{"id":4341,"date":"2012-11-27T21:52:56","date_gmt":"2012-11-27T20:52:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4341"},"modified":"2012-12-03T21:54:56","modified_gmt":"2012-12-03T20:54:56","slug":"der-zarewitsch-greifswald-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4341","title":{"rendered":"DER ZAREWITSCH &#8211; Greifswald, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Leh\u00e1r (1870\u20131948), Operette in drei Akten, Libretto: Bela Jenbach und Heinz Reichert, UA: 1927, Berlin Deutsches K\u00fcnstlertheater<\/p>\n<p>Regie: Susanne Knapp, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Jakob Knapp, Dramaturgie: Katja Pfeifer, Choreographie: Sabrina Sadowska<\/p>\n<p>Dirigent: Egbert Funk, Philharmonisches Orchester und Opernchor,, Choreinstudierung: Anna T\u00f6ller<\/p>\n<p>Solisten: Bragi Bergth\u00f3rsson (Der Zarewitsch), Andreas R\u00fcdiger (Der Gro\u00dff\u00fcrst), Hans-J\u00f6rg Fichtner (Der Ministerpr\u00e4sident), Liubov Belotserkovskaya (Sonja), Johannes Richter (Iwan), Anette Gerhardt (Mascha), Alexandru Constantinescu (Bordolo), Andr\u00e9 Pohlai (Wache)<\/p>\n<p>Auff\u00fchrung: 24. November 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Greifswald-Zarewitsch.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4342\" title=\"Greifswald-Zarewitsch\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Greifswald-Zarewitsch.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Greifswald-Zarewitsch.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Greifswald-Zarewitsch-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Zarewitsch Alexej lebt in seinem Palast wie in einem goldenen K\u00e4fig. Er scheut die Au\u00dfenwelt und duldet keine Frauen in seiner N\u00e4he. Als der Zar schwer erkrankt, schmiedet der Ministerpr\u00e4sident eine Intrige, um Alexej an die Beziehung zu einer Frau zu gew\u00f6hnen und ihn so f\u00fcr die Hochzeit mit einer fremden Prinzessin vorzubereiten: Er schmuggelt die T\u00e4nzerin Sonja als jungen Tscherkessen verkleidet in das Prinzengemach. Als der Zarewitsch den Betrug entdeckt, will er sie sofort hinauswerfen \u2013 doch weil das f\u00fcr sie das Todesurteil bedeuten w\u00fcrde, tun die beiden so, als w\u00e4ren sie tats\u00e4chlich ein Paar. Nach einiger Zeit verlieben sie sich ineinander und fliehen zusammen mit dem Diener Iwan und seiner Frau Mascha nach Italien. Sie verbringen einige gl\u00fcckliche Tage, doch dann stirbt der Zar \u2013 und Sonja verzichtet auf ihr privates Gl\u00fcck und die Liebe zu Alexej, um eine blutige Revolution zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Wie gew\u00f6hnlich am Theater Vorpommern folgt die Inszenierung einem durchdachten Gesamtkonzept, das diesmal die \u00f6ffentliche Beobachtung des f\u00fcrstlichen Privatlebens durch Zeitungen und andere Medien zum Thema hat. Im Programmheft sind unter anderem Hinweise auf die Beziehungen von Edward von Windsor und Wallis Simpson sowie Charles und Diana enthalten. B\u00fchnenelemente, Requisiten und Kost\u00fcme sehen aus, als seien sie aus Zeitungsschnipseln zusammengesetzt \u2013 selbst die Unterhose des Zarewitschs ist mit Buchstaben bedruckt. Auf dem generell dunklen Hintergrund wird stellenweise mit Projektionen gearbeitet, die Zitate aus bekannten Filmklassikern zeigen, wie beispielsweise die ber\u00fchmte Treppenszene aus Sergei Eisensteins <em>Panzerkreuzer Potemkin<\/em> von 1925. An dieser Szene orientiert sich die Gestaltung der Kost\u00fcme des einfachen Volkes, mit dem wei\u00dfen Kinderwagen als zentralem Wiedererkennungselement. Auch in der Choreographie tauchen immer wieder Anspielungen an Filme auf; so nehmen Alexej und Sonja w\u00e4hrend der Fahrt nach Italien die ber\u00fchmte Pose von Rose und Jack an der Schiffsspitze der Titanic ein.