{"id":4263,"date":"2012-11-11T21:36:52","date_gmt":"2012-11-11T20:36:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4263"},"modified":"2012-11-22T16:55:22","modified_gmt":"2012-11-22T15:55:22","slug":"medea-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4263","title":{"rendered":"MEDEA &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Zu seinem 100 Jahre Jubil\u00e4um hat das Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es in Paris eine Medea Trilogie auf sein\u00a0 Programm gesetzt. Es kommen dabei zur Auff\u00fchrung:<\/p>\n<p>Marc Antoine Charpentiers <strong><em>M\u00e9d\u00e9e<\/em> <\/strong>(1692) im Oktober, Pascal Dusapins <strong><em>Medea<\/em> <\/strong>(1992), nach einem Text von Heiner M\u00fcller, im November und Luigi Cherubinis <strong><em>M\u00e9d\u00e9e<\/em> <\/strong>(1797) im Dezember<\/p>\n<p>Oper von Pascal Dusapin, Text von Heiner M\u00fcller (<em>Medeamaterial<\/em>). UA.: 13. M\u00e4rz 1992, Th\u00e9\u00e2tre de La Monnaie, Br\u00fcssel<\/p>\n<p>Balletversion (2007) des Grand Th\u00e9\u00e2tre du Luxembourg<\/p>\n<p>K\u00fcnstlerische Leitung, Choreographie, Regie, Video: Sasha Waltz,\u00a0 B\u00fchne: Pia Maier Schriever, Thomas Schenk, Heike Schuppelius, Kost\u00fcme: Christine Birkle,\u00a0 Licht: Thilo Reuther Dramaturgie: Jochen Sandig, Yoreme Waltz<\/p>\n<p>Dirigent: Marcus Creed , Akademie f\u00fcr Alte Musik Berlin, Vokalconsort Berlin, Sacha Waltz &amp; Guests<\/p>\n<p>Solisten: Caroline Stein (Medea), Claudia Bertz, Vier Stimmen der Medea: Ulrike Barth (Sopran), Anne-Kristin Zschunke (Mezzosopran), Kerstin St\u00f6cker (Alt)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. November 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Paris-Medea.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4265\" title=\"Paris-Medea\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Paris-Medea.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Paris-Medea.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Paris-Medea-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Inhalt des Medea Mythos ist wohl hinl\u00e4nglich bekannt.<\/p>\n<p><strong>Ballet<\/strong><\/p>\n<p>Sasha Waltz\u2019 Choreographie ist inspiriert und abwechsungsreich. Das Ballet, meist in Bewegung, oft sehr ausdrucksvoll, manchmal in sch\u00f6nen statischen Bildern, tanzt auf einer v\u00f6llig leeren, meist halbdunklen B\u00fchne. Verschiedentlich kommt das tierhaft Barbarische oder Magische der Hauptperson zum Ausdruck. Zu Anfang ein sehr wirkungsvoll gegen den Hintergrund projiziertes Video eines antik wirkenden Frieses, l\u00f6st sich langsam in Bewegung auf. Die Kost\u00fcme sind unscheinbare, farblose, weite R\u00f6cke, Blusen, Hosen oder Kittel. Sasha Waltz ist in Europa als Opernchoreographin bekannt und anerkannt, dennoch k\u00f6nnte man sich im Falle <em>Medea<\/em> die Frage stellen, ob sich der Zuh\u00f6rer\/Zuschauer nicht ohne Ballet besser auf die Musik h\u00e4tte konzentrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Oper<\/strong><\/p>\n<p>Medea, in weitem schwarzen Kleid mit schwarzer Per\u00fccke, geht oder steht allein, nur vereinzelt wird sie in das Ballet miteinbezogen. Dabei singt sie Dialoge mit den unsichtbaren Stimmen Jasons oder der Amme, mit ihren eigenen vier Stimmen oder mit dem Chor, wobei letztere unten im Orchestergraben angesiedelt sind. Meist aber macht sie ihrer Wut in einsamen\u00a0 wild-dramatischen Monologen Luft.<\/p>\n<p>Das Orchester besteht aus Streichern, Orgel und Cembalo.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Caroline Stein<\/strong> singt beeindruckend die sehr schwierige Titelpartie. Ihr kraftvoller Koloratursopran wird vom tiefen bis in die ganz hohen Lagen in Anspruch genommen. Und weder ihr eher verhaltenenes Spiel noch die Orchesterpartitur, sondern dieser Stimmumfang gibt ihr jenen Furiencharakter, den die Rolle erfordert. <strong>Pascal Dusapins<\/strong> ganz pers\u00f6nlicher musikalischer Stil, urspr\u00fcnglich von Iannis Xenakis und\u00a0 Edgar Var\u00e8se beeinflu\u00dft, ergibt eine monotone, wenn auch durch Wiederholungen fast besessene Orchesterbegleitung. <strong>Die vier Solisten<\/strong> und der <strong>Chor<\/strong> schaffen ein wirkungsvolles Responsorium. <strong>Die Akademie<\/strong> unter der Leitung von <strong>Marcus Creed<\/strong> bestreitet glaubhaft das f\u00fcr sie ungewohnte Repertoire.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das <strong>Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es<\/strong> feiert 2012 sein 100j\u00e4hriges Bestehen. Als eine der ersten Auff\u00fchrungen wurde dort vor einem Jahrhundert, Strawinskys <em>Le Sacre du Printemps <\/em>durch<em> <\/em>Diaghilews <em>Ballet russe<\/em> uraufgef\u00fchrt. Die Auff\u00fchrung l\u00f6ste einen Skandal aus. Vielleicht in Anlehnung daran brachte das Theater nun Sasha Waltz\u2019 Balletversion der <em>Medea<\/em>-Oper des zeitgen\u00f6ssischen franz\u00f6sischen Komponisten Pascal Dusapin, nach einem Text von Heiner M\u00fcller. Diese Kurzoper war urspr\u00fcnglich als Gegenst\u00fcck zu Henry Purcells ebenfalls sehr kurzen Oper <em>Dido and Aeneas <\/em>gedacht.<em> <\/em>Doch von dieser Gemeinsamkeit sind nur das \u201eBarock\u201c-Orchester und eine gewisse \u00c4hnlichkeit der beiden antiken Mythen \u00fcbriggeblieben. Sonst ist das Werk, im Einklang mit Heiner M\u00fcllers Gedicht, \u201egrausam modern\u201c. Die diesj\u00e4hrige Auff\u00fchrung kam in Zusammenarbeit mit dem Grand Th\u00e9\u00e2tre du Luxembourg, der Staatsoper unter den Linden und der Akademie f\u00fcr Alte Musik, Berlin, zustande und ist Teil der Feierlichkeiten zum 25j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Freundschaftsvertrages zwischen Paris und Berlin.<\/p>\n<p>Die Oper\u00a0 fand beim Publikum einhellig gro\u00dfen Anklang.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Sebastian Bolesch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Medea, umringt von T\u00e4nzern<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu seinem 100 Jahre Jubil\u00e4um hat das Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es in Paris eine Medea Trilogie auf sein\u00a0 Programm gesetzt. 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