{"id":4311,"date":"2012-11-26T14:42:18","date_gmt":"2012-11-26T13:42:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4311"},"modified":"2012-12-17T14:10:11","modified_gmt":"2012-12-17T13:10:11","slug":"cosi-fan-tutte-so-machen-es-alle-frauen-oper-koln-palladium","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4311","title":{"rendered":"COS\u00cc FAN TUTTE \u2013 SO MACHEN ES ALLE (FRAUEN) &#8211; Oper K\u00f6ln, Palladium"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Commedia per musica in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 26. Januar 1790 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Tatjana G\u00fcrbaca, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Ingrid Erb, Licht Andreas Gr\u00fcter, Dramaturgie: Tanja Fasching<\/p>\n<p>Dirigent: Konrad Jungh\u00e4nel, G\u00fcrzenich-Orchester und Chor, Chorleitung Andrew Ollivant<\/p>\n<p>Solisten: Sabina Cvilak (Fiordiligi), Katrin Wundsam (Dorabella), Miljenko Turk (Guglielmo),<\/p>\n<p>Matthias Klink (Ferrando), Claudia Rohrbach (Despina), Carlo Lepore (Don Alfonso)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. November 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Koeln-Cosi.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4314\" title=\"Koeln-Cosi\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Koeln-Cosi.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Koeln-Cosi.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Koeln-Cosi-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Er geht um eine Wette bzgl. der Treue der Verlobten von zwei Offizieren und dem lebenserfahrenen Don Alfonso, der daran nicht glaubt. Sollten sie recht haben, da\u00df ihre Verlobten ihnen treu blieben, w\u00fcrde er ihnen einhundert Zechinen geben. Das Spiel beginnt. Den beiden Br\u00e4uten wird vorget\u00e4uscht, da\u00df die Offiziere einen Befehl zu einem Kampfeinsatz erhalten h\u00e4tten. Beide kehren als verkleidete Albaner zur\u00fcck und k\u00f6nnen tats\u00e4chlich beide Frauen t\u00e4uschen. Kurz bevor sie Erfolg zu haben scheinen, entlegen sich die Offiziere ihrer Maskerade. Die Frauen sind h\u00f6chlichst erschrocken. Doch dann versprechen alle einander ewige Treue. Don Alfonso aber triumphiert.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Drei Holzw\u00e4nde bilden ein enges Zimmer. T\u00fcren sind nicht sichtbar. Die Eintretenden kommen quasi durch die Wand, die aus Papier die Holzwand imitierte. Dagegen\u00a0 kriechen die verkleideten Albaner durch einen Schlitz der Hinterwand in Bodenn\u00e4he herein. Sp\u00e4ter werden die Zimmerw\u00e4nde entfernt. Auf der leeren B\u00fchne erscheinen zuweilen Soldaten in Uniformen der Grande Armee, \u00e4hnlich den Garden beim K\u00f6lner Karneval.<\/p>\n<p>Don Alfonso \u00a0zeigt sich in braunem Mantel, die beiden Offiziere in hell-beigen auf Taille geschnittenen \u00a0Anz\u00fcgen. Sp\u00e4ter haben sie als Albaner Feldanz\u00fcge angelegt. Die beiden Damen sind in gleichen, wei\u00dfen Kleidern mit je fu\u00dflanger Schleppe gewandet. Gegen Openende entledigen sie sich der Oberteile. Darunter kommt ein Unterrock zum Vorschein. Despina tritt in grau-schwarzem Putzkleid auf. Als Arzt erscheint sie im wei\u00dfen Kittel und das Notarkost\u00fcm besteht aus wei\u00dfer Bischofsm\u00fctze und breiter Stola.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Flott legt <strong>Konrad Jungh\u00e4nel<\/strong> mit dem zahlm\u00e4\u00dfig reduzierten <strong>G\u00fcrzenich-Orchester<\/strong> die Ouvert\u00fcre hin. Die reizvollen Motive der Fl\u00f6ten, Oboen und Klarinetten kommen akkurat und sauber daher.