{"id":4241,"date":"2012-10-23T18:58:42","date_gmt":"2012-10-23T17:58:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4241"},"modified":"2012-11-22T16:58:07","modified_gmt":"2012-11-22T15:58:07","slug":"tristan-und-isolde-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4241","title":{"rendered":"TRISTAN UND ISOLDE &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865 M\u00fcnchen, Kgl. Hof- und Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Monique Wagemakers, B\u00fchne: Dirk Becker<\/p>\n<p>Dirigent: Marcus Bosch, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Chor und Extrachor, Einstudierung: Tarmo Vaask.<\/p>\n<p>Solisten: Lioba Braun (Isolde), Vincent Wolfsteiner (Tristan), Jochen Kupfer (Kurwenal), Guido Jentjens (K\u00f6nig Marke), Alexandra Petersamer (Brang\u00e4ne), Hans Kittelmann (Melot) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 21. Oktober 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/N\u00fcrnberg-Tristan.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4242\" title=\"N\u00fcrnberg-Tristan\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/N\u00fcrnberg-Tristan.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/N\u00fcrnberg-Tristan.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/N\u00fcrnberg-Tristan-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Ritter Tristan f\u00fchrt die irische Prinzessin Isolde, deren Verlobten Morold er einst im Zweikampf get\u00f6tet hat, seinem Onkel K\u00f6nig Marke von Kornwall als Braut zu. Auf der \u00dcberfahrt nach England verlangt Isolde S\u00fchne f\u00fcr Morolds Tod: Sie fordert Tristan auf, gemeinsam mit ihr Gift zu trinken. Brang\u00e4ne hat jedoch das Gift heimlich gegen einen Liebestrank ausgetauscht. So entbrennen Tristan und Isolde in heftiger Leidenschaft f\u00fcreinander. Isolde heiratet zwar K\u00f6nig Marke, trifft sich aber mit Tristan. Melot verr\u00e4t die Liebenden und verwundet Tristan schwer. W\u00e4hrend Isolde zur\u00fcckbleibt, bringt Kurwenal Tristan nach Kornwall. Isolde eilt ihnen nach, Tristan stirbt jedoch im Moment ihrer Ankunft. Als letzte Konsequenz ihrer Liebe folgt Isolde ihm in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Einen neutralen Eindruck vermittelt das Einheitsb\u00fchnenbild der \u201eModern Art\u201c. Eine Ringscheibe am Boden und an der Decke zeigten eingangs Meer und Himmel. Ein schr\u00e4ger Mast stellt eine Verbindung zu den Seem\u00e4nnern unter Deck dar, die sp\u00e4ter aus den unteren Ringen herauf steigen und mit roten Tauen so hantieren, als ob man segelt. Eine senkrechte kleine Scheibe leuchtet im zweiten Aufzug zun\u00e4chst feuerrot, nach dem Verl\u00f6schen wird sie zum bl\u00e4ulichen Mondgesicht. Ein Zerfall der Scheibensegmente mahnt an das nahende Ende: Tristan umarmt Isolde zu einem formsch\u00f6nen Liebestod.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Es ist unzweifelhaft der Abend der Nebenrollen. Drei Publikumslieblinge sorgen f\u00fcr Rolleninterpretationen auf Weltniveau, wie z.B. in der Rolle des Kurwenal: Der technisch souver\u00e4ne Hausbariton <strong>Jochen Kupfer<\/strong> gl\u00e4nzt mit durchschlagskr\u00e4ftiger baritonaler Mittellage und kann auch in den H\u00f6henlagen \u00fcberzeugen. <strong>Guido Jentjens<\/strong> meistert die Ba\u00dfpartie des K\u00f6nigs Marke durch vollt\u00f6nende Tiefen