{"id":4250,"date":"2012-11-03T18:30:29","date_gmt":"2012-11-03T17:30:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4250"},"modified":"2012-11-04T18:32:18","modified_gmt":"2012-11-04T17:32:18","slug":"iphigenie-en-aulide-iphigenie-in-aulis-stuttgart-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4250","title":{"rendered":"IPHIG\u00c9NIE EN AULIDE \u2013 IPHIGENIE IN AULIS &#8211; Stuttgart, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von \u00a0Christoph Willibald Gluck, Trag\u00e9die-opera in drei Akten, Libretto: Marie Francois Louis Gand-Leblanc Bailli du Roullet nach Jean Baptiste Racine, UA: 19. April 1774, Paris, Op\u00e9ra, Palais Royal<\/p>\n<p>Regie: Andrea Moses B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christian Wiehle<\/p>\n<p>Dirigent: Christoph Poppen und das Opernorchester Stuttgart<\/p>\n<p>Solisten: Shigeo Ishing (Agamemnon), Hadar Hal\u00e9vy (Klytemnestra), Mandy Fredrich (Iphigenie), Avi Klemberg (Achill), Ronan Collett (Kalchas), Kai Preu\u00dfler (Arkas), Adam Cioffari (Patroklos)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 01. November 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Stuttgart-Iphigenie.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4251\" title=\"Stuttgart-Iphigenie\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Stuttgart-Iphigenie.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"249\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Stuttgart-Iphigenie.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Stuttgart-Iphigenie-300x213.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Um den Krieg zu gewinnen, soll K\u00f6nig Agamemnon seine Tochter Iphigenie der G\u00f6ttin Diana opfern. Da er dazu nicht in der Lage ist, versucht er Iphigenie von Aulis fernzuhalten, indem er das Ger\u00fccht verbreitet, ihr Geliebter Achilles sei untreu. Doch dieser kann Iphigenie von seiner Liebe \u00fcberzeugen. Die Griechen fordern ihren Tod. Der K\u00f6nig ist hin- und hergerissen, kann seine Tochter aber nicht umbringen. Um den Vater zu entlasten, entschlie\u00dft sich Iphigenie, freiwillig zu sterben. Achilles versucht sie zu retten. Kurz darauf verk\u00fcndet Kalchas, da\u00df Diana auf das Opfer verzichtet. Agamemnon vereint das Liebespaar und die Griechen preisen die G\u00f6ttin.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne steht ein Rohholzbau, der mit transparenten Folien \u00fcberzogen ist und ein spitzes Dach hat. Das Ganze erinnert an ein Gew\u00e4chshaus. Im dritten Akt wird eine Guillotine in der Mitte der B\u00fchne aufgebaut, die Iphigenies Opfertod andeutet. Im Vordergrund stehen Schreibtischst\u00fchle und ein Tisch. Agamemnon tr\u00e4gt einen Nadelstreifenanzug wie ein Gesch\u00e4ftsmann. Alle m\u00e4nnlichen Darsteller tragen knielange R\u00f6cke \u00fcber ihren Hosen. Iphigenies Kleidung ist bunt: sie tr\u00e4gt einen Flickenmantel und t\u00fcrkisfarbene Str\u00fcmpfe, sp\u00e4ter ein wei\u00dfes Hochzeitskleid an. Klytemnestra erscheint in Lederjacke und Bleistiftrock in schwarz.