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>In der Rolle der jungen T\u00e4nzerin gl\u00e4nzt die gertenschlanke <strong>Liubov Belotserkovskaya <\/strong>(Sonja) nicht nur durch ihr wunderbares Aussehen, sondern auch mit ihrer warmen, vollt\u00f6nenden dramatischen Sopranstimme. Ihr h\u00f6rbarer Akzent pa\u00dft zum Schauplatz und beeintr\u00e4chtigt die deutliche Artikulation kaum. Ihr B\u00fchnenpartner <strong>Bragi Bergth\u00f3rsson <\/strong>(Zarewitsch) besitzt gro\u00dfes schauspielerisches Geschick und bezaubert mit variablem, zeitweise zartschmelzendem, zeitweise metallisch durchschlagendem Tenor. <strong>Anette Gerhardt <\/strong>(Mascha) kann wenig von ihrer gewohnten Stimmgewalt zeigen, weil die Rolle kaum Gelegenheit dazu bietet, aber daf\u00fcr umso mehr Ausdruck und B\u00fchnenpr\u00e4senz. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr <strong>Johannes Richter<\/strong> (Iwan). In den wichtigen, aber ganz gesprochenen Rollen leisten die erfahrenen Schauspieler <strong>Hans-J\u00f6rg Fichtner <\/strong>(Ministerpr\u00e4sident) und <strong>Andreas R\u00fcdiger<\/strong> (Gro\u00dff\u00fcrst) eine souver\u00e4ne Vorstellung.<\/p>\n<p>Die Nebenrollen der Journalistinnen, Ballettm\u00e4dchen und Stra\u00dfenmusiker werden von Mitgliedern des <strong>Opernchores <\/strong>ausgef\u00fchrt, der auch sonst viel Anteil am B\u00fchnengeschehen nimmt \u2013 nicht nur dann, wenn Chorpassagen zu singen sind. Alle Chors\u00e4nger agieren mit gro\u00dfem Einsatz und Spa\u00df, wie immer hervorragend eingestellt von <strong>Anna T\u00f6ller,<\/strong> und bieten eine schauspielerische Glanzleistung. Au\u00dferdem sind alle Darsteller hervorragend zu verstehen.<\/p>\n<p>Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten in der Intonation weist das Orchester keine merklichen Schw\u00e4chen auf, spielt allerdings im Verh\u00e4ltnis zu den S\u00e4ngern h\u00e4ufig zu laut. Wenn die Darsteller sich im hinteren Bereich der B\u00fchne aufhalten, werden sie geradezu \u00fcbert\u00f6nt. Das ist an diesem kleinen Haus durchaus ungew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Von der sprichw\u00f6rtlichen Leichtigkeit der Operette besitzt das Werk wenig, auch wenn der verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig tiefgr\u00fcndige und schwerm\u00fctige Stoff mit lustigen Szenen aufgelockert wird; das sonst genretypische Happy-End bleibt aus. Der dunkle B\u00fchnenhintergrund, die Auswahl der eingeblendeten Filmszenen und die bedr\u00fcckende Allgegenw\u00e4rtigkeit der Presse in der vorliegenden Inszenierung verst\u00e4rkt diese Ernsthaftigkeit noch. Das Publikum ist best\u00e4ndig hin- und hergerissen zwischen Lachen und nachdenklichem Mitgef\u00fchl \u2013 am Ende siegt letzteres. Allerdings lie\u00dfen sich die Zuschauer durch die bedr\u00fcckte Stimmung nicht vom verdienterma\u00dfen begeisterten und langanhaltenden Applaus abhalten. Besonders der fantastische Auftritt des Chores und seiner einzelnen Mitglieder wurde mit viel Beifall belohnt.<\/p>\n<p>Anna-Juliane Peetz-Ullman<\/p>\n<p>Bild: Gunnar L\u00fcsch\/MuTphoto<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Liubov Belotserkovskaya (Sonja), Bragi Bergth\u00f3rsson (Der Zarewitsch)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Leh\u00e1r (1870\u20131948), Operette in drei Akten, Libretto: Bela Jenbach und Heinz Reichert, UA: 1927, Berlin Deutsches K\u00fcnstlertheater Regie: Susanne Knapp, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Jakob Knapp, Dramaturgie: Katja Pfeifer, Choreographie: Sabrina Sadowska Dirigent: Egbert Funk, Philharmonisches Orchester und Opernchor,, Choreinstudierung: Anna<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4341\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[70,1],"tags":[],"class_list":["post-4341","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-greifswald-theater-vorpommern","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4341","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4341"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4341\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4343,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4341\/revisions\/4343"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}