{"id":4348,"date":"2012-12-01T15:00:19","date_gmt":"2012-12-01T14:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4348"},"modified":"2012-12-07T15:04:38","modified_gmt":"2012-12-07T14:04:38","slug":"gotterdammerung-ludwigshafen-theater-im-pfalzbau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4348","title":{"rendered":"G\u00d6TTERD\u00c4MMERUNG &#8211; Ludwigshafen, Theater im Pfalzbau"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Dritter Tag des B\u00fchnenfestspiels <em>Der Ring des Nibelungen<\/em> in drei Aufz\u00fcgen und einem Prolog, Text vom Komponisten, UA: 17. August 1876 Bayreuth, Festspielhaus<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hansg\u00fcnther Heyme<\/p>\n<p>Dirigent: Karl-Heinz Steffens, Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Chor des Theaters Halle, Choreinstudierung: Jens Petereit<\/p>\n<p>Solisten: Andreas Schager (Siegfried), Gerd Vogel (Gunther), Christoph Stegemann (Hagen), Lisa Livingston (Br\u00fcnnhilde), Gerd Vogel (Alberich), Anke Berndt (Gutrune), Gundula Hintz (Waltraute) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. November 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Ludwigshafen-GD.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4349\" title=\"Ludwigshafen-GD\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Ludwigshafen-GD.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Ludwigshafen-GD.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Ludwigshafen-GD-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Siegfried besitzt der von Alberich verfluchte Ring des Nibelungen ewige Macht. Auch Hagen, Halbbruder des F\u00fcrsten Gunther, m\u00f6chte den Ring besitzen. Als es Siegfried an den Rhein zu Gunther verschl\u00e4gt, verliert er unter dem Einflu\u00df eines Zaubertranks jede Erinnerung an Br\u00fcnnhilde, begehrt Gutrune und verspricht Gunther Br\u00fcnnhilde zur Frau. Ha\u00dferf\u00fcllt wendet sich Br\u00fcnnhilde gegen Siegfried und berichtet, da\u00df sie quasi verm\u00e4hlt seien. F\u00fcr seinen Betrug an Gunther t\u00f6tet Hagen auf der Jagd Siegfried, doch Br\u00fcnnhilde st\u00fcrzt sich mit dem Ring in den f\u00fcr den Toten brennenden Scheiterhaufen. Die Flammen erfassen Walhall, die G\u00f6tterd\u00e4mmerung bricht an: Der Ring versinkt im Rhein und die Welt ist erl\u00f6st vom Fluch.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auch in der G\u00f6tterd\u00e4mmerung gibt es ein Wiedersehen mit dem Einheitsb\u00fchnenbild der \u00fcbrigen Ringteile. Die drei Rheint\u00f6chter sind gealtert, haben sich \u00fcberlebt wie die Nornen, die Ihre Seile zwischen den G\u00f6tterfiguren spinnen bis es h\u00f6rbar rei\u00dft. Der Zwischenvorhang <em>Vorhang der Hoffnung<\/em> (nach Ernst Bloch) hat einzelne W\u00f6rter verloren, der Untergang zeichnet sich ab. Dieser Zwischenvorhang trennt Br\u00fcnnhildes H\u00f6hle ab (Brecht-Gardine f\u00fcr Vorder- und Hintergrund). Die Gibichungenhalle besteht aus zwei gro\u00dfen Podien f\u00fcr den Chor, auf der linken Seite h\u00e4ngen die Fahnen der verehrten G\u00f6tter. Die Gibichungen sind eine farbenfrohe Soldateska mit Mao-M\u00fctze, die Damen tragen schwarze Umh\u00e4nge \u00fcber brauner Uniform. Die Kost\u00fcme der Hauptdarsteller entstammen einem Wettbewerb und sollen ihren Charakter widerspiegeln. Nach dem etwas spartanischen Weltuntergang, dreht sich das B\u00fchnenbild um 180\u00b0 (man sieht den Aufbau des B\u00fchnenbildes) und die \u00fcberlebenden Gibichungen applaudieren ins Publikum.