{"id":4268,"date":"2012-11-12T11:24:04","date_gmt":"2012-11-12T10:24:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4268"},"modified":"2012-11-22T16:54:44","modified_gmt":"2012-11-22T15:54:44","slug":"hansel-und-gretel-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4268","title":{"rendered":"H\u00c4NSEL UND GRETEL &#8211; Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenspiel in drei Bildern, Libretto: Adelheid Wette, UA: 23. Dezember 1893 Weimar, Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: Ewa Teilmans, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Andreas Becker<\/p>\n<p>Dirigent: Kazem Abdullah und das Sinfonieorchester Aachen<\/p>\n<p>Solisten: Hr\u00f3lfur Saemundsson (Peter Besenbinder), Irina Popova (Gertrud), Camille Schnoor (Gretel), Maria Hilmes (H\u00e4nsel), Sanja Radisic (Knusperhexe), Carla Hussong (Sandm\u00e4nnchen), Foteini-Niki Grammenou (Taum\u00e4nnchen)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. November 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Aachen-Haensel1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4271\" title=\"Aachen-Haensel\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Aachen-Haensel1.gif\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Aachen-Haensel1.gif 233w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Aachen-Haensel1-199x300.gif 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4nsel und Gretel sind Kinder armer Leute. Ihre Mutter schickt sie in den Wald, um Erdbeeren zu sammeln. Dort verirren sich die Geschwister und finden das Haus der Knusperhexe. Die Hexe sperrt die Kinder ein und plant, sie zu verspeisen. Doch die Geschwister \u00fcberlisten sie und schupsen sie in den Ofen. Danach befreien sie viele andere Kinder, die von der Hexe zuvor gefangen genommen und verzaubert wurden. In diesem Moment erscheinen die Eltern, die nach ihren Kindern gesucht hatten und die Familie ist wieder gl\u00fccklich vereint.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Bild zeigt die B\u00fchne das Haus der Familie, das aus einem gro\u00dfen Bretterkasten besteht, in dem die M\u00f6bel aufeinandergestapelt sind. Gretel hat Z\u00f6pfe und tr\u00e4gt ein gr\u00fcnes Baby Doll-Kleid mit rosa Strickjacke dar\u00fcber, H\u00e4nsel erscheint mit rotem Struwwelkopf, kurzer Hose und blauer Sportjacke. Der Wald besteht aus Holzverschl\u00e4gen, auf denen Baumattrappen stehen, die mit gr\u00fcnem Licht angestrahlt werden. Das Sandm\u00e4nnchen schwebt in silbernem Anzug auf einem Kornleuchter herab, das Taum\u00e4nnchen tr\u00e4gt ein goldenes Kost\u00fcm und eine Gie\u00dfkanne. Beide erinnern an Fabelwesen. Ein Mini-Knusperh\u00e4uschen deutet das Haus der Hexe im dritten Bild an. Im Hintergrund steht ein gro\u00dfer, quadratischer Ofen. Im aufgebauschtem Kleid und pinkfarbener Per\u00fccke sieht die Hexe zun\u00e4chst wie ein Zirkusclown aus, sp\u00e4ter entbl\u00f6\u00dft sie ein schwarzes Fetzenkleid und graue Haarstr\u00e4hnen, was an eine Horrorfigur erinnert.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Vom ersten Moment an leitet <strong>Kazem Abdullah<\/strong> das Orchester souver\u00e4n durch den Abend. Zwar manchmal etwas zu laut, daf\u00fcr aber mit einem satten Klang und langsam aufbauendem Crescendo. In der Ouvert\u00fcre dirigiert er die langsame Steigerung des Abendsegenmotivs sehr and\u00e4chtig. <strong>Camille Schnoor<\/strong> (Gretel) und <strong>Maria Hilmes<\/strong> (H\u00e4nsel) sind sowohl gesanglich als auch schauspielerisch gut aufeinander abgestimmt. <strong>Schnoors <\/strong>Sopran ist warm und wirkt sehr dynamisch durch die Resonanz der Bruststimme. In den H\u00f6hen schwillt ihre Stimme zu einem massigen Klang an, die verspielten <em>tralas<\/em> in <em>Br\u00fcderchen, komm tanz mit mir<\/em> im ersten Bild bringt sie geschmeidig und flink heraus, was auch die Rolle des verspielten M\u00e4dchens untermalt. <strong>Hilmes<\/strong> singt dagegen sehr geradlinig und klar. Durch ihren akzentuierten und manchmal lautmalerischen Gesang (Jauchzen etc.) kann sie das burschikose Wesen H\u00e4nsels gut vermitteln. Ihr k\u00fchler, silbrig schimmernder Sopran erg\u00e4nzt sich in den Duetten mit Schnoors warmem Timbre, was besonders im <em>Abendsegen<\/em> im zweiten Bild einen sehr dichten und intimen Klang erzeugt. Witzige Akzente setzt <strong>Hr\u00f3lfur Saemundsson<\/strong> (Peter), der w\u00e4hrend seines ersten Auftritts durch die erste Reihe des Zuschauerraums schreitet und einigen Leuten einen Schluck aus seiner Schnapsflasche anbietet. Sein scheppernder Bariton hat ein tenorales Gepr\u00e4ge und verleiht ihm etwas Warmherziges. Die Tonspr\u00fcnge des <em>ralala <\/em>in der dritten Szene gelingen ihm rhythmisch pr\u00e4zise und mit festem Stimmansatz harmonisch genau. <strong>Irina Popova<\/strong> (Gerda), die verzweifelte Mutter, hat einen klirrenden Sopran mit gro\u00dfem Volumen, der an manchen Stellen zum Tremolo neigt. Bei <em>Marsch fort in den Wald <\/em>l\u00e4\u00dft sie ihre Stimme in den H\u00f6hen hysterisch schwingen, in den Tiefen wechselt sie in die Bruststimme und klingt eindringlich. Bemerkenswert ist auch <strong>Sanja Radisic<\/strong> (Knusperhexe), die mit ihrem dunklen, schweren Mezzosopran die Hexe sehr lebendig pr\u00e4sentiert. In <em>Hokuspokus<\/em> des dritten Bild zieht sie die T\u00f6ne in die L\u00e4nge und umspielt sie lautmalerisch durch Fl\u00fcstern, Kichern und Jauchzen, was sehr geheimnisvoll wirkt. <strong>Foteini-Niki Grammenou<\/strong> und <strong>Carla Hussong<\/strong> (beide Sandm\u00e4nnchen) k\u00f6nnen ebenfalls durch ihre lyrischen, glockenklaren Sopranstimmen \u00fcberzeugen, die ihren Rollen als Fabelwesen etwas Himmlisches verleihen. Der Kinderchor am Ende singt sehr koordiniert, wird aber leider vom Orchester stark \u00fcbert\u00f6nt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfartig sind das phantasievolle B\u00fchnenbild und die m\u00e4rchenhaften Kost\u00fcme: man wird tats\u00e4chlich in die Geschichte hineingezogen. Die Musik rundet den Abend ab. Camille Schnoor und Maria Hilmes sind kaum zu \u00fcbertreffen. Dazu kommt die schauspielerische Leistung insgesamt und besonders Sanja Radisi\u0107 ist daf\u00fcr zu loben. F\u00fcr die drei S\u00e4ngerinnen und Hr\u00f3lfur Saemundsson spendet das Publikum besonders begeisterten Applaus.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild von: Ludig Koerfer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Maria Hilmes (H\u00e4nsel), Camille Schnoor (Gretel)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenspiel in drei Bildern, Libretto: Adelheid Wette, UA: 23. 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