{"id":4238,"date":"2012-10-16T18:24:00","date_gmt":"2012-10-16T17:24:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4238"},"modified":"2012-10-25T18:26:46","modified_gmt":"2012-10-25T17:26:46","slug":"rigoletto-leipzig-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4238","title":{"rendered":"RIGOLETTO &#8211; Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901)<strong>, <\/strong>Melodramma in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach dem Versdrama <em>Le roi s<\/em><em>\u02be<\/em><em>amuse<\/em> (1832) von Victor Hugo, UA: 11. M\u00e4rz 1851 Venedig, Teatro La Fenice<\/p>\n<p>Regie: Anthony Pilavachi, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Tatjana Ivschina, Licht: Michael R\u00f6ger, Anthony Pilavachi, Dramaturg: Christian Geltinger.<\/p>\n<p>Dirigent: Matthias Foremny, Gewandhausorchester, Herrenchor, Choreinstudierung: Alessandro Zuppardo.<\/p>\n<p>Solisten: Leonardo Capalbo (Herzog von Mantua), Vittorio Vitelli (Rigoletto), Eun Yee You (Gilda), Carolin Masur (Giovanna), J\u00fcrgen Kurth (Graf von Monterone), Sejong Chang (Graf Ceprano), Anat Edri (Gr\u00e4fin Ceprano), Moellenhoff (Sparafucile), Karin Lovelius (Maddalena) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. Oktober 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Leipzig-Rigoletto.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4239\" title=\"Leipzig-Rigoletto\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Leipzig-Rigoletto.gif\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Leipzig-Rigoletto.gif 235w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Leipzig-Rigoletto-201x300.gif 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Italien im 16. Jahrhundert. Rigoletto ist Hofnarr und getreuer Diener des Herzogs von Mantua, einem Lebemann und Verf\u00fchrer, dem Frauen beliebig verf\u00fcgbares Gut sind. Als der Graf von Monterone, dessen Tochter Opfer des F\u00fcrsten wurde, tief getroffen vor den Herrscher tritt, wird er von Rigoletto verh\u00f6hnt, worauf Monterone ihn und den Herzog verflucht. Dieser Fluch verfolgt den Hofnarren. Rigoletto ist Vater von Gilda, die er z\u00e4rtlich umsorgt und vor der Welt verborgen h\u00e4lt. Als der Herzog seiner Tochter nachstellt und diese von seinen Gesellen, die Gilda f\u00fcr die Geliebte des Hofnarren halten, entf\u00fchrt wird, wird Rigoletto zum Gegner seines Herrn und zum Schicksalsgenossen Monterones. Er beauftragt den Berufsm\u00f6rder Sparafucile, den F\u00fcrsten zu ermorden. Doch Gilda verzeiht ihrem Geliebten und ist bereit, ihr Leben f\u00fcr ihn zu opfern.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>D\u00fcster ist die Kulisse des Leipziger <em>Rigoletto. <\/em>Die Drehb\u00fchne eine graue Festung, in der die Hofgesellschaft in schwarzer Montur, in grellem Licht ihre ausschweifenden Feste feiert. Nebenan das von einem gro\u00dfen Spiegel dominierte barocke Schlafgemach des notorischen Frauenhelden. Durch n\u00e4chtliche Gassen steigt Rigoletto in das abgeschiedene Kellergescho\u00df seiner Tochter, in das durch eine Dachluke Licht dringt, in dem Gilda ein paar Pfl\u00e4nzchen z\u00fcchtet. Im dritten Akt ein Spelunkenviertel, in der leichte M\u00e4dchen an jeder Ecke stehen und Sparafuciles grell rote Schwester Maddalena in einem Liebesturm mit blinkenden Herzen thront.