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andreas Schager<\/strong> dominiert das S\u00e4ngerensemble mit seinem Rollendeb\u00fct als Siegfried. Er hat sich vom Operettentenor zum Heldentenor weiterentwickelt. Die <em>Heil-Br\u00fcnnhild-Rufe<\/em> kann er mit baritonalem Klang voll aussingen. Die <em>Waldvogel-Erz\u00e4hlung<\/em> des sterbenden Siegfrieds gelingt ihm mit tenoralem Schmelz in jedem einzelnen hohen Ton. Damit verf\u00fcgt er \u00fcber deutlich mehr stimmliche Mittel als <strong>Lisa Livingston<\/strong>. Zwar ist sie mit ihrem hochdramatischen Sopran eine \u00fcberzeugende Br\u00fcnnhilde, jedoch detoniert ihr heftiges Tremolo bei den Heil-Rufen im Prolog, was nicht ohne heftiges Forcieren abgeht. <strong>Gundula Hintz <\/strong>gelingt hingegen eine herzzerrei\u00dfende Waltraute: Mit ihrem gro\u00dfen Ton-Umfang folgt sie exakt der Gesangslinie und erm\u00f6glicht so die Verzweiflung f\u00fchlbar zu machen. Auch <strong>Anke Berndt <\/strong>gelingt \u00e4hnliches: Sie wertet mit ihrer hellen klaren Stimme die Gutrune von der jugendlichen Naiven zum Charakter auf, Gutrune wird zur echten Gegenspielerin der Br\u00fcnnhilde. <strong>Gerd Vogel <\/strong>in der<strong> <\/strong>Doppelrolle des Alberich und des Gunther ist leider indisponiert, kann jedoch am Anfang mit sch\u00f6nen wohlklingenden baritonalem Timbre faszinieren, ehe ihm die Kraft f\u00fcr die h\u00f6heren T\u00f6ne ausgeht. <strong>Christoph Stegemann <\/strong>verleiht dem Hagen mit seiner solidem Ba\u00df entsprechendes Auftreten, wenn ihm auch ein wenig die Durchschlagskraft fehlt und er \u00fcber weite Passagen zu leise ist. Der Chor aus Halle besticht durch transparentes Klangbild, auch wenn im Premierenfieber das Zusammenspiel mit dem Orchester manchmal hakte. <strong>Karl-Heinz Steffens <\/strong>f\u00fchrt die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ohne Probleme durch die Untiefen der <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em>. Die symphonischen Zwischenst\u00fccke wie <em>Siegfrieds Rheinfahrt<\/em> werden monumental breit mit viel Leidenschaft zelebriert. Manchmal ist das gew\u00e4hlte Tempo aber doch sehr breit, so da\u00df die Spannung irgendwie versandet und das Finale weder Botschaft noch Hoffnung birgt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der Ring in Ludwigshafen\/Halle hat sich geschlossen, reiht sich mit der b\u00fchnenwirksamen Wucht seiner allgemeinverst\u00e4ndlichen Schlichtheit in das Ring-Gesamtkonzept von Hansg\u00fcnther Heyme ein. Mit geringen Mitteln und einer pointierten Personenf\u00fchrung stellt er am Schlu\u00df direkt dem Zuschauer die Frage, ob dieser Untergang wirklich ein Untergang war und ob somit \u00fcberhaupt Hoffnung auf einen Neuanfang n\u00f6tig bzw. m\u00f6glich ist. Das Publikum reagiert zun\u00e4chst spartanisch (fast 5 Stunden Oper sind in Ludwigshafen etwas ungewohnt), feiert dann aber alle Protagonisten fast euphorisch \u2013 und den ersten <em>Ring <\/em>in Ludwigshafen.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Lisa Livingston (Br\u00fcnnhilde), Andreas Schager (Siegfried)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Dritter Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen in drei Aufz\u00fcgen und einem Prolog, Text vom Komponisten, UA: 17. 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