{"id":4245,"date":"2012-11-02T20:16:45","date_gmt":"2012-11-02T19:16:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4245"},"modified":"2012-11-02T20:16:45","modified_gmt":"2012-11-02T19:16:45","slug":"norma-bonn-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4245","title":{"rendered":"NORMA &#8211; Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Vincenzo Bellini (18018-1835), lyrische Trag\u00f6die in zwei Akten, Libretto: Felice Romani, UA: 26. Dezember 1831 Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Florian Lutz, B\u00fchne: Martin Kukulies, Kost\u00fcme: Mechthild Feuerstein, Licht: Bernd Winterscheid<\/p>\n<p>Dirigent: Robin Engelen, Beethoven Orchester, Chor und Extrachor, Choreinstudierung: Sibylle Wagner,<\/p>\n<p>Solisten: George Oniani (Pollione), Christian H\u00fcbner (Oroveso), Miriam Clark (Norma), Nadia Stefanoff \u00a0(Adalgisa), Daniela Denschlag (Clothilde)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. Oktober 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Bonn-Norma.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4246\" title=\"Bonn-Norma\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Bonn-Norma.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Bonn-Norma.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Bonn-Norma-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung spielt in dem von den R\u00f6mern besetzten Gallien, etwa 50 Jahre vor Christus. Die gallischen Krieger erwarten, da\u00df ihre Priester von G\u00f6ttin Irminsul ein Zeichen erhalten, um einen Kampf gegen die Besatzer zu beginnen. Die Priesterin Norma ist im Zwiespalt, denn seit Jahren hat sie heimlich ein Verh\u00e4ltnis mit dem r\u00f6mischen Prokonsul Pollione und mit dem sie zwei Kinder hat. Doch Pollione hat sich inzwischen in die Novizin Adalgisa verliebt und will mit ihr nach Rom fliehen. Bei einem Zusammentreffen von Norma und Adalgisa bittet Norma Adalgisa\u00a0 ihre beiden Kinder mit nach Rom zu nehmen. Adalgisa m\u00f6chte versuchen, Pollione und Norma wieder zusammen zu f\u00fchren, Pollione lehnt ab. Erbittert gibt nun Norma das Zeichen zum Angriff gegen die R\u00f6mer. Der gl\u00fcckliche Ausgang des Kampfes soll durch ein Opfer beschworen werden. Als Pollione gefangen genommen wird, weil er das Heiligtum der Druiden entehrt hat, soll er geopfert werden. Norma fleht ihn beim Leben ihrer Kinder an, Adalgisa zu entsagen. Er weigert sich. Norma l\u00e4\u00dft einen Scheiterhaufen f\u00fcr eine Priesterin, die das Keuschheitsgel\u00fcbde gebrochen hat,\u00a0 aufrichten. Gefragt nach dem Namen, nennt sie ihren eigenen und opfert sich. Als Pollione die Gro\u00dfmut ihrer Liebe begreift, folgt er ihr auf den Scheiterhaufen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Bevor die Ouvert\u00fcre erklingt kommt eine vom Regisseur hinzugef\u00fcgte Person auf die B\u00fchne, der Intendant, der den Handlungsverlauf in Folge kommentieren wird und gleichzeitig auf seine N\u00f6te und Repressalien eines vom Sparzwang bedrohten Hauses berichtet. <em>Norma <\/em>als die Ausstattungsoper des 19. Jahrhunderts soll sein Haus retten. Schon vor der Ouvert\u00fcre singt Miriam Clark f\u00fcr das Publikum die ber\u00fchmteste Arie der Oper <em>Castra Diva<\/em>. Mit Einsetzen der Ouvert\u00fcre wird (leise!) der Druidenwald in Szene gesetzt. Der als