{"id":4319,"date":"2012-12-01T13:19:03","date_gmt":"2012-12-01T12:19:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4319"},"modified":"2012-12-02T20:26:19","modified_gmt":"2012-12-02T19:26:19","slug":"idomeneo-re-di-creta-idolmeneo-konig-von-kreta-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4319","title":{"rendered":"IDOMENEO, RE DI CRETA \u2013 IDOMENEO, K\u00d6NIG VON KRETA &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von W.A. Mozart (1756-1791), Dramma per Musica in drei Akten, Libretto: Giambattista Varesco nach Antoine Danchets Idom\u00e9n\u00e9e, UA: 29. Januar 1781, M\u00fcnchen, Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: Michael Schulz; B\u00fchne: Kathrin-Susann Brose; Kost\u00fcme: Rene\u00e9 Listerdal<\/p>\n<p>Dirigent: Julia Jones, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden<\/p>\n<p>Solisten: Wookyung Kim (Idomeneo), Anke Vondung (Idamante), Rachel Willis-S\u00f8rensen (Elettra), Elena Gorshunova (Ilia), Timothy Oliver (Arbace), Mert S\u00fcng\u00fc (Oberpriester) u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 29. November 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Dresden-Idomeneo.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4320\" title=\"Dresden-Idomeneo\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Dresden-Idomeneo.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"227\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Dresden-Idomeneo.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Dresden-Idomeneo-300x194.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Idomeneo kehrt aus dem Trojanischen Krieg zur\u00fcck. Sein Schiff ger\u00e4t in Seenot, und er \u00fcberlebt den Sturm wie durch ein Wunder. F\u00fcr seine Errettung verspricht er dem Meeresgott Poseidon, ihm den ersten Menschen zu opfern, den er erblickt und dies ist tragischerweise sein Sohn Idamante. Um ihn nicht t\u00f6ten zu m\u00fcssen schickt er ihn, begleitet von Elektra, der Konkurrentin von Idamantes Geliebter Ilia, auf eine Insel. Doch ein Ungeheuer verhindert das Auslaufen des Schiffes und Idamante t\u00f6tet das Wesen. Neptun beharrt auf seinem Opfer, so da\u00df schlie\u00dflich Ilia f\u00fcr Idamante sterben will. Davon bewegt, lenkt Neptun schlie\u00dflich ein. Er bestimmt, das Idamante mit Ilia an Idomeneos Stelle herrschen sollen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Den zentralen Bereich der B\u00fchne nimmt eine zum Hintergrund ansteigende Holzrampe ein, aus der eine Kanzel und ein angedeuteter Torbogen herausgehoben sowie eine Grube abgesenkt werden kann. Diese Rampe wird von mehreren stilisierten Torb\u00f6gen \u00fcberspannt, die durch Lichtinstallationen illuminiert werden k\u00f6nnen. Die vordersten Torb\u00f6gen dienen zugleich als Stauraum f\u00fcr weitere ausfahrbare Utensilien. Im Hintergrund befindet sich eine gro\u00dfe Leinwand, auf die in Sturmszenen ein animiertes Wellenspiel eingeblendet wird. Der Meeresgott Neptun wird zudem durch 16 stumme Rollen verk\u00f6rpert, die an den Joker aus den Batman-Filmen erinnern.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wookyung Kim<\/strong> verk\u00f6rpert zwar einen innerlich zerrissenen, im g\u00f6ttlichen Machtspiel jedoch niemals verloren wirkenden Idomeneo. Sein Tenor umschmeichelt mit geschmeidigem Glanz, stimulierendem Vibrato und ruhender Wendigkeit, so da\u00df lyrische Passagen in zartem Timbre erbl\u00fchen k\u00f6nnen und dramatische Abschnitte mit zupackender Klangtiefe genommen werden. Gro\u00dfe Beachtung findet auch <strong>Anke Vondungs<\/strong> (Idamante) jugendlicher Mezzosopran. Ihre Stimme erstrahlt in satten Farben, die durch gekonnte Tonrundung einen zarten Stimmteppich weben. Wirkt <strong>Elena Gorshunova<\/strong> (Ilia) im ersten Akt noch etwas zur\u00fcckhaltend, so legt ihr filigraner Sopran an stimmlichem Temperament im weiteren Verlauf deutlich an Intensit\u00e4t und Leuchtkraft zu. Fulminant mitrei\u00dfend verk\u00f6rpert <strong>Rachel Willis-S\u00f8rensen<\/strong> eine zur Furie gereifte Elettra. Ihr dunkel ausgereifter Sopran, der mit m\u00fcheloser Druckf\u00fclle in den oberen Lagen und zupackender Phrasierung brilliert, l\u00e4\u00dft die Arie <em>D\u2019Oreste, D\u2019Ajace<\/em> \u2013 <em>Orestes und Ajax\u2018 Qualen<\/em> zu einem H\u00f6hepunkt immenser stimmlicher Sogkraft heranreifen. Tenor <strong>Mert S\u00fcng\u00fc<\/strong> (Oberpriester) besticht durch klaren Duktus und getragener Gravit\u00e4t. Einzig <strong>Timothy Oliver<\/strong> (Arbace) kann mit fahl-bl\u00e4\u00dflichem Timbre und angestrengt wirkenden H\u00f6hen nicht ganz \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p><strong>Julia Jones<\/strong> versteht es, die S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden sowohl in bewegend aufgepeitschten Tempi durch die Sturmszenen zu jagen, als auch genug sauber ausgepegelten, klanglichen Raum f\u00fcr die intimen Arien zu schaffen. Ein gro\u00dfes Lob geb\u00fchrt auch dem <strong>Chor,<\/strong> der die Massenszenen stimmlich messerscharf herausziseliert und trotz aller zupackenden Wucht eine gro\u00dfe Tiefensch\u00e4rfe entwickelt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung besticht dadurch, da\u00df sie mit wenig Mitteln viel Effekt schafft. Mit Projektionen, kleinen Verwandlungen und intimer Ausleuchtung wird gro\u00dfe Dynamik im B\u00fchnengeschehen erreicht, wobei jedoch die Konzentration auf die einzelnen Protagonisten niemals aus den Augen gelassen wird. Wenn Poseidons stumme Diener Idomeneo pantomimisch zum Mord \u00fcberreden und Elettra sich im ha\u00dfbedingten Wahn zerlegt, bleibt in der Dresdener Inszenierung nichts unversucht, einen Abend voller mitrei\u00dfender Dramatik zu schaffen. Zusammen mit den gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcberdurchschnittlichen Leistungen der S\u00e4nger wurde dieser Ansatz mit langanhaltendem Applaus belohnt.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Wookyung Kim (Idomeneo), Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von W.A. Mozart (1756-1791), Dramma per Musica in drei Akten, Libretto: Giambattista Varesco nach Antoine Danchets Idom\u00e9n\u00e9e, UA: 29. 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