{"id":4222,"date":"2012-10-15T21:30:40","date_gmt":"2012-10-15T20:30:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4222"},"modified":"2012-10-16T21:32:14","modified_gmt":"2012-10-16T20:32:14","slug":"don-giovanni-greifswald-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4222","title":{"rendered":"DON GIOVANNI &#8211; Greifswald, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756\u20131791), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo Da Ponte, UA: 1787 Prag, Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Horst Kupich, B\u00fchne\/Kost\u00fcme:: Christopher Melching, Dramaturgie: Bettina Bartz, deutsche Textfassung: Bettina Bartz\/Werner Hintze<\/p>\n<p>Dirigent: Golo Berg, Philharmonisches Orchester und Opernchor Vorpommern, Choreinstudierung: Anna T\u00f6ller<\/p>\n<p>Solisten: Alexandru Constantinescu (Don Giovanni), Andrey Valiguras (Der Komtur), Liubov Belotserkovskaya (Donna Anna), Bragi Bergth\u00f3rsson (Don Ottavio), Anette Gerhardt (Donna Elvira), Thomas Rettensteiner (Leporello), Bernhard Leube (Masetto), Linda van Coppenhagen (Zerlina)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. Oktober 2012 (Premiere, in deutscher Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Greifswald-Don-Giovanni.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4223\" title=\"Greifswald-Don-Giovanni\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Greifswald-Don-Giovanni.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Greifswald-Don-Giovanni.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Greifswald-Don-Giovanni-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Don Giovanni ist ein Frauenverf\u00fchrer, der vor nichts und niemandem Respekt hat. Als er nach einem Techtelmechtel mit Donna Anna fliehen will, trifft er auf ihren Vater, den Komtur, der ihn zur Rechenschaft ziehen will, und t\u00f6tet ihn. Wenig sp\u00e4ter fa\u00dft er eine andere Dame ins Auge, aber die erkennt ihn \u2013 Donna Elvira hatte schon zuvor ihre Erfahrungen mit Don Giovanni gemacht. Er entflieht ihr erneut und versucht sich an dem Bauernm\u00e4dchen Zerlina, die gerade ihre Hochzeit mit Masetto feiert \u2013 doch auch dieser Versuch mi\u00dflingt. Gemeinsam machen sich Donna Anna mit ihrem Verlobten Don Ottavio, Zerlina mit Masetto und Donna Elvira an seine Verfolgung, doch sie erwischen nur seinen Diener Leporello, der ihnen Hilfe anbietet, weil er von den der Lebensart seines Herrn genug hat. Schlie\u00dflich finden sich Don Giovanni und Leporello auf dem Friedhof am Grab des Komtur wieder. Dessen Geist spricht zu ihnen, und Don Giovanni l\u00e4dt ihn zum Abendessen ein. Der steinerne Gast erscheint wie versprochen und nimmt den \u00dcbelt\u00e4ter mit sich in die Unterwelt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Alle Kost\u00fcme sind im Stil der Mozart-Zeit gestaltet. Dabei tragen, mit Ausnahme von Don Giovanni, alle ein Korsett oder korsett\u00e4hnliche Kleidungsst\u00fccke, womit die gesellschaftlichen Zw\u00e4nge verdeutlicht werden, in denen sich die Figuren bewegen. Das B\u00fchnenbild mit zahlreichen Treppen, Leitern, Fenstern und Balkons ist dreidimensional auf einer Drehb\u00fchne angeordnet. W\u00e4hrend der Auff\u00fchrung werden alle vier Seiten verwendet, dazu verschiedene Schr\u00e4gansichten. Die Drehungen erfolgen h\u00e4ufig w\u00e4hrend der Szenen, was einen dynamischen und aktionsreichen Eindruck hervorruft. Verst\u00e4rkt wird dieser Eindruck durch das vergleichsweise hohe Erz\u00e4hltempo \u2013 viele Rezitative werden nicht oder nur teilweise gesungen, sondern gesprochen, was nicht nur schneller geht, sondern auch eine unkompliziertere Anpassung an den deutschen Text erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Alle S\u00e4nger \u00fcberzeugen durch eine hervorragende schauspielerische Leistung und sehr gute Wortverst\u00e4ndlichkeit. Letztere fehlt bei <strong>Liubov Belotserkovskaya <\/strong>(Donna Anna). Ihr Vibrato ger\u00e4t bei ihrem ausdrucksstark, dramatischen und gro\u00dfen Sopran gelegentlich au\u00dfer