{"id":4345,"date":"2012-12-06T19:38:01","date_gmt":"2012-12-06T18:38:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4345"},"modified":"2012-12-06T19:38:01","modified_gmt":"2012-12-06T18:38:01","slug":"carmen-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4345","title":{"rendered":"CARMEN &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von George Bizet (1838-1875), Op\u00e9ra comique in 4 Akten, Libretto: Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy, UA: 3. M\u00e4rz 1875 Paris, Op\u00e9ra-comique (Salle Favart)<\/p>\n<p>Regie: Yves Beaunesne, B\u00fchne: Damien Caille-Perret, Kost\u00fcme: Jean-Daniel Vuillermoz, Licht: Joel Hourbeigt, Dramaturgie: Marion Bern\u00e9de, Choreographie: Jean Gaudin<\/p>\n<p>Dirigent: Philippe Jordan,\u00a0 Orchester und Kinderchor de l\u2019Op\u00e9ra National, Ma\u00eetrise des Hauts-de-Seine. Chorleinstudierung: Patrick Marie Auber<\/p>\n<p>Solisten: Nikolai Schukoff (Don Jos\u00e9), Ludovic T\u00e9zier (Escamillo), Edwin Crossley-Mercer (Le Danca\u00efre)<\/p>\n<p align=\"left\">Fran\u00e7ois Piolino (Le Remendado), Fran\u00e7ois Lis (Zuniga), Alexandre Duhamel (Morales), Anna Caterina Antonacci (Carmen), Genia K\u00fchmeier (Mica\u00ebla), Olivia Doray (Frasquita), Louise Callinan (Mercedes) u.a.<\/p>\n<p align=\"left\">Besuchte Auff\u00fchrung :\u00a0 4. Dezember 2012 (Premiere)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Paris-Carmen.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4346\" title=\"Paris-Carmen\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Paris-Carmen.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Paris-Carmen.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Paris-Carmen-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Der Soldat Don Jos\u00e9 erh\u00e4lt Besuch von seiner Jugendfreundin Mica\u00ebla, die ihn liebt und hofft ihn zu heiraten. Doch die gefangene Zigeunerin Carmen verf\u00fchrt mit verliebten Versprechungen den Soldaten, sie freizulassen. Daraufhin wird er in der Kaserne in Haft genommen.<\/p>\n<p>Nach seiner Freilassung\u00a0 trifft Jos\u00e9 Carmen in einer Spelunke. Sie versucht vergeblich, ihn zu \u00fcberreden, mit ihr und ihren Schmugglerfreunden in die Berge zu ziehen. Schlie\u00dflich, in einen Kampf mit einem Kameraden verwickelt, bleibt ihm keine andere Wahl als zu desertieren.<\/p>\n<p>Im Nachtlager der Schmuggler streiten Carmen und Don Jos\u00e9. Sie kann seine st\u00e4ndige Eifersucht nicht mehr ertragen. Der Stierk\u00e4mpfer Escamillo, der Carmen den Hof macht, erscheint. Die Schmuggler verhindern gerade noch den blutigen Ausgang beim Zweikampfs der beiden Rivalen. Mica\u00ebla taucht pl\u00f6tzlich auf, um Don Jos\u00e9 zu seiner sterbenden Mutter zu holen. Jos\u00e9 folgt ihr. Vor der Arena tummelt sich eine bunte Menge. Escamillo l\u00e4dt alle zum Stierkampf ein. Doch Carmen bleibt allein zur\u00fcck und trifft. Doch Carmen bleibt allein zur\u00fcck und trifft Don Jos\u00e9.\u00a0 Da\u00a0er sie nicht zur\u00fcckgewinnen kann, t\u00f6tet er sie.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Ein altes Gem\u00e4uer mit halb eingest\u00fcrztem Geb\u00e4lk umrahmt die B\u00fchne und ist von Akt zu Akt Tabakfabrik, Spelunke, Schmugglerversteck oder Platz vor der Stierkampfarena. Durch eine sehr gelungene Choreographie f\u00fcllte sich dieser Raum in allen Akten sehr b\u00fchnenwirksam. Die Szene der Spelunke ist mit viel Glitzerkleidern wie ein moderner Nachtklub, das Nachtlager der Schmuggler sehr stimmungsvoll und die Volkszene im letzten Akt ein buntbewegter, verkleideter Karnevalrummelplatz mit vielen Kindern, Jongleuren Stelzenmenschen, sich bewegenden Riesenpuppen und dergleichen.