{"id":4273,"date":"2012-11-10T19:29:21","date_gmt":"2012-11-10T18:29:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4273"},"modified":"2012-11-16T19:31:08","modified_gmt":"2012-11-16T18:31:08","slug":"don-giovanni-pittsburgh-benedum-center","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4273","title":{"rendered":"DON GIOVANNI &#8211; Pittsburgh, Benedum Center"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte<\/p>\n<p>UA: 29. Oktober 1787, Teatro di Praga<\/p>\n<p>Regie: Justin Way, B\u00fchne: Kimm Kovac, Kost\u00fcme: x, Licht: Marcus Dilliard<\/p>\n<p>Dirigent: Antony Walker, Pittsburgh Opera Orchestra, Pittsburgh Opera Choir, Choreinstudierung: Mark Trawka<\/p>\n<p>Solisten: Michael Todd Simpson (Don Giovanni), Wayne Tigges (Leporello), Caitlin Lynch (Donna Anna), Hao Jiang Tian (Komtur), Sean Panikkar (Don Ottavio), Jennifer Holloway (Donna Elvira), Sari Gruber (Zerlina), Joseph Barron (Masetto)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. November 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Pittsburgh-Giovanni.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4274\" title=\"Pittsburgh-Giovanni\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Pittsburgh-Giovanni.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Pittsburgh-Giovanni.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Pittsburgh-Giovanni-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Don Giovanni stellt so ziemlich jeder verf\u00fcgbaren Frau hinterher. Bei seinen Eroberungsz\u00fcgen und der nachtr\u00e4glichen Festhaltung seiner Erfolge geht ihm der Diener Leporello zur Hand. Doch bei Donna Anna f\u00e4hrt der Vater dazwischen, den Don Giovanni im Duell t\u00f6dlich verletzt. In der Folge verl\u00e4\u00dft ihn das Gl\u00fcck: Donna Anna und ihr Geliebter Don Ottavio, das b\u00e4uerliche Brautpaar Zerlina und Masetto sowie seine ehemalige Geliebte Donna Elvira machen sich auf die Jagd nach dem Frauenheld. Kann sich Don Giovanni zun\u00e4chst den Zugriffen noch entziehen, bezahlt er am Ende f\u00fcr sein Treiben mit dem Leben und f\u00e4hrt zur H\u00f6lle.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Oper ist in einem abgetrennten Halbkreis angesiedelt, der sich doppelt deuten l\u00e4\u00dft: Zum einen erinnert er an die Stierkampf-Arenen in der Gegend, in der die Oper spielt. Gerade die H\u00e4userwand mit einer zus\u00e4tzlichen Balustrade erinnert aber auch an einfacheres Theater, was an die urspr\u00fcngliche Herkunft des Don Juan-Stoffs erinnern soll. Die Unterhaltungen von Don Giovanni und Leporello spielen vor einer Wand, welche den Protagonisten die Wahl l\u00e4\u00dft, ob sie dahinter liegende B\u00fchne f\u00fcr die n\u00e4chste Szene durch die mit \u201aSonne\u2018 \u00fcberschriebene T\u00fcr betreten wollen oder ob sie die \u201aSchatten\u2018-T\u00fcr w\u00e4hlen. In verworrenen Situationen werden zus\u00e4tzliche S\u00e4uleng\u00e4nge herabgefahren, so da\u00df den Protagonisten zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten einger\u00e4umt werden, ihr Versteckspiel zu betreiben.