{"id":4259,"date":"2012-11-09T21:23:10","date_gmt":"2012-11-09T20:23:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4259"},"modified":"2012-11-22T16:56:50","modified_gmt":"2012-11-22T15:56:50","slug":"simon-boccanegra-chicago-civic-opera-house","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4259","title":{"rendered":"SIMON BOCCANEGRA &#8211; Chicago, Civic Opera House"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach Antonio Garc\u00eda Guti\u00e9rrez.<\/p>\n<p>UA: 12. M\u00e4rz 1857 Venedig, revidierte Fassung: 24. M\u00e4rz 1881, Mailand<\/p>\n<p>Regie: Elijah Moshinsky, Kost\u00fcme: Peter J. Hall, B\u00fchne: Michael Yeargan, Licht: Duane Schuler, Choreinstudierung: Martin Wright<\/p>\n<p>Dirigent: Sir Andrew Davis, Lyric Opera Orchestra, Lyric Opera Choir<\/p>\n<p>Solisten: Thomas Hampson (Simon Boccanegra), Ferruccio Furlanetto (Jacopo Fiesco), Krassimira Stoyanova (Amelia Grimaldi), Quinn Kelsey (Paolo Albiani), Evan Boyer (Pietro), Frank Lopardo (Gabriele Adorno), J\u2019Nai Bridges (Magd Amelias), Bernard Holcomb (Hauptmann der Armbrustsch\u00fctzen)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. November 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Chicago-Boccanegra.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4260\" title=\"Chicago-Boccanegra\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Chicago-Boccanegra.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"251\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Chicago-Boccanegra.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Chicago-Boccanegra-300x215.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Korsar Simon Boccanegra wird vom Volk zum neuen Dogen von Genua gew\u00e4hlt, w\u00e4hrend er feststellen mu\u00df, da\u00df seine Geliebte Maria, die Tochter des Patrizier Fiesco, tot ist und die gemeinsame Tochter entf\u00fchrt. 25 Jahre sp\u00e4ter findet er diese in Amelia Grimaldi wieder, die in Gabriele Adorno verliebt ist. Dieser ist in einer Verschw\u00f6rung gegen den Dogen involviert, der sich neben Fiesco bald auch \u00a0enge Vertraute Boccanegras anschlie\u00dfen. Einem von ihnen, Paolo, gelingt es, Boccanegra mit einem Getr\u00e4nk zu vergiften, w\u00e4hrend dieser heftig mit sich ringt: Soll seine Tochter jemanden heiraten, der als Verr\u00e4ter gegen ihn bekannt ist? Als Adorno entdeckt, da\u00df Boccanegra der Vater seiner Geliebten ist, schlie\u00dft er sich diesem im Kampf gegen die Verschw\u00f6rer an und besiegt sie. Der Aufstand ist niedergeschlagen, Boccanegra liegt im Sterben. Er vers\u00f6hnt sich mit Fiesco, als er ihm seine Enkelin Amelia zeigt. Anschlie\u00dfend spendet er dem jungen Paar den Segen und ernennt Adorno zum neuen Dogen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Vor Beginn der Oper soll ein Renaissance-Fresko als Vorhang die Zuh\u00f6rer in die Zeit der Handlung versetzen. Zu Beginn von Prolog und Oper betonen Wasseranimationen die Vergangenheit Boccanegras als Korsar. Der Aufbau der B\u00fchne ist in den verschiedenen Akten relativ gleichaussehend: Auf der linken Seite verl\u00e4uft eine doppelte S\u00e4ulenreihe. Dazu kreieren verschiedene Wandelemente unterschiedliche R\u00e4ume: Die Au\u00dfenszenen finden auf beschr\u00e4nktem Raum statt, Graffiti an der Wand zeigen die Unterst\u00fctzung