<\/p>\n<p align=\"left\">Doch die Carmen, die darin auftritt, ist nicht die traditionelle wilde, leidenschaftliche, sinnlich-provozierende, s\u00fcdl\u00e4ndische Zigeunerin mit buntem Rock und langen schwarzen Haaren. An ihrer Stelle erscheint ein k\u00fchl-erotischer, Zigaretten rauchender Vamp mit einfachem, schwarzen, kurzen Kleid, schwarzen St\u00f6ckelschuhen und Platin blonden kurzen Haaren. Diese Carmen steht im Gegensatz zu\u00a0 den Arbeiterinnen, den Schmuggler und\u00a0 dem Volk, bei denen noch viel s\u00fcdliches Temperament und viel sonnige Buntheit \u00fcbrig geblieben sind. Mica\u00ebla, das brave M\u00e4dchen mit Z\u00f6pfen in hellblauem Regenmantel und gleichfarbener Baskenm\u00fctze reist per Fahrrad. Escamillo in voller Toreropracht oder in wei\u00dfem Anzug. Don Jos\u00e9 unscheinbar gekleidet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Auch musikalisch war diese Carmen eher zur\u00fcckhaltend. <strong>Anna Caterina Antonaccis<\/strong> sch\u00f6ne, reiche Sopranstimme\u00a0 entfaltete sich zwar in all ihren Nuancen, auch in den f\u00fcr ihren Sopran oft sehr tiefen Stimmlagen der Rolle, doch schwang dabei wenig feurige Leidenschaft oder Dramatik mit. Vielleicht noch am ehesten im unheimlich-d\u00fcsteren Terzett mit den Kartenlegerinnen <em>Melons! Melons!<\/em> (3. Akt). Die ber\u00fchmte Haba\u00f1era <em>L\u2019amour est un oiseau rebelle <\/em>(1. Akt) dagegen sang sie sehr sch\u00f6n, aber nicht als provozierende Liebes-Bravourarie. Als der eigentliche Star des Abends entpuppte sich <strong>Genia K\u00fchmeier<\/strong> mit weichem, strahlendem Sopran in der Rolle der Mica\u00ebla. Besonders in der Arie <em>Je dis que rien ne m\u2019\u00e9pouvante <\/em>(3. Akt), in der ihre Stimme sowohl in den lyrischen, wie in den dramatischen Stellen, makellos zum Ausdruck kam. <strong>Nikolai Schukoffs,<\/strong> in der schwierigen Rolle des Don Jos\u00e9, klang manchmal etwas forciert, und sein sonst so warmes Timbre trat nicht immer voll hervor. Das Pariser Dezemberwetter mag ihn\u00a0 indisponiert haben. V\u00f6llig rollengerecht <strong>Ludovic T\u00e9ziers<\/strong> als Escamillo hingegen mit seiner gewaltigen Baritonstimme. Alle \u00fcbrigen Solisten f\u00fcgten sich harmonisch in das ausgezeichnete Ensemble ein. Zu erw\u00e4hnen seien noch die<strong> Ch\u00f6re<\/strong>, von denen der dramatische Frauenchor der sich raufenden Arbeiterinnen besonders begeisterte.<\/p>\n<p><strong>Philippe Jordan<\/strong> dirigierte Solisten, Chor und Orchester mit viel Schwung und Pr\u00e4zision durch die schwierige, mitrei\u00dfende Folge von Tempi, Rhythmen und Melodien.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Im Juni 2012 brachte die Op\u00e9ra Comique in Paris die selten gespielten<em> Perlenfischer<\/em>, eine der ersten B\u00fchnenwerke Bizets, zur Auff\u00fchrung. Es folgte nun in der Bastille sein Meisterwerk <em>Carmen. <\/em>Bizet war 37 Jahre alt, als er es schrieb. Er hat nur noch den Skandal der ersten Auff\u00fchrungen miterlebt, nicht mehr den internationalen Siegeszug, der dieses Werk heute zu den meistgespieltesten Opern der Welt macht.<\/p>\n<p>Diese Neuinszenierung\u00a0 der Op\u00e9ra Bastille brachte die urspr\u00fcngliche Version\u00a0mit den\u00a0gesprochenen Dialogen. Trotz des nicht ganz \u00fcberzeugenden Versuchs die Figur Carmen anders zu sehen, war es im Ganzen eine sch\u00f6ne Auff\u00fchrung, und es gab viel Applaus.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Charles Duprat\/Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Bild zeigt : Nikolai Schukoff (Don Jos\u00e9) et Anna Caterina Antonacci (Carmen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von George Bizet (1838-1875), Op\u00e9ra comique in 4 Akten, Libretto: Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy, UA: 3. 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