{"id":4316,"date":"2012-11-25T14:45:03","date_gmt":"2012-11-25T13:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4316"},"modified":"2012-11-26T14:47:02","modified_gmt":"2012-11-26T13:47:02","slug":"ariadne-auf-naxos-freiburgtheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4316","title":{"rendered":"ARIADNE AUF NAXOS &#8211; Freiburg,Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1813-1901), Oper in einem Aufzuge nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 1912 Stuttgart, Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: J\u00f6rg Behr, B\u00fchne: Tilo Steffens, Kost\u00fcme: Marc Weeger, Dramaturgie: Heiko Voss, Licht: Markus B\u00f6nzli<\/p>\n<p>Dirigent: Gerhard Markson, Orchester: Philharmonisches Orchester Freiburg<\/p>\n<p>Solisten: Sally Wilson (Der Komponist), Cornelia Ptassek (Primadonna\/Ariadne), Roberto Gionfriddo (Der Tenor\/Bacchus), Lini Gong (Zerbinetta), Neal Schwantes (Ein Musiklehrer), Christoph Waltle (Brighella &amp; Tanzmeister), Alejandro L\u00e1rraga Schleske (Harlekin), Fausto Reinhart (Scaramuccio), Evert Sooster (Truffaldin), B\u00e9n\u00e9dicte Tauran\u00a0 (Najade), Qin Du (Dryade), Susana Schnell (Echo), Ullo von Peinen (Der Haushofmeister), Pascal Hufschmid (Ein Lakai), Stefan Fiehn (Ein Offizier), Younjin Kim (Ein Per\u00fcckenmacher)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. November 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Freiburg-Aradne.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4317\" title=\"Freiburg-Aradne\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Freiburg-Aradne.gif\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Freiburg-Aradne.gif 235w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Freiburg-Aradne-201x300.gif 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Vorspiel: Der reichste Mann Wiens hat in seinem Haus die Urauff\u00fchrung der Oper Ariadne auf Naxos geplant und anschlie\u00dfend ein heiteres Nachspiel durch Kom\u00f6dianten. Durch seinen Haushofmeister l\u00e4\u00dft der Hausherr den Beteiligten jedoch verk\u00fcndigen, da\u00df aufgrund von Zeitdruck beides zugleich stattfinden m\u00fcsse. Der Komponist ist zun\u00e4chst geschockt und weigert sich, kann aber schlie\u00dflich durch seinen Musiklehrer und die T\u00e4nzerin Zerbinetta zum Einlenken bewegt werden.<\/p>\n<p>Oper: Die auf Naxos von ihrem Geliebten Theseus zur\u00fcckgelassene Ariadne sehnt sich nach dem Tod. Die Kom\u00f6dianten um Zerbinetta versuchen sie aufzuheitern, was mi\u00dflingt. Erst als sich das Erscheinen des Gottes Bacchus ank\u00fcndigt, den Ariadne zun\u00e4chst f\u00fcr den Todesboten h\u00e4lt, beginnt sie langsam ins Leben zur\u00fcckzukehren und wagt schlie\u00dflich mit Bacchus den gemeinsamen Neuanfang.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Dir Freiburger Inszenierung hebt die \u00c4hnlichkeiten und Verbindungen zwischen dem Vorspiel in der <em>Wirklichkeit<\/em> und der Oper hervor: in beiden Welten m\u00fcssen die Hauptfiguren eine Verwandlung durchlaufen, damit ihr Leben weitergehen kann. So sehen sich der Komponist und Ariadne beinahe zum Verwechseln \u00e4hnlich. Am Anfang der Oper erwacht Ariadne in den herumliegenden Fetzen der Opernpartitur, am Ende z\u00fcndet der Komponist sein Werk im Boot des angekommenen Bacchus an und bricht zu neuen sch\u00f6pferischen Grenzen auf. Das \u00fcberwiegend in grauen Farben gehaltene B\u00fchnenbild bleibt stets das gleiche, sieht man von der achsensymmetrischen Spiegelung des Raumes zwischen Vorspiel und Oper ab, sowie den Lichtwechseln. Die Handlung scheint in der Gegenwart angesiedelt, nicht wie es das Libretto vorsieht gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Die Kost\u00fcmierungen der Kom\u00f6dianten sind Rockstar-Stereotypen abgewonnen. Die Stimme des Haushofmeisters ert\u00f6nt im Vorspiel anf\u00e4nglich aus einem Lautsprecher.