Gallier fungierende Chor ist im Stil der Comic-Figuren Asterix und Obelix ausstaffiert. Oroveso gleicht Miracolix: Z\u00f6pfe, geh\u00f6rnte Helme sind Requisiten. Norma tritt im wei\u00dfen Gewand und blonder Langhaarper\u00fccke als Priesterin auf. Die Szene wirkt bewu\u00dft einfach gehalten, die Musik dominiert die ganze Auff\u00fchrung mit ihrer hervorragenden Umsetzung. Pollione neben seiner Rolle als Liebhaber der Adalgisa, wird auch als Sponsor des Intendanten vorgef\u00fchrt und wechselt im Verlauf seine r\u00f6mische Soldaten-R\u00fcstung mit dem dandyhaften Outfit der Formel 1 Manager Flavio Briatore, Inbegriff des Playboy in Italien. Als R\u00fcckzugsort steht Norma, die sich ganz allt\u00e4glich nach ihrem Priesterdienst umkleidet, eine auf drehbarer B\u00fchne angedeutete Wohnung mit Schminktischen zu Verf\u00fcgung. Ihre Kinder schlafen in einem Koffer, aus dem sie am Ende blut\u00fcberstr\u00f6mt, get\u00f6tet herausfallen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Alle Soli sind luxuri\u00f6s besetzt. Angefangen bei der ihren weichen Sopran klug einsetzenden <strong>Miriam Clark<\/strong> als Norma. Sie gestaltete diese enorme Partei vorbildlich. Ohne zu forcieren beherrschte sie die heiklen Registerwechsel m\u00fchelos. Genauso stilsicher interpretierte die junge Chemnitzerin <strong>Nadja Stefanoff<\/strong> mit substanzreichem Mezzo die nicht wenig anspruchsvolle Partie der Adalgisa. <strong>George Oniani<\/strong> verf\u00fcgte \u00fcber einen weich timbrierten substanzreichen Tenor mit entsprechendem Ambitus, was seiner Rolle des Pollione gut stand. Der profunde und vornehme Ba\u00df von <strong>Christian H\u00fcbner<\/strong> stattete die Rolle des Priesters Oroveso gl\u00e4nzend aus. <strong>Daniela Denschlags<\/strong>\u00a0 Mezzo war f\u00fcr die Clotilde-Partie eine noble Besetzung. Herausragend gut waren die Ch\u00f6re, die auch schauspielerisch einiges zu bieten hatten. Robin Engelen leitete ein ganz im Bellini-Klang schwelgendes Orchester mit gl\u00e4nzenden Bl\u00e4sern (H\u00f6rner!).<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch war diese <em>Norma<\/em>-Auff\u00fchrung ein absoluter Genu\u00df, den man h\u00e4tte so aufnehmen k\u00f6nnen. Die besungenen Gef\u00fchle gingen unter die Haut.\u00a0 Florian Lutz lie\u00df sich als Regisseur die Chance nicht entgehen, die beliebte Oper zu nutzen, um auf die drohenden Sparzw\u00e4nge des Theater Bonns hinzuweisen, indem er seiner in die Handlung\u00a0 eingef\u00fcgten Person des &#8222;Intendanten&#8220; (Schauspieler: Roland Silbernagl)\u00a0 reflektierte Argumente in den Mund legte. Mit Geschick \u00fcberstrapazierte er diese Rolle nicht! \u00a0F\u00fcr Norma-Puristen, die glanzvolle Ausstattung erwarteten, war diese Regiearbeit ein Schlag ins Gesicht, f\u00fcr ein aufgekl\u00e4rtes Publikum war sie fast ein Befreiungsschlag, da endlich auf offener B\u00fchne gesagt wurde, \u00fcber was sich das Publikum auch einmal Gedanken machen sollte.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Chor und Extra-Chor als Comic-Figuren Asterix und Obelix, ausstaffiert mit geh\u00f6rnten Helmen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vincenzo Bellini (18018-1835), lyrische Trag\u00f6die in zwei Akten, Libretto: Felice Romani, UA: 26. 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