<\/p>\n<p>Terzette sind in dieser Oper ja reichlich vorhanden. Das sch\u00f6nste von allen ist dabei der Dreiergesang Don Alfonsos mit Dorabella und Fiordiligi, wie sie ihre guten W\u00fcnsche den auf einem Schiff wegfahrenden Geliebten nachschicken. Orchester wie S\u00e4nger vermitteln eindrucksvoll die Wehmut des Abschiedsschmerzes zusammen mit den \u201eWellen\u201c der Streicher und der klagenden Bl\u00e4ser.<\/p>\n<p>Mit \u00a0<em>Smania implacabile \u2013 meine gro\u00dfe innere Unruhe<\/em> zeigt <strong>Katrin Wundsam<\/strong> (Dorabella) ihren pers\u00f6nlichen Trennungsschmerz klar an, doch \u00a0ihre Stimme entbehrt einiges an Dynamik, denn in stets gleicher Lautst\u00e4rke kommen die Dreiklangsaufschw\u00fcnge in\u00a0 <em>Dar\u00f2 all\u2019Euminide \u2013 ich werde den Euminiden geben<\/em>\u00a0daher.<\/p>\n<p>Die ber\u00fchmte Arie <em>Come scoglio immota resta \u2013 wie der Felsen unersch\u00fctterlich steht<\/em> gilt mit ihren abenteuerlichen Intervallen von klein A bis zum zweigestrichenen E oder B als eines der schwersten Gesangsst\u00fccke Mozarts. Die junge slowenische Sopranistin <strong>Sabina Cvilak<\/strong> (Fiordiligi) beherrscht hier und auch an anderen Stellen ihren Part gut. Aber eine solche Riesenarie verlangt leider noch viel mehr als richtige T\u00f6ne, die sie allerdings mit Bravour bew\u00e4ltigte. Es fehlt die hei\u00dfe Leidenschaftlichkeit, die diese Arie fordert. Die Spitzent\u00f6ne kommen zu forciert, manchmal werden sie geradezu scharf und unbeherrscht herausgeschleudert. Im schnellen Teil werden die Koloraturen verschliffen und auf die Kadenz-Triller mu\u00df man verzichten. Beide S\u00e4ngerinnen zeigen allerdings bei den Duetten ein gutes, harmonisches und rhythmisches Zusammengehen ihrer Stimmen.<\/p>\n<p>Bei <strong>Matthias Klink<\/strong> (Ferrando) ist <em>Un\u2018 aura amoroso \u2013 ein liebevoller Hauch<\/em> (Ende 1. Akt) in den besten H\u00e4nden: Mit lyrischer Tenorstimme artikuliert er klar und ausdrucksstark. Die bei Mozart so wichtige dynamische Abstufung (laut-leise) schattiert er vorz\u00fcglich. Die Innigkeit, die genau phrasierten Intervallschritte und die Abstufungen bei imitierenden Stellen zeugen von einem \u00fcberlegten Singen. Er zeigt, wie Mozart klingen soll. In der Rolle der Despina ist <strong>Claudia Rohrbach<\/strong> zu Hause. <strong>Miljenko Turks<\/strong> (Guglielmo) Bariton kommt klar her\u00fcber. Im Duett mit Sabina Cvilak sind beide bestens aufgelegt. <strong>Carlo Lepores<\/strong> (Don Alfonso) Ba\u00df ist an vielen Stellen zu kehlig und seine Artikulation kaum verst\u00e4ndlich, was umso erstaunlicher ist, da er als\u00a0 einziger aus Italien kommt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>S\u00e4ngerisch zeigte das Ensemble eine annehmbare Leistung. Leider war durch die Inszenierung manches davon, besonders im ersten Akt, so \u00fcberlagert, da\u00df dabei Mozarts Musik ins Abseits gedr\u00e4ngt wurde.<\/p>\n<p>Dem Publikum hat\u2019s gefallen, es klatschte viel und lang.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ferrando (Matthias Klink), Despina (Claudia Rohrbach), Fiordiligi (Sabina Cvilak), Dorabella (Katrin Wundsam), Guglielmo (Miljenko Turk), Don Alfonso (Carlo Lepore)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Commedia per musica in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 26. 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