{"id":4284,"date":"2012-10-07T22:31:08","date_gmt":"2012-10-07T21:31:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4284"},"modified":"2012-11-22T17:02:13","modified_gmt":"2012-11-22T16:02:13","slug":"der-troubadour-il-trovatore-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4284","title":{"rendered":"DER TROUBADOUR (IL TROVATORE) &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1883), Oper in vier Akten, Libretto: Salvatore Cammarano und Leone Emanuel Bardare, UA: 19. Januar 1853 Rom, Apollo-Theater<\/p>\n<p>Regie: Balazs Kovalik, B\u00fchne: Hermann Feuchter<\/p>\n<p>Dirigent: Guido Johannes Rumstadt, Staatsphilharmonie, Chor und Extrachor des Staatstheaters N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Ekaterina Godovanets (Leonora, Gr\u00e4fin von Sargasto), Eun-Joo Ham (Ines), Mikolaj Zalasinski (Graf von Luna), Nicolai Karnolsky (Ferrando), Roswitha Christina M\u00fcller (Azucena), David Yim (Manrico), Han-Bo Jeon (Ruiz), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. Oktober 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/N\u00fcrnberg-Trovadore.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4285\" title=\"N\u00fcrnberg-Trovadore\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/N\u00fcrnberg-Trovadore.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/N\u00fcrnberg-Trovadore.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/N\u00fcrnberg-Trovadore-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der alte Graf Luna hatte zwei S\u00f6hne. Weil eine Zigeunerin den J\u00fcngeren in seiner Wiege verhexte, lie\u00df der Graf sie verbrennen. Die Tochter der Zigeunerin, Azucena, soll daraufhin das Grafenkind geraubt haben und es in die Flammen des Scheiterhaufens ihrer Mutter geworfen haben. Jahre sp\u00e4ter verliebt sich Leonora in Azucenas Sohn, den geheimnisvollen S\u00e4nger Manrico (den Troubadour). Auch der junge Graf Luna, der \u00e4ltere Bruder des verbrannten Kindes, begehrt Leonora. Nur Azucena wei\u00df, da\u00df sie damals im Wahn ihr eigenes Kind in die Flammen warf und stattdessen das Grafenkind liebevoll aufzog. Ger\u00fcchte kursieren, Manrico sei get\u00f6tet worden, Leonora will daraufhin ins Kloster. Aber die beiden finden sich wieder und als der Graf sie gefangennimmt, bietet Leonora sich selbst f\u00fcr das Leben Manricos. Sie vergiftet sich, Manrico wird verbrannt. Azucena triumphiert: Luna hat seinen eigenen Bruder get\u00f6tet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild besteht aus mit Graffitis beschmierten Mauern oder Ruinenteilen, die durch versenken im Boden oder hinaufziehen in den Schn\u00fcrboden immer wieder neu kombiniert werden k\u00f6nnen. Im ersten Akt steht im Vordergrund ein gro\u00dfer Tisch um den sich alle Darsteller zu einer gro\u00dfen Familienfeier versammelt haben. Alle Darsteller sind gleichzeitig auf der B\u00fchne, was zu \u00fcberraschenden Begegnungen f\u00fchrt. Auf der linken Seite befinden sich ein Schrank, durch den man aus und ein geht. Gekleidet sind die Solisten in italienische Designer-Garderobe, Soldaten verf\u00fcgen \u00fcber schwarze oder Flecktarn-Uniformen, Bedienstete schwarz-wei\u00dfe Arbeitskleidung. Die Zigeuner tragen rote Kleidung im Patchwork-Stil \u2013 Manrico hat zus\u00e4tzlich Motorradhelm und E-Gitarre. W\u00e4hrend des Zigeunerchores st\u00fclpen sich die Solisten rote Ku-Klux-Klan Kapuzen \u00fcber und bedrohen die, als Zigeuner erkannten, Bediensteten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Besetzung der Rollen im Troubadour stellt hohe Anspr\u00fcche an die S\u00e4nger. Schon die Rolle der Leonora erfordert eine gro\u00dfe Reichweite im hohen Register, sowie Koloratursicherheit \u00a0und ein sehr tragf\u00e4higes Piano. Umso bemerkenswerter wie schwerelos einfach diese Rolle bei <strong>Ekaterina Godovanets<\/strong> (sie ist neu in N\u00fcrnberg) klingt. Ihr weicher, gestaltungsf\u00e4higer Sopran rei\u00dft auch das Publikum von den Sitzen. <strong>Roswitha Christina M\u00fcller<\/strong> ist ein dramatischer Wagner-erprobter Mezzo. Da gl\u00fcht das Feuer in den Ohren, sie ist aber auch zu den mystischen Abdunklungen eines Alts f\u00e4hig. Da kann sie die Rolle der Azucena so ausdruckstark gestalten, da\u00df es zu einem interessanten Vergleich mit Ekaterina Godovanets f\u00fchrt, der unentschieden endet. <strong>David Yim<\/strong> hat sich zu einem beeindruckenden italienischer Tenor mit Eloquenz besonders in den hohen Lagen entwickelt. Dabei zeigt er auch in den vielen dramatischen Momenten f\u00fcr Manrico konsequent seine tenorale Durchschlagskraft. <strong>Mikolaj Zalasinski<\/strong> kann stimmlich differenzieren zwischen Verzweiflung, Wut und Wahnsinn. Sein gro\u00dfvolumiger Ba\u00dfbariton zeigt viel Pathos in der Tiefe, jedoch in der Kopfstimme klingt er bei den hohen T\u00f6nen etwas belegt. <strong>Nicolai Karnolsky<\/strong> als Ferrando ist ein vollt\u00f6nender, fast schwarzer Ba\u00df, der auch mit einer soliden H\u00f6he gl\u00e4nzt und dadurch eine gewaltige Reichweite erzielt. <strong>Guido Johannes Rumstadt<\/strong> f\u00fchrt Orchester und Solisten durch ein musikalisches Drama, das sich so anspruchsvoll und mitrei\u00dfend gibt, wie man es von einer Oper Verdis erwarten kann. Er untermalt die dramatischen Momente manchmal sehr fortissimo, unterst\u00fctzt aber auch die S\u00e4nger vorbildlich. Auch der Chor kommt zu seinem Recht und kann entsprechende Wirkung erzielen \u2013 und der Zigeunerchor ist hier wahrlich furios!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Schon w\u00e4hrend der Vorstellung bahnt sich die unterschiedliche Beurteilung f\u00fcr Regie und Musik des Publikums an. Kopfsch\u00fctteln \u00fcber die Regieeinf\u00e4lle, vor allem wenn die Erinnerungen Azucenas auf einmal real werden (wenn die Puppe des verbrannten Kindes herumgereicht wird) und Z\u00fcge des absurden Theaters immer deutlicher hervortreten. Szenenapplaus f\u00fcr die S\u00e4nger, die immer wieder und zum Schlu\u00df f\u00fcr ihre alle Register ziehende Gesangsleistung gefeiert werden. Was f\u00fcr ein hohes Leistungspotential der neuen Ensemble-Kr\u00e4fte spricht: Musikalisch ein sehr zufriedenstellender Abend.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Auftritt des David Yim (Manrico) als Schlagersternchen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1883), Oper in vier Akten, Libretto: Salvatore Cammarano und Leone Emanuel Bardare, UA: 19. 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