des Volkes f\u00fcr den Dogen und die Ablehnung gegen\u00fcber den Patriziern. Der aristokratische Sitzungssaal ist hingegen gro\u00df und \u00fcppig ausgestattet. Diese optischen Eindr\u00fccke werden durch die historischen Kost\u00fcme noch verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Eine exzellente S\u00e4ngerleistung des gesamten Ensembles! <strong>Thomas Hampson <\/strong>(Simon Boccanegra) gibt im Prolog den juvenilen Helden mit strahlend hellem Klang, ohne an Beweglichkeit einzub\u00fc\u00dfen. Ein wahrer Genu\u00df ist seine Erz\u00e4hlung von der Entf\u00fchrung seiner Tochter. Im weiteren Verlauf zeigt er alle Facetten seines K\u00f6nnens: Klangvolumen gepaart mit eindrucksvollen lyrischen Linien, aber auch zur\u00fcckhaltende Momente gelingen hevorragend: Ein Beispiel ist die Szene, in der der Korsar seinen Todestrank zu sich nimmt. <strong>Krassimira Stoyanova <\/strong>(Amelia Grimaldi) \u00fcberzeugt mit gro\u00dfartig langen Linien, in die selbst absolute Spitzent\u00f6te problemlos eingebunden werden, ohne grell zu klingen: Voll und warm ist ihr Klang. Besonders wei\u00df sie im Duett des ersten Aktes mit Simon Boccanegra zu gefallen, wo ihr der Wechsel durch alle dynamischen Abstufungen gelingt.<\/p>\n<p><strong>Ferruccio Furlanetto <\/strong>(Jacopo Fiesco) zeigt im Prolog seine Verzweiflung mit dunkel timbrierter Stimme und schmaler Klangf\u00fchrung:beeindruckend der Gegensatz zur vers\u00f6hnenden Schlu\u00dfszene, wo er seine Partie mit deutlich freierem Ton gestaltet, der trotz eindrucksvollem Klangvolumen nicht au\u00dfer Kontrolle ger\u00e4t. <strong>Quinn Kelsey <\/strong>(Pietro) \u00fcberzeugt ebenso mit klanggewaltiger, dunkel timbrierter Stimme und gibt so einen furchteinfl\u00f6\u00dfenden B\u00f6sewicht. <strong>Frank Lopardo <\/strong>(Gabriele Adorno) gelingen eindrucksvolle Wechsel zwischen kraftvollen und zur\u00fcck genommenen Momenten, wobei man nie das Gef\u00fchl hat, er w\u00fcrde seine Stimme unkontrolliert f\u00fchren. Diese Wandelf\u00e4higkeit kommt ihm vor allem im zweiten Akt zugute, wo er sehr eindrucksvoll seine Zerrissenheit zwischen seiner Liebe und der Teilnahme an der Verschw\u00f6rung darstellen kann.<\/p>\n<p>Das <strong>Lyric Opera Orchestra <\/strong>unter dem Dirigat von <strong>Andrew Davis <\/strong>gibt bis in den zweiten Akt hinein den pr\u00e4zisen, doch unauff\u00e4lligen Begleiter zum Geschehen auf der B\u00fchne. Im dritten Akt erklingt es dann zur Vers\u00f6hnung von Boccanegra und Fiesco auch mal deutlich klangvoller aus dem Orchestergraben. Rundum ein solides Fundament f\u00fcr die S\u00e4nger.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfartige S\u00e4ngerleistung und eine spannende Inszenierung, die es immer wieder schafft, eindrucksvolle Bilder ohne jegliche Vorhersehbarkeit zu kreieren. Ein gro\u00dfartiger Boccanegra!<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Dan Rest<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Simon Boccanegra (Thomas Hampson), Quinn Kelsey (Pietro, von links)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach Antonio Garc\u00eda Guti\u00e9rrez. UA: 12. M\u00e4rz 1857 Venedig, revidierte Fassung: 24. M\u00e4rz 1881, Mailand Regie: Elijah Moshinsky, Kost\u00fcme: Peter J. 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