckung versetzen. Von Obolskis Erscheinen ist Albert Oberholzers Tochter Anna derart begeistert, da\u00df sie sich selber bereits im Zirkus sieht. Doch Iduna erz\u00e4hlt ihr von der Kehrseite des Artistenlebens und als die Geburtstags-Gesellschaft sich lautstark gegen Obolski emp\u00f6rt, verl\u00e4\u00dft dieser mit seiner Frau den Schauplatz wieder. Anna\u00a0 hat indes auf Grund von Idunas Erz\u00e4hlung wieder erkannt, wo ihr wirklicher Platz im Leben ist.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung wurde auf den Bereich der Opern-Drehb\u00fchne verlegt, wobei die Zuschauerr\u00e4nge sich direkt auf der B\u00fchne befinden. Dadurch wird eine famili\u00e4re N\u00e4he zu den agierenden Personen und ihren Handlungen geschaffen. Musikalisch hat man sich f\u00fcr die Fassung mit zwei Klavieren ohne Orchester entschieden, die f\u00fcr Burkhard selber als die bevorzugte Version galt, da sie f\u00fcr ihn die N\u00e4he zum Chanson ausdr\u00fcckte. Das B\u00fchnenbild stellt ein heimeliges Wohnzimmer der 50er Jahre mit typischer Kunstholz-Vert\u00e4felung, Plattenschrank, Sofa, E\u00dftischgruppe und Panorama-Schiebet\u00fcr zum Garten dar. In den Zirkuszwischenszenen wird der obere Teil des Wohnzimmer-Wandaufbaus angehoben und zur Seite verschoben, so da\u00df rote Vorh\u00e4nge, Gl\u00fchbirnenpaneele und Zirkuswagen im Hintergrund erscheinen. Neben zahlreichen auftretenden Akrobaten wird auch ein K\u00e4fig aus dem Untergrund nach oben gefahren, in dem die als Tiger verkleideten Ehefrauen von Albert Oberholzers Br\u00fcdern umherlaufen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Alle S\u00e4nger verstehen sich in dieser Inszenierung in erster Linie als meisterhafte Darsteller des kom\u00f6diantischen Fachs. Allen voran l\u00e4\u00dft <strong>Muriel Wenger<\/strong> als Kati kein Auge vor Lachen trocken. Herrlich \u00fcberspitzt, wie ihre Kommentare, ist auch ihr Gesang, wie sie im Duett mit der erfrischend b\u00fchnenpr\u00e4sent agierenden Susanne Thielemann (<strong>Anna<\/strong>) eine gewollt komische Katzenmusik erklingen l\u00e4\u00dft. <strong>Sylvia Schramm-Heilfort<\/strong>\u00a0 gl\u00e4nzt in der Rolle der enervierten Ehefrau des Geburtstagskindes, die kurz vor dem Nervenzusammenbruch zu stehen scheint. W\u00e4hrend <strong>Roland Glass<\/strong> (Albert) wunderbar m\u00fcrrisch den ruhenden Pol der Familie zu verk\u00f6rpern versucht, sind es insbesondere <strong>Andreas Kindschuh<\/strong> (Fritz), <strong>Frank H\u00f6hnerbach<\/strong> (Gustav) und <strong>Matthias Winter<\/strong> (Heinrich) mit ihrem Spiel, Iduna zu umgarnen, f\u00fcr Aufmerksamkeit sorgen. Unvergleichlich, herrlich leidend dabei, <strong>Frank H\u00f6hnerbach<\/strong> als hustender Gustav. <strong>Ulrike Euen<\/strong> (Berta), <strong>Monika Straube<\/strong> (Paula)und <strong>Kerstin Randall<\/strong> (Lisa) geben dabei zum Umfallen komisch interpretierte zeternde Ehefrauen der Br\u00fcder. Stargast <strong>Michael Schanze<\/strong> (Obolski) f\u00fcllt seine Rolle mit leidenschaftlich mitrei\u00dfendem, stark b\u00fchnenpr\u00e4sentem Spiel und unangestrengtem Gesang in nahezu idealer Weise aus. <strong>Johanna Stojkovic <\/strong>(Iduna) brilliert dazu in der Arie <em>O mein Papa<\/em> mit lyrisch gehauchtem, warmem Timbre.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Dieses <em>Feuerwerk<\/em> z\u00fcndet auf den Punkt. Die herrlich \u00fcberdrehten kom\u00f6diantischen Leistungen der S\u00e4nger, die in der liebevoll detailreich und intelligent umgesetzten Kulisse agieren, verschaffen unverge\u00dfliche Augenblicke ausgelassener Heiterkeit. Wie Obolski die Tanten-Tiger b\u00e4ndigt und wie Kati sich \u00fcber das ewig nicht kredenzte Essen echauffiert sind Schenkelklopfer par excellence. Herrlich kontrastreich wirken dazu die bekannten, superb vorgetragenen Arien von Iduna, so da\u00df man der Oper Chemnitz f\u00fcr die Aufnahme und vorbildlich umgesetzte Inszenierung dieses nicht oft gespielten St\u00fcckes nur ein gro\u00dfes <em>Bravo! <\/em>zurufen kann.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Dieter Wuschanski<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Das Ensemble des Feuerwerks<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Paul Burkhard (1911-1977), Musikalische Kom\u00f6die in 3 Akten, Libretto: Erik Charell und J\u00fcrg Amstein nach dem Lustspiel Der Schwarze Hecht von Emil Sautter; UA: 16. 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