{"id":4227,"date":"2012-10-18T15:42:48","date_gmt":"2012-10-18T14:42:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4227"},"modified":"2012-11-22T16:58:30","modified_gmt":"2012-11-22T15:58:30","slug":"la-fille-du-regiment-die-regimentstochter-paris-opera-national-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4227","title":{"rendered":"LA FILLE DU R\u00c9GIMENT \u2013 DIE REGIMENTSTOCHTER &#8211; Paris, Op\u00e9ra national, Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Op\u00e9ra-comique (Singspiel) in 2 Akten, Libretto: Jules Henri Vernoy de Saint-Georges und Jean-Fran\u00e7ois Alfred Bayard, UA: 11. Februar 1840 Paris, Op\u00e9ra-Comique, Salle des Nouveaut\u00e9s<\/p>\n<p>Regie\/Kost\u00fcme: Laurent Pelly, B\u00fchne: Chantal Thomas, Licht: Jo\u00ebl Adam, Dialoge und Dramaturgie: Agathe M\u00e9linand<\/p>\n<p>Dirigent: Marco Armiliato, Orchester und Chor der Op\u00e9ra national, Choreinstudierung: Patrick Marie Aubert<\/p>\n<p>Solisten: Natalie Dessay (Marie), Juan Diego Florez (Tonio), Doris Lamprecht (Die Marquise de Berkenfield), Francis Dudziak (Hortensius), Alessandro Corbelli (Sulpice), Dame Felicity Lott (Die Herzogin de Crakentorp) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Oktober 2012 (Premiere, Koproduktion mit dem Royal Opera House, London und der Metropolitan Opera, New York)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Paris-LA-Fille.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4228\" title=\"Paris-LA-Fille\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Paris-LA-Fille.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Paris-LA-Fille.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Paris-LA-Fille-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Marie wurde als Findelkind von Soldaten eines Napoleonischen Regiments gro\u00dfgezogen. Alle Soldaten f\u00fchlen sich als ihr Vater. In den Tiroler Bergen ergreifen sie Tonio, der auf der Suche nach Maria war. Man vermutet in ihm einen Spion. Marie bittet um seine Freilassung, da er ihr vor kurzer Zeit das Leben gerettet habe. Doch die Marquise von Birkenfeld, die vorbeikommt, erf\u00e4hrt zuf\u00e4llig in einem Gespr\u00e4ch mit dem Offizier des Regiments von Marie. Dabei erkennt sie in ihr die Tochter ihrer verstorbenen Schwester. Sie nimmt Marie mit ihr auf ihr Schlo\u00df und will sie mit dem Sohn der Herzogin von Crakentorp verheiraten. Tonio, inzwischen Soldat beim Regiment, kommt zur Hochzeit aufs Schlo\u00df. Unter dem Eindruck von Tonios Erz\u00e4hlung, gibt die Marquise de Berkenfield ihr Einverst\u00e4ndnis zur Heirat Maries mit Tonio.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Schr\u00e4nke, Tische und sonstige M\u00f6belst\u00fccke bilden einen Wall \u00fcber die ganze B\u00fchnenbreite. Ver\u00e4ngstigte M\u00e4nner und Frauen ducken sich dahinter, man h\u00f6rt dumpfen Kanonendonner. Danach \u00f6ffnet sich die B\u00fchne f\u00fcr eine weite Ebene, die im Hintergrund von H\u00fcgeln begrenzt wird. Im Vordergrund sieht man nebeneinander stehende Pritschen, wohl f\u00fcr Soldaten. Im zweiten Akt stellt die B\u00fchne ein vornehmes Zimmer mit hohen braunen schweren Schr\u00e4nken und einem Fl\u00fcgel dar. Auf der rechten Seite findet sich ein hoher Kamin. Die Kost\u00fcme der Damen sind ausladend wie z.B. bei der Marquise de Berkenfield. Die Soldaten tragen blaue Uniformen und Helme mit Pickel wie im Ersten Weltkrieg. Marie ist zun\u00e4chst in ein wei\u00dfes, \u00e4rmelloses Hemd mit Soldatenhose und breiten Hosentr\u00e4ger gekleidet, w\u00e4hrend Tonio mit lederner Latzhose, gr\u00fcnbraunem Pullover \u00fcber einem wei\u00dfem, lang\u00e4rmeligen Hemd, knielangen Baumwollstr\u00fcmpfe und ausladenden Halbschuhen daherkommt. Sp\u00e4ter erscheint Marie im wei\u00dfen T\u00fcllkleid und Tonio in Uniform.