und sichere H\u00f6hen fast ohne Anstrengung. <strong>Alexandra Petersamer<\/strong> ist eine Brang\u00e4ne mit viel \u00dcberzeugungskraft in der Stimme. Obwohl sie auch \u00fcber ein samtenes Mezzo-Fundament verf\u00fcgt, ist sie eine Empfehlung im dramatischen Sopran-Fach und steht etwas in Konkurrenz zur Isolde. F\u00fcr <strong>Lioba Braun<\/strong> ist dieser Abend der Rollenwechsel von Brang\u00e4ne zu Isolde. Mit facettenreicher, harmonisch-lyrischer, etwas verhaltener Stimme folgt sie Note f\u00fcr Note der Gesangslinie. Das h\u00f6rt sich so sch\u00f6n an wie in einem Lieds\u00e4nger-Konzert. Leider will sich so kein Feuer, kein Liebesgl\u00fchen einstellen. <strong>Vincent Wolfsteiner<\/strong> sang zum ersten Mal den Tristan. Aus guter Mittellage ist sein Tenor stark baritonal ausgerichtet. Dennoch ist er zu Spitzent\u00f6nen f\u00e4hig \u2013 manchmal mit etwas zuviel Kraft oder etwas wackelig \u2013 trotz des gro\u00dfen Striches im zweiten Aufzug ist die Rolle eine Herausforderung. So hielt er sich von Anfang an stark zur\u00fcck, lie\u00df es dabei an stimmlichem Glanz fehlen und die Forderung Wagners <em>immer der Gesangslinie folgen<\/em> konnte er mit zahlreichen Abk\u00fcrzungen nicht immer einhalten. Zum dritten Aufzug lie\u00df er sich wegen einer drohenden Erk\u00e4ltung ansagen, was zu der Frage f\u00fchrt, ob dieses Rollendeb\u00fct zu fr\u00fch kam oder der Stimme gut tut. Der von <strong>Tarmo Vaask<\/strong> einstudierte Chor und Extrachor des Staatstheaters N\u00fcrnberg sang formvollendet und kraftvoll. Der N\u00fcrnberger GMD <strong>Marcus Bosch<\/strong> leitete die Staatsphilharmonie, die seit Christoph Prick \u00fcber reichlich Erfahrung mit Wagner und Romantik verf\u00fcgt. Mit vielen Details musizierte er zun\u00e4chst sehr verhalten, um nach kurzer Ekstase die Leidenschaft wie entseelt wieder verebben zu lassen. In der Zusammenarbeit mit den Solisten lie\u00df er einige Male das Fingerspitzengef\u00fchl vermissen: Oftmals wurden diese zugedeckt und \u00fcberspielt. Nur Sch\u00f6nklang zu produzieren reicht nicht f\u00fcr die Welt der Romantik aus. So hat das Liebesdrama musikalisch nicht wirklich stattgefunden.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die im Wagner-Bereich etwas unerfahrene Monique Wagemakers zeigt einen sehr statischen, fast ber\u00fchrungsfreien und manchmal die Handlung konterkarierenden <em>Tristan<\/em>. Statt dessen setzt sie am Ende der Szene auf gro\u00dfe Posen. Unterst\u00fctzt von einer zwar klangsch\u00f6nen aber wenig gef\u00fchlsorientierten Musik will sich das Liebesdrama einfach nicht einstellen. Das kann die musikalische Leistung nicht schm\u00e4lern und macht deutlich, da\u00df das Staatstheater eine starke Leistung pr\u00e4sentieren kann. Am Ende feiert das Publikum alle Protagonisten (Nebenrollen leicht bevorzugt), f\u00fcr die Regie gibt es auch einige negativere Meinungen.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Im Liebestod vereint, Lioba Braun (Isolde), Vincent Wolfsteiner (Tristan)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865 M\u00fcnchen, Kgl. Hof- und Nationaltheater Regie: Monique Wagemakers, B\u00fchne: Dirk Becker Dirigent: Marcus Bosch, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Chor und Extrachor, Einstudierung: Tarmo Vaask. 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