{"id":424,"date":"2008-11-23T17:53:12","date_gmt":"2008-11-23T15:53:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=424"},"modified":"2008-11-23T17:53:12","modified_gmt":"2008-11-23T15:53:12","slug":"koblenz-theater-der-stadt-ariadne-auf-naxos","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=424","title":{"rendered":"Koblenz, Theater der Stadt &#8211; ARIADNE AUF NAXOS"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864\u20131949); Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel; Libretto: Hugo von Hofmannsthal; UA: 25. Oktober 1912, Hoftheater, Kleines Haus, Stuttgart<br \/>\nRegie\/B\u00fchnenbild: Annegret Ritzel, Kost\u00fcme: Gera Graf, Annegret Ritzel<br \/>\nDirigent: Karsten Huschke, Staatsorchester Rheinische Philharmonie<br \/>\nSolisten: Dirk Diekmann (Haushofmeister), Alexander Polakovs (Musiklehrer), Monica Mascus (Komponist), Ana Rup\u010di\u0107 (Primadonna\/Ariadne), John Charles Pierce (Tenor\/Bacchus), G\u00fcnther Dittrich (Offizier), Gustavo Martin-Sanchez (Tanzmeister), Michael Hamlett (Per\u00fcckenmacher), Marco Kilian (Lakai), Estelle Kruger (Zerbinetta) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 16.11.2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"koblenz-ariadne-auf-naxos.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/koblenz-ariadne-auf-naxos.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"koblenz-ariadne-auf-naxos.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/koblenz-ariadne-auf-naxos.jpg\" \/><\/a>Der reichste Herr von Wien hat viele G\u00e4ste zu einem Opernabend in sein Haustheater eingeladen. Doch nicht nur die Opera seria Ariadne auf Naxos, sondern auch eine Kom\u00f6die soll an diesem Abend aufgef\u00fchrt werden. Der Komponist bangt um die Wirkung seines ernsten St\u00fcckes, wenn Zerbinetta mit ihrer Kom\u00f6diantengruppe direkt im Anschlu\u00df auftritt. Doch damit nicht genug: Der Hausherr l\u00e4\u00dft befehlen, da\u00df beide Werke gleichzeitig dargeboten werden, damit die Auff\u00fchrung rechtzeitig zum Feuerwerk vorbei ist und das Opernszenario der \u201ew\u00fcsten Insel\u201c etwas aufgepeppt wird. Zerbinetta leitet ihre Begleiter an, sich bei der erstbesten M\u00f6glichkeit in die Vorstellung zu mischen. Das Spektakel kann beginnen.<br \/>\nAriadne wurde von ihrem Geliebten Theseus auf einer w\u00fcsten Insel zur\u00fcckgelassen. Sie klagt mit den Nymphen \u00fcber ihre Einsamkeit und erwartet den G\u00f6tterboten Hermes, der sie ins Totenreich geleiten soll. Zerbinetta und ihre Truppe brechen in diese Szene herein und versuchen, Ariadne zu erheitern, doch diese l\u00e4\u00dft sich nicht von ihrer Ansicht abbringen. Pl\u00f6tzlich verk\u00fcndigen die Nymphen die Ankunft des jungen Gottes Bacchus, den Ariadne f\u00fcr den erwarteten Todesboten h\u00e4lt. Sie sinkt schlie\u00dflich in seine Arme, und Zerbinetta ruft h\u00f6hnisch ins Ged\u00e4chtnis, mit ihrem Kommt der neue Gott gegangen Recht behalten zu haben. Schlie\u00dflich m\u00fcndet die Darbietung in das geplante Feuerwerk.