{"id":4278,"date":"2012-11-11T19:38:13","date_gmt":"2012-11-11T18:38:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4278"},"modified":"2012-11-22T16:55:53","modified_gmt":"2012-11-22T15:55:53","slug":"don-pasquale-lissabon-teatro-nacional-de-sao-carlos","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4278","title":{"rendered":"DON PASQUALE &#8211; Lissabon, Teatro Nacional de S\u00e3o Carlos"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797\u20131848), Opera buffa in drei Akten, Libretto von Giovanni Ruffini und vom Komponisten<\/p>\n<p>UA: 3. Januar 1843 Paris, Th\u00e9\u00e2tre Italien<\/p>\n<p>Regie: Italo Nunziata, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme: Pasquale Grossi, Licht: James Patrick Latronika<\/p>\n<p>Dirigent: Carlo Rizzari, Orquestra Sinf\u00f3nica Portuguesa, Chor des Teatro Nacional de S\u00e3o Carlos, Leitung: Giovanni Andreoli<\/p>\n<p>Solisten: Jos\u00e9 Fardilha (Don Pasquale), Eduarda Melo (Norina), Yanni Yannissis (Malatesta), Mathias Vidal (Ernesto), Frederico Santiago (Notar)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. November 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Don Pasquale, ein reicher, schon etwas betagter Junggeselle, beschlie\u00dft sich eine Gattin zu suchen. Sein Neffe Ernesto, der in die arme Witwe Norina verliebt ist, weigert sich, seinem Onkel zu gehorchen und eine reiche Frau zu ehelichen. Er mu\u00df deswegen Don Pasquales Haus verlassen. Gemeinsam mit Don Pasquales Arzt Malatesta spinnen Norina und Ernesto eine Intrige: Malatesta stellt Don Pasquale Norina als seine Schwester Sofronia vor. Don Pasquale ist von ihrer Zur\u00fcckhaltung entz\u00fcckt und will sie sofort heiraten. Mit einem falschen Notar wird die Trauung vollzogen, worauf sich \u201eSofronia\u201c sogleich in eine b\u00f6sartige Tyrannin verwandelt. Don Pasquale setzt nun alles daran, sie wieder loszuwerden, was ihm gelingt, indem er seinen Neffen und dessen geliebte Norina einl\u00e4dt, bei ihm einzuziehen, weil \u201eSofronia\u201c keine andere Frau im Hause duldet. Nachdem aufgedeckt wird, da\u00df Sofronia und Norina die gleiche Person sind, erkennt Don Pasquale die Unm\u00f6glichkeit, eine junge Frau f\u00fcr sich zu gewinnen und findet sich mit seinem Schicksal ab.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung verlegt die Zeit der Handlung in die 1920er Jahre. Kost\u00fcme, Requisiten, B\u00fchnenbild und die Einrichtung sind recht konsequent im Stile dieser Epoche gehalten. Videoprojektionen, die Ausschnitte aus Spielfilmen der 20er Jahre zeigen, kommen zum Einsatz. Norina wird als Sekret\u00e4rin dargestellt, Don Pasquale als Chef einer Firma. Die Personenregie h\u00e4lt sich von der Ver\u00e4nderung der Schaupl\u00e4tze abgesehen an die Handlung im Libretto. Der Einsatz der B\u00fchnenbeleuchtung ist pointiert. Zus\u00e4tzlich zu den singenden Akteuren bewegen sich etliche stumme Figuren, beispielsweise Don Pasquales Dienerschaft, \u00fcber die B\u00fchne und beleben das Bild.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orquestra Sinf\u00f3nica Portuguesa spielt seinen Part routiniert und rhythmisch pr\u00e4zise, und auch das Zusammenspiel zwischen S\u00e4ngern und Instrumentalisten war, mit Ausnahme eines Einsatzes Malatestas im ersten Akt, akkurat aufeinander abgestimmt. Die Ensembles waren gut durchh\u00f6rbar. Lediglich das schnelle Duett Malatesta\/Don Pasquale im dritten Akt war dem Tempo her ein wenig zu \u00fcberdreht. Trotz der s\u00e4ngerfreundlichen Akustik des Hauses verschwanden die Stimmen der Solisten ganz vereinzelt im Tutti des Orchesters. Der Chor gestaltete seinen Part dynamisch abwechslungsreich und sicher. Alle Solisten sangen und spielten ihre Partien gut oder sehr sogar gut. Der beste S\u00e4nger des Abends war darstellerisch und stimmlich <strong>Yanni Yannissis<\/strong> in der Rolle des Malatesta. <strong>Jos\u00e9 Fardilha <\/strong>in der Titelrolle spielte seine Partie dezent, ohne \u00dcbertreibung, blieb aber gesanglich ein wenig bla\u00df. Seine Stimme ist nicht sonderlich gro\u00df. <strong>Eduarda Melo<\/strong> als Norina f\u00fcllte ihre Rolle darstellerisch gut aus und besitzt auch das stimmliche Potential f\u00fcr das Belcantofach. Ihre Koloraturtechnik wie auch der Registerausgleich sind solide. Lediglich ein paar hohe, kr\u00e4ftige Eins\u00e4tze im ersten Akt gerieten ein wenig zu schrill. Der Tenor <strong>Mathias Vidal<\/strong> (Ernesto) verk\u00f6rperte und sang seine Rolle sicher, hat aber leider eine recht gaumige Tongebung. <strong>Frederico Santiago<\/strong> in der kleinen Rolle des Notars singt zu unausgeglichen, um gr\u00f6\u00dfere Partien bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung wie auch die musikalische Leistung dieses Abends war insgesamt ordentlich. Unklar bleibt, weshalb die Handlung in die 1920er Jahre verlegt wird. Die Personenregie ist auf viel Bewegung angelegt, ohne allzu zappelig zu werden. Das Publikum war mit der durchweg unterhaltsamen Auff\u00fchrung zufrieden, es gab Gel\u00e4chter und Szenenbeifall. Erw\u00e4hnenswert ist auch noch die au\u00dfergew\u00f6hnliche Spielst\u00e4tte: Das Teatro de S\u00e3o Carlos, ein Haus mit f\u00fcnf R\u00e4ngen und seiner authentischen Einrichtung vom Ende des 18. Jahrhunderts gibt dem Zuschauer einen unverf\u00e4lschten Eindruck davon, wie die Opernh\u00e4user im 19. Jahrhundert aussahen. \u00dcberaus bedauerlich ist, da\u00df wegen der tiefen Finanzkrise, in der sich Portugal derzeit befindet, neben dem <em>Don Pasquale<\/em> in dieser Spielzeit keine weitere Oper in Lissabon gespielt werden wird.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797\u20131848), Opera buffa in drei Akten, Libretto von Giovanni Ruffini und vom Komponisten UA: 3. 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