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Christoph Poppen<\/strong> dirigiert das Orchester w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre in einem schreitenden Andante. In den Sechzehntell\u00e4ufen zieht er das Tempo zu einem m\u00e4\u00dfigen Allegro an. <strong>Shigeo Ishings<\/strong> (Agamemnon) Auftritt ist der erste H\u00f6hepunkt des Abends. Sein Ba\u00dfbariton verf\u00fcgt \u00fcber eine samtige und substanzreiche Tiefe, sowie eine gl\u00e4nzende H\u00f6he. Im ersten Akt zeigt er die Zerrissenheit seiner Rolle in der Arie <em>Diana impittoyable<\/em> \u2013 <em>Erbarmungslose Diana<\/em>: im sotto voce fleht er leise die G\u00f6tter an, beherrscht aber ebenso die lauten T\u00f6ne, indem er seine Stimme zu einem bedrohlichen Donnern anschwellen l\u00e4\u00dft. <strong>Ronan Collets<\/strong> (Kalchas) stimmliche Qualit\u00e4t ist nicht differenziert genug. Sein Gesang ist meist zu laut, am Ende des dritten Aktes wirkt sein knarrender Bariton fast schon dr\u00f6hnend. Erw\u00e4hnenswert ist auch der Stuttgarter Opernchor. Besonders der Frauenchor singt im zweiten Akt sehr legato, so da\u00df sich die einzelnen Stimmen gut aneinander anschmiegen. Auch im gemischten Chor ist die Intonation durch den ausgewogenen Klang der Stimmlagen ein wahrer Genu\u00df. Nur das Zusammenspiel mit dem Orchester ist an manchen Stellen holprig. Die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung des Abends ist <strong>Mandy Fredrich<\/strong> (Iphigenie), die ihr Debut in Stuttgart gibt. Ihr schmelzender Sopran ist sehr hell gef\u00e4rbt und hat ein lyrisches Timbre. In der Air <em>Par la crainte et par l\u2018esp\u00e9rance<\/em> \u2013 <em>Bald von Furcht und bald von Hoffen<\/em> gelingen ihr die Stimmungswechsel zwischen Verzweiflung und Hoffnung stimmlich sehr gut. Die hohen T\u00f6ne haucht sie zart an und bleibt auch in den schnelleren Partien rhythmisch genau. Ein \u00e4hnlich helles und lyrisches Timbre hat der Tenor <strong>Avi Klemberg<\/strong> (Achill), der f\u00fcr die erkrankte Hauptbesetzung eingesprungen war. In den mittleren Lagen klingt seine Stimme manchmal etwas d\u00fcnn und kehlig, in den H\u00f6hen strahlt sein Tenor aber \u00fcppiger. <strong>Hadar Hal\u00e9vy<\/strong> (Klytemnestra) hat ein flatterndes Vibrato in der Stimme, das im ersten Akt stark zum tremolo neigt und ihren Mezzo verdunkelt. Ab dem zweiten Akt bessert sich dies. In der Arie <em>Dieux puissans que j\u2019atteste \u2013 Ich nehm euch ihr G\u00f6tter zu Zeugen<\/em> l\u00e4\u00dft sie ihre Stimme dramatisch an- und abschwellen und beherrscht auch das messa di voce (Ausschicken der Stimme) hervorragend.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt ist die Inszenierung\u00a0 parodistisch und setzt kom\u00f6diantische Akzente, pa\u00dft aber nicht zur tragischen Handlung der Oper. Das gl\u00fcckliche Ende wird von der Regie in Frage gestellt, denn Iphigenie und Agamemnon brechen beim Tanz mit ihren Partnern geschw\u00e4cht zusammen.<\/p>\n<p>Von einigen stimmlichen Schw\u00e4chen abgesehen ist die Musikdarbietung zu loben, allen voran Mandy Fredrichs in ihrem Auftritt. Auch das Publikum sieht das so: aus den vorderen Reihen bekommt sie einen Blumenstrau\u00df zugeworfen.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: A.T. Schaefer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Adam Cioffari (Patroklos), Mandy Fredrich (Iphigenie), Avi Klemberg (Achill), Shigeo Ishino (Agamemnon), Hadar Hal\u00e9vy (Klyt\u00e4mnestra), Staatsopernchor Stuttgart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von \u00a0Christoph Willibald Gluck, Trag\u00e9die-opera in drei Akten, Libretto: Marie Francois Louis Gand-Leblanc Bailli du Roullet nach Jean Baptiste Racine, UA: 19. 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