{"id":4293,"date":"2012-09-23T16:51:48","date_gmt":"2012-09-23T15:51:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4293"},"modified":"2012-11-22T16:53:32","modified_gmt":"2012-11-22T15:53:32","slug":"don-giovanni-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4293","title":{"rendered":"DON GIOVANNI &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von W.A. Mozart (1756-1791), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 1787, Prager Fassung, 1788, Wiener Fassung.<\/p>\n<p>Regie: Soren Schuhmacher, B\u00fchne: Norbert Bellen<\/p>\n<p>Dirigent: Roland Kluttig, Philharmonisches Orchester und Chor des Landestheaters Coburg, Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio<\/p>\n<p>Solisten: Benjamin Werth (Don Giovanni), Norman D. Patzke (Leporello), Michael Lion (Il Commendatore), Sofia Kallio (Donna Anna), Roman Payer (Don Ottavio), Betsy Horne (Donna Elvira), Marie Smolka (Zerlina), Marcello Mejia-Mejia (Masetto), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. September 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Coburg-Giovanni.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4294\" title=\"Coburg-Giovanni\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Coburg-Giovanni.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Coburg-Giovanni.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Coburg-Giovanni-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Komtur, Donna Annas Vater; wird im Duell von Don Giovanni get\u00f6tet. Sein Diener Leporello berichtet Donna Elvira von den unz\u00e4hligen Erfolgen seines Herrn bei den Frauen. Don Giovanni macht auf einer Bauernhochzeit der Braut Zerlina den Hof und l\u00e4dt alle zum Fest auf sein Schlo\u00df ein. Dort versucht er Zerlina zu verf\u00fchren. Doch Donna Elvira, Donna Anna und ihr Verlobter Don Ottavio erkennen in ihm den M\u00f6rder des Komturs. Er kann mit Leporello fliehen, sie finden Zuflucht auf einem Friedhof. Dort wird Don Giovanni von der Steinstatue des Komturs zur Rede gestellt. Don Giovanni l\u00e4dt ihn leichtfertig zu Abendessen ein. Donna Elvira macht einen letzten, vergeblichen Versuch, ihren ehemaligen Geliebten zu retten, als der Komtur eintritt und ihn zur H\u00f6lle schickt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Vorstellung beginnt mit einer Hinrichtung: Don Giovannis wird auf eine Pritsche geschnallt und mit der Giftspritze vor Zuschauern hingerichtet. Im R\u00fcckblick wird seine Lebensgeschichte erz\u00e4hlt \u2013 in einem irrwitzigen Tempo, mit immer neuen Bildern. Hierbei spielen ein Karussell, eine Pistole (mit der man in immer neuen Konstellationen jemanden bedrohen oder fesseln kann), ein immer wieder auftauchendes M\u00e4dchen (das dann doch nur dumm herumsteht), eine (drehbare) Zimmerwand, die Pritsche aus der Giftkammer und einiges mehr eine Rolle. Viele Brautkleider, peppige Per\u00fccken, bunte Garderobe in allen mehr oder minder aktuellen Ausf\u00fchrungen runden das Bild ab.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Besetzung der Hauptrolle ist meist ein Problem: F\u00fcr die Rolle des Don Giovanni ben\u00f6tigt man einen durchschlagsstarken Bariton, der den Furor und die dramatischen Ausbr\u00fcche glaubhaft gestalten kann, hingegen f\u00fcr den weichen zarten Schmelz der s\u00fc\u00dflichen Liebesarien ben\u00f6tigt man einen eher lyrischen Bariton. Jemand der diesen beiden Gesangslinien gerecht wird, der ist wahrlich ein gro\u00dfartiger Don Giovanni. <strong>Benjamin Werth<\/strong> gelingt dieser Spagat, kann mit Verve, Ausdruck und Spielfreude glaubw\u00fcrdig gestalten &#8211; und wird daf\u00fcr enthusiastisch gefeiert. <strong>Norman D. Patzke<\/strong> als Diener Leporello ist ein lyrischer Bariton mit \u00fcberzeugender Reichweite bis in den Tenor-Bereich, der mit seiner Registerarie durchschlagskr\u00e4ftig das Publikum von den Sitzen rei\u00dft. Dem Haus-Ba\u00df <strong>Michael Lion<\/strong> gelingt es dem Komtur den richtigen dramatischen Auftritt zu verschaffen \u2013 ohne akustische Tricks nur mit der Tiefe seiner Stimme. <strong>Roman Payer<\/strong> als Don Ottavio verf\u00fcgt \u00fcber eine leuchtende baritonale Mittelage, aus der heraus er sich in die tenoralen H\u00f6hen aufschwingt und ist ein wunderbar ausgewogener italienischer Tenor. <strong>Sofia Kallio<\/strong> (Donna Anna) als jugendlicher, leicht dramatischer Sopran tritt mit sicheren Koloraturen in Erscheinung. Trotzdem wirkt sie manchmal etwas zu angestrengt und in der H\u00f6he etwas schmal. <strong>Betsy Horn<\/strong>, verst\u00e4rkt durch die zus\u00e4tzliche gro\u00dfe Arie der Donna Elvira, wird zur eigentlichen Hauptdarstellerin des Abends: Ausdrucksstark in den dramatischen Momenten, lyrisch verhalten mit technischem Glanz \u2013 und fast immer mit einer Ekstase, die den Rahmen des Hochdramatischen sprengt. Publikumsliebling wird jedoch <strong>Marie Smolka<\/strong> als jugendliche naive Zerlina, denn mit ihrem hellen Timbre mit exakter etwas leiser Intonation, die in den strahlenden Koloraturen detoniert, wei\u00df sie die Zuh\u00f6rer zu bezaubern. An mancher Stelle w\u00fcnscht man ihr jedoch etwas mehr Tiefe. <strong>Marcello Mejia-Mejia<\/strong> kann technisch nicht dem Tempo des Orchesters folgen und sein Masetto bleibt bla\u00df. <strong>Roland Kluttig<\/strong> ist f\u00fcr dieses etwas forsche Tempo zust\u00e4ndig. Sein Don Giovanni wirkt so sehr dynamisch und fesselnd, allerdings ohne die Raffinesse und Feinheiten Mozarts unter den Teppich zu kehren. Das steigert die Spannung beim Publikum f\u00fchlbar.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch ist festzustellen, da\u00df sich das Landestheater Coburg auf hohem musikalischem Niveau bewegt. Ein Haus, das fast die gesamte Besetzung eines Don Giovanni achtbar aus dem eigenen Ensemble besetzen kann, mu\u00df zu den besseren H\u00e4usern gez\u00e4hlt werden. Zumal die gew\u00e4hlte Wiener Fassung fast das gesamte Material Mozarts (bis auf zwei Arien), darunter die selten gespielte gro\u00dfe Arie der Donna Elvira (Glanznummer f\u00fcr Betsy Horne), enth\u00e4lt. Da\u00df die hier vorliegende Aktualisierung und wirre Bebilderungen (besonders w\u00e4hrend des Vorspiels) keinen homogenen Handlungsstrang erm\u00f6glicht und das Publikum gelegentlich ver\u00e4rgert, spiegelte sich beim unterschiedlichen Schlu\u00dfapplaus f\u00fcr S\u00e4nger und Regie wieder.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Andrea Kremper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Don Giovanni (zwischen Zerlina und Masetto) sprengt die Hochzeitsfeier Masetto\/Zerlina<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von W.A. 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