<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Zwischen der s\u00e4ngerischen\u00a0 und orchestralen Leistung besteht eine allzu offensichtliche Diskrepanz. Das Orchester unter Leitung von <strong>Matthias Foremny<\/strong> l\u00e4\u00dft den S\u00e4ngern viel Raum, gerade in den leisen Partien, gewinnt aber im Ganzen nicht an Kontur. Die orchestralen Stimmen werden allzu differenziert behandelt, wie in der letzten ergreifenden Arie Rigolettos im letzten St\u00fcck, in der die Querfl\u00f6te dominiert.<\/p>\n<p>Musikalischer Glanzpunkt dieses Abends ist <strong>Vittorio Vitelli<\/strong> (Rigoletto), der sich den Rollen des h\u00f6hnendem Hofnarren und z\u00e4rtlich liebenden Vaters in allen gesanglichen Nuancen gewachsen zeigt. Er ist ein lyrischer Bariton, vertraut auf Eleganz, Agilit\u00e4t und Farbenreichtum seiner Stimme. Darstellerisch liegt ihm die Rolle des moralisch und k\u00f6rperlich deformierten Hofnarren ferner, als die des liebenden und leidenden Vaters. Im Duett mit seiner Tochter erg\u00e4nzen sich die beiden stimmlich wunderbar. Nach anf\u00e4nglicher Befangenheit in der ersten Arie <em>Questa o quella \u2013 Freundlich blick<\/em><em>\u02be<\/em><em> ich auf diese und jene <\/em>\u00fcberzeugt auch der junge italienisch-amerikanische Tenor <strong>Leonardo Capalbo<\/strong> (Herzog) mit einer sinnlich verf\u00fchrerischen Stimme. Mit warmer lyrischer und auch in der H\u00f6he leichter Stimme beeindruckt er in <em>La donna \u00e8 mobile &#8211; o wie wankelm\u00fctig sind Frauen<\/em>. <strong>Eun Yee You<\/strong> (Gilda) fehlt es anfangs an M\u00fchelosigkeit und reichem Klang. Sie singt ihre Partie dynamisch, ihre St\u00e4rke ist das Pianissimo in den Spitzent\u00f6nen, die nicht immer makellos, aber dramatisch intensiv bleiben. Die Partien des <strong>Herrenchores<\/strong> werden homogen und mit viel Dynamik gesungen. Etwas weniger stimmgewaltig und leicht h\u00f6lzern tritt <strong>J\u00fcrgen Kurth<\/strong> (Monterone) auf, wodurch die Wirkung des Fluches schw\u00e4cher ausf\u00e4llt, dem auch das sehr zur\u00fcckhaltende <strong>Orchester<\/strong> nichts entgegenzusetzen hat. <strong>Carolin Masur<\/strong> (Giovanna) \u00fcberzeugt gesanglich und f\u00fchrt die ihre zugedachte etwas \u00fcberzogen verf\u00fchrbare Figur souver\u00e4n und komisch aus.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p><strong>Anthony Pilavachis<\/strong> Lesart des Renaissancestoffes betont die Unmoral des Herzogs und seiner verkommenen Hofgesellschaft. Trotz einigen nicht unwesentlichen \u00c4nderungen fehlt dem Herzog die Bosheit zum rabenschwarzen Schurken; vielmehr ist er ein goldig gl\u00e4nzender Narzi\u00df und eigentlich unbeteiligter Zuschauer an den Grausamkeiten seiner Vasallen.<strong> <\/strong><\/p>\n<p>Die Leistung der S\u00e4nger sowie der Regie, der B\u00fchnen- und Kost\u00fcmbildnerin wurde mit gro\u00dfem Applaus bedacht. Weniger Beifall gab es f\u00fcr den Dirigenten.<\/p>\n<p>Norma Strunden<\/p>\n<p>Bild: Tom Schulze<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Eun Yee You (Gilda)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach dem Versdrama Le roi s\u02beamuse (1832) von Victor Hugo, UA: 11. M\u00e4rz 1851 Venedig, Teatro La Fenice Regie: Anthony Pilavachi, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Tatjana Ivschina, Licht: Michael R\u00f6ger, Anthony<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4238\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,1],"tags":[],"class_list":["post-4238","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leipzig-oper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4238"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4240,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4238\/revisions\/4240"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}