Kontrolle, aber ihr Ton besitzt dennoch immer einen deutlichen Kern. <strong>Alexandru Constantinescu <\/strong>(Don Giovanni) gl\u00e4nzt in der Titelrolle durch freches Auftreten, einen warmen, runden, zartschmelzenden Bariton und verf\u00fchrerisch s\u00fcdl\u00e4ndisches Aussehen. Er und sein Gegenpart <strong>Thomas Rettensteiner <\/strong>(Leporello), dessen vollt\u00f6nender und beweglicher Ba\u00df hervorragend zur Geltung kommt, spielen sich rasant und gewitzt die B\u00e4lle zu. <strong>Anette Gerhardt<\/strong> (Donna Elvira) bezaubert mit variablem Sopran und facettenreicher Gestaltung, w\u00e4hrend <strong>Linda van Coppenhagen<\/strong> (Zerlina) einen wunderbar warmen und dennoch glockenklaren Klang besitzt. Gewohnt weich und lyrisch ist der Tenor von <strong>Bragi Bergth\u00f3rsson <\/strong>(Don Ottavio), allerdings wirkt er zun\u00e4chst merkw\u00fcrdig verhalten \u2013 gelegentlich h\u00f6rbare Nebenger\u00e4usche lassen eine kleine Erk\u00e4ltung vermuten. Etwas bieder und beh\u00e4big kommt <strong>Bernhard Leube <\/strong>(Masetto) daher, was aber sehr gut zu seiner Rolle passt. Besonders beeindruckend ist der Auftritt von <strong>Andrey Valiguras<\/strong> als Komtur gegen Ende des zweiten Aktes, bei dem er seine volle Stimmgewalt pr\u00e4sentiert. Mit metallischem, posaunen\u00e4hnlichem Klang und gro\u00dfer Projektionskraft scheint er das Publikum in dem kleinen Theater geradezu an die Wand zu singen.<\/p>\n<p>Wie immer zeigt sich der Chor exzellent eingestellt, mit ebenso guter Textartikulation wie schauspielerischer Leistung. In dieser Auff\u00fchrung kann er sich auch durch gl\u00e4nzend ausgef\u00fchrte Tanzeinlagen auszeichnen. Das Orchester hat zu Beginn mit der rhythmischen Pr\u00e4gnanz in den schnellen Sechzehntelfiguren zu k\u00e4mpfen, kommt aber immer besser in Schwung. Erst gegen Ende offenbaren sich einige Intonationsschw\u00e4chen. Die Abstimmung zwischen Chor, Solisten und Orchester ist durchweg hervorragend.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine insgesamt sehr gelungene, kurzweilige und fr\u00f6hliche Auff\u00fchrung mit einem durchdachten Konzept. Das einzige nicht auf Anhieb Nachvollziehbare ist die Gestaltung des ohnehin wenig befriedigenden Schlu\u00dfensembles, w\u00e4hrend dessen sich alle gegenseitig umbringen \u2013Symbol: jeder tr\u00e4gt auch etwas B\u00f6ses in sich? So dauerte es auch eine kleine Weile, bis der verdiente Applaus des Greifswalder Publikums richtig Fahrt aufnahm \u2013 daf\u00fcr hielt er umso l\u00e4nger an.<\/p>\n<p>Anna-Juliane Peetz-Ullman<\/p>\n<p>Bild: Barbara Braun \/ MuTphoto<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: v.l.n.r. Bragi Bergth\u00f3rsson (Don Ottavio), Liubov Belotserkovskaya (Donna Anna), Anette Gerhardt (Donna Elvira), Bernhard Leube (Masetto), Linda van Coppenhagen (Zerlina), Alexandru Constantinescu (Don Giovanni)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756\u20131791), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo Da Ponte, UA: 1787 Prag, Nationaltheater Regie: Horst Kupich, B\u00fchne\/Kost\u00fcme:: Christopher Melching, Dramaturgie: Bettina Bartz, deutsche Textfassung: Bettina Bartz\/Werner Hintze Dirigent: Golo Berg, Philharmonisches Orchester und Opernchor Vorpommern,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4222\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[70,1],"tags":[],"class_list":["post-4222","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-greifswald-theater-vorpommern","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4222","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4222"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4222\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4224,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4222\/revisions\/4224"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4222"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4222"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4222"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}