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nFamili\u00e4r \u2013 dieses Wort beschreibt wohl am treffendsten die Koblenzer Premiere von Strauss\u2019 Oper. Nur 180 Karten waren \u00fcberhaupt zu erwerben, das Parkett war unbestuhlt und diente als B\u00fchne f\u00fcr die Auff\u00fchrung (s. auch Abb.). Das war deshalb n\u00f6tig, da die eigentliche B\u00fchne nach einem aufwendigen Umbau noch nicht wiederer\u00f6ffnet war. So beobachteten die Zuschauer das Vorspiel der Oper von den R\u00e4ngen aus, das Orchester spielte im Graben; die Pause, die mit 45 Minuten ungew\u00f6hnlich lange dauerte, nutzten die B\u00fchnentechniker zum kompletten Umbau: Das Orchester wurde im hinteren Teil des Parketts positioniert, der Orchestergraben wurde \u00fcberbaut und mit rund 60 St\u00fchlen f\u00fcr die \u201ereichen Wiener G\u00e4ste\u201c (ausgesuchte G\u00e4ste aus dem Publikum) ausger\u00fcstet, dazwischen und von den R\u00e4ngen aus wurde \u2013 zur B\u00fchne hin \u2013 gespielt. Der Vorteil: Die genannten auserw\u00e4hlten Besucher waren hautnah am Geschehen, und das Koblenzer Theater war eine Kulisse, wie sie echter nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Ob die Sicht auf den Opernakt auch von den anderen Pl\u00e4tzen aus ein Vergn\u00fcgen war, bleibt fraglich.<br \/>\nDie Kost\u00fcme im zweiten Teil charakterisierten etwas zu offensichtlich die gegens\u00e4tzlichen Gruppen: einerseits die in antiken Gew\u00e4ndern gekleideten Schauspieler der ernsten Oper, andererseits die Kom\u00f6diantengruppe, die mit knalligen Farben, viel Glitzer und stellenweise sogar im lapidaren Hawaiilook (inklusive Badelatschen und Liegest\u00fchlen) \u00fcber die B\u00fchne h\u00fcpfte. Mit solch plakativen Mitteln und einer sehr intensiven Arbeit mit der Lichttechnik suchte Annegret Ritzel, den Umstand der \u201e\u00dcbergangsb\u00fchne\u201c zu kompensieren, was soweit auch gelang.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und <\/strong><strong> Orchester<\/strong><br \/>\nDurchg\u00e4ngig positiv \u00fcberrascht war man von den Solisten des Abends. <strong>Ana Rup\u010di\u0107<\/strong> (Primadonna\/Ariadne), zeigte eindrucksvoll durch exzellente Dynamik und Sicherheit auch in gro\u00dfen Spr\u00fcngen ihre Erfahrung als S\u00e4ngerin. Stellenweise war sie etwas schwer verst\u00e4ndlich. <strong>Estelle Kruger<\/strong> mimte sauber und mit klarer Stimme den oft erz\u00e4hlenden Charakter von Zerbinettas Part. Sie war besonders stark in den H\u00f6hen.<strong> John Charles Pierce<\/strong> sang fundiert die anspruchsvolle Rolle des Gottes Bacchus. Auch besonders hervorzuheben ist <strong>Monica Mascus<\/strong>, die sauber, kr\u00e4ftig und mit sehr guter Dynamik einen hervorragenden Komponisten darstellte. Auch die anderen Rollen, wie z.B. <strong>Alexander Polakovs<\/strong> als Musiklehrer oder die drei Nymphen, waren gut besetzt \u2013 eine Freude, zuzuh\u00f6ren.<br \/>\n<strong>Das Orchester<\/strong>, geleitet von <strong>Karsten Huschke<\/strong>, meisterte die unterschiedlichen Stile der Oper sehr gut, war flink und vielseitig, und \u00fcberzeugte im Zusammenspiel mit dem Ensemble.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin exklusiver aber durchaus origineller Abend, der durch gut besetzte Rollen und interessante Raumkonzeption bestach. Sowohl die S\u00e4nger Hauptrollen, als auch das Orchester, der Dirigent und die Regie durften einen tosenden Applaus entgegennehmen. Bravo.<br \/>\nJulia Korst<br \/>\nBild: Sonja Rothweiler<br \/>\nDas Bild zeigt: Theater als Kulisse: Karsten Huschke dirigiert das Staatsorchester Rheinische Philharmonie dort, wo in Koblenz sonst die Zuschauer sitzen. Ana Rup\u010di\u0107 (Ariadne) \u00fcberblickt die Szene von oben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864\u20131949); Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel; Libretto: Hugo von Hofmannsthal; UA: 25. 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