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Mit gro\u00dfem Schwung legt das Orchester nach der langsamen Einleitung der perfekt spielenden H\u00f6rner unter <strong>Marco Armiliato<\/strong> das anschlie\u00dfende <em>Allegro<\/em> hin. Nach diesem wohlgelungenen Auftakt tritt als erstes der <strong>Chor<\/strong> mit akkurat gef\u00fchrten Stimmen in sicherem Wechsel mit den Solisten in Erscheinung. Die Deutlichkeit der Artikulation l\u00e4\u00dft nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrige. Beim folgenden Duett zwischen <strong>Alessandro Corbelli<\/strong> (Sulpice) und <strong>Natalie Dessay<\/strong> (Marie) kann man sich schwer entscheiden, was man mehr bewundern soll: die schauspielerische oder die gesangliche Leistung, was besonders bei Natalie Dessay schwerf\u00e4llt, da sie ihre kleinen Koloraturphrasen ungemein witzig in ihre burschikose Darstellung hineinnimmt. Allein das Vibrato von Corbelli verdunkelt ab und zu die Intonation. Das kom\u00f6diantische Element gl\u00e4nzt auch bei der n\u00e4chste Szene, in der Marie Tonio drollig unschuldig fragt, warum er bei den Soldaten aufgetaucht sei und seine ebenso harmlos naive Antwort, da\u00df er sie lediglich gesucht h\u00e4tte. Ihr gemeinsames Singen bei <em>De ce aveu si tendre\u2013 Bei solch s\u00fc\u00dfem Gest\u00e4ndnis<\/em> (1. Akt) wird ein H\u00f6hepunkt in allem, was ein vollendetes Duett ausmacht: in Rhythmus, Intonation, Dynamik, Artikulation und \u2013 in diesem Fall \u2013 der ungemein lyrische Stimmung. Hinzu kommt noch die nachgebende Begleitung des<strong> Orchesters<\/strong>, besonders bei den Ritardandi und der darauf folgenden Beschleunigung. W\u00e4hrend sich bei der wirklich virtuosen Darstellungsform mal die eine oder andere Intonationsschwankung bei Frau Dessay bemerkbar macht, ist davon bei <strong>Juan Diego Fl\u00f2rez<\/strong> (Tonio) nichts zu merken. Der von allen erwartete, \u201eolympische\u201c H\u00f6hepunkt der neun, dreigestrichenen hohen C\u2019s in <em>Ah! mes amis &#8211; Ah! Meine Freunde<\/em> gelingt Fl\u00f2rez so wohlgerundet, sein Passaggio (Registerwechsel) ist so perfekt, da\u00df kaum ein anderer Tenor ihm dies nachbilden k\u00f6nnte. Die Melomanen danken es ihm mit ohrenbet\u00e4ubendem Applaus. Fl\u00f3rez selbst zeigt \u00fcberhaupt keine Anstrengung. Ein Simmwunder! Maries Abschiedsgesang konnte darauf nicht klagender und kontrastreicher sein, wobei sie eine <em>Messa di voce<\/em> (Ausschicken der Stimme) mit unnachahmlichem K\u00f6nnen zeigt.<\/p>\n<p>Die schauspielerischen Leistungen im zweiten Akt (z.B. die vier Putzfrauen) zu beschreiben w\u00e4re reizvoll, doch sie ist hier nicht am Platz.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Es war vom Gesang, dem Orchester, der Darstellung und des Rahmens (B\u00fchnenbild, Kost\u00fcme) gesehen ein vollendeter Abend. Der nicht enden wollende Applaus des stehenden Publikums ergo\u00df sich nicht nur \u00fcber die S\u00e4nger, sondern ebenso \u2013 und mit Recht \u2013 \u00fcber das Regieteam mit Laurent Pelly.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Agathe Poupeney<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Natalie Dessay (Marie), Juan Diego Florez (Tonio) et Alessandro Corbelli (Sulpice)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Op\u00e9ra-comique (Singspiel) in 2 Akten, Libretto: Jules Henri Vernoy de Saint-Georges und Jean-Fran\u00e7ois Alfred Bayard, UA: 11. 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