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Streicher des <em>Philharmonischen Orchesters Freiburg<\/em> unter <strong>Gerhard Markson<\/strong><em> <\/em>wackeln zu Beginn noch bei den luftig wienerischen Phrasen. Im Verlauf der Oper verstrahlt das Orchester dann aber zunehmend jenen lyrisch Mozart\u2018schen Esprit, der f\u00fcr das Werk so typisch ist, wenngleich die gro\u00dfe klangliche Brillanz sich erst gegen Ende einstellen mag. <strong>Lini Gongs<\/strong> Koloraturen in Zerbinettas ber\u00fchmter Arie <em>Kommt ein neuer Gott gegangen <\/em>sprudeln wie nat\u00fcrlich hervor, allerdings fehlt es ihrem Sopran bei aller Grazilit\u00e4t und Koketterie des Auftritts an diesem Abend an der letzten W\u00e4rme und Weichheit. <strong>Roberto Gionfriddos<\/strong><em> <\/em>sinnliche Ausstrahlung ist als Bacchus zur\u00fcckgenommen, dagegen wirkt sein Tenor umso kraftvoller. Die beiden Hauptfiguren lassen keine W\u00fcnsche offen: <strong>Sally Wilsons<\/strong> Komponist ger\u00e4t stimmlich bl\u00fchend bei klarer Diktion und starker B\u00fchnenpr\u00e4senz. <strong>Cornelia Ptasseks<\/strong> Ariadne dr\u00fcckt dank vokaler Tragf\u00e4higkeit jene Tragik und Gr\u00f6\u00dfe aus, an der sich die anderen Figuren zurecht zu orientieren haben. W\u00fcrdevolle Ironie in Ton und Auftreten kennzeichnen den Musiklehrer von <strong>Neal Schwantes<\/strong>. Die Kom\u00f6dianten <strong>Alejandro L\u00e1rraga Schleske, Fausto Reinhart und Evert Sooster <\/strong>sind im Verbund wie im Einzelvortrag wohl aufeinander abgestimmt. Gleiches gilt f\u00fcr <strong>B\u00e9n\u00e9dicte Tauran, Qin Du<\/strong> und <strong>Susana Schnell<\/strong> als Nymphen<em> <\/em><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Konzeptionell ist die Freiburger <em>Ariadne<\/em> durchaus interessant, aber in der Umsetzung an der sinnlich schw\u00e4rmerischen und schwebenden Atmosph\u00e4re der Musik komplett vorbeiinszeniert. Gleichwohl bekam das Regieteam keine Buhs. Das Publikum zeigte sich einhellig begeistert. Musikalisch war der Premierenabend noch steigerungsf\u00e4hig, alles in allem jedoch \u00fcberzeugend.<\/p>\n<p>Aron Sayed<\/p>\n<p>Maurice Korbel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Lini Gong (Zerbinetta) und Cornelia Ptassek (Primadonna\/Ariadne)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1813-1901), Oper in einem Aufzuge nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 1912 Stuttgart, Hoftheater Regie: J\u00f6rg Behr, B\u00fchne: Tilo Steffens, Kost\u00fcme: Marc Weeger, Dramaturgie: Heiko Voss, Licht: Markus B\u00f6nzli Dirigent: Gerhard Markson, Orchester: Philharmonisches Orchester<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4316\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82,1],"tags":[],"class_list":["post-4316","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freiburg-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4316"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4316\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4318,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4316\/revisions\/4318"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}