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die gesamte Handlung wird von der Hauptfigur dominiert. Und so ist dann auch <strong>Michael Todd Simpson <\/strong>(Don Giovanni) der zentrale Fixpunkt dieser Auff\u00fchrung: Ein Bariton mit kraftvollem Volumen, der scheinbar m\u00fchelos frei erklingt. Zudem gibt er einen beeindruckenden Schauspieler, nur die Fecht-Szene zu Beginn kann auch er nicht retten. Doch sonst spielt er den Strippenzieher und dominiert seine Gegen\u00fcber szenisch und musikalisch. Einzig zu kritisieren ist der teilweise zugerufene Ton in <em>Fin ch\u2019han dal vino \u2013 Froh zu dem Feste<\/em>. Daf\u00fcr ist <em>Deh, vieni alla finestra \u2013 Komm ans Fenster <\/em>mit wunderbar freier Stimme und langer Linienf\u00fchrung ein Hochgenu\u00df: Einer der wenigen Momente, in denen das gesamte Auditorium keinen Ton von sich gibt. \u00c4hnlich sein Diener <strong>Wayne Tigges <\/strong>(Leporello): In seinem dunkel gef\u00e4rbten, breit gef\u00fchrten Klang kann man die Durchtriebenheit herauszuh\u00f6ren, mit der er zu Werke geht. Besonders im zweiten Akt gibt er so einen standhaften Gegner gegen die deutlich gr\u00f6\u00dfere Gruppe seiner Gegenspieler. Zudem dominiert er auch das Ende musikalisch: Auch wenn zun\u00e4chst die Moral gesiegt hat, so erscheint es nicht unwahrscheinlich, da\u00df sich sein neuer Herr \u00e4hnlichen Spielen hingibt.<\/p>\n<p><strong>Caitlin Lynch <\/strong>(Donna Anna) zeigt im ersten Akt bei <em>Fuggi, crudele, fuggi <\/em>\u2013<em> Flieh, Grausamer <\/em>einen auch in der H\u00f6he klaren Sopran. Leider bekommt sie im zweiten Akt zunehmend Probleme in der H\u00f6he. Bei <em>Non mi dir, bell\u2019idol mio \u2013 Sag nicht, mein Geliebter <\/em>h\u00f6rt man doch deutliche Intonationsprobleme. <strong>Jennifer Holloway <\/strong>(Donna Elvira) startet mit sehr d\u00fcnnen Ton, wird bei <em>Ah, fuggi il traditor \u2013 Flieht den Verr\u00e4ter<\/em> dann aber deutlich dramatischer, ohne lamentierenden Gehalt einzub\u00fc\u00dfen. Im weiteren Verlauf der Oper zeigt sie dann eine sehr solide Leistung. <strong>Sari Gruber <\/strong>(Zerlina) beh\u00e4lt leider \u00fcber die gesamte Oper einen sehr d\u00fcnnen Ton bei und macht sich damit zum hilflosen Opfer von Don Giovanni.<\/p>\n<p><strong>Sean Panikkar <\/strong>(Don Ottavio) gibt einen glaubw\u00fcrdigen Liebhaber mit strahlend-juvenilem Klang. Besonders bei <em>Dalla sua pace \u2013 Von ihrem Frieden <\/em>\u00fcberzeugt, wo er trotz Zur\u00fccknahme ins Pianissimo eine enorme Tragf\u00e4higkeit der Stimme zeigt. <strong>Hao Jiang Tian <\/strong>(Komtur) fehlt leider das Klangvolumen, um wirklich furchteinfl\u00f6\u00dfend auf der B\u00fchne zu wirken. <strong>Joseph Barron <\/strong>(Masetto) stellt einen wunderbaren Bauern mit dunkel gef\u00e4rbtem Klang dar.<\/p>\n<p>Das <strong>Pittsburgh Opera Orchestra <\/strong>unter der Leitung von <strong>Antony Walker <\/strong>beschr\u00e4nkt sich zumeist auf die Rolle des soliden Begleiters. Nur an wenigen Stellen vernimmt man das Orchester eigenst\u00e4ndig und mit Spielfreude. Schade, da einige Stellen durchaus eindringlich gestaltet sind und gro\u00dfes Potential andeuten: Etwa die Begleitung zu Leporellos erster Arie oder die H\u00f6llenfahrt Don Giovannis.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00a0Regie schafft es immer wieder, \u00fcberraschende Momente und unvorhersehbare Entwicklungen in das B\u00fchnengeschehen einzubauen: Das Publikum am\u00fcsiert sich hervorragend und quittiert vieles mit gro\u00dfer Heiterkeit. In Verbindung mit der musikalischen Leistung \u2013 vor allem der Titelfigur und seines Dieners &#8211; ein unterhaltsamer Opernabend!<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: David Bachman<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Leporello (Michael Todd Simpson), Don Giovanni (Wayne Tigges)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte UA: 29. 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