{"id":4219,"date":"2012-10-11T21:27:38","date_gmt":"2012-10-11T20:27:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4219"},"modified":"2012-10-16T21:29:48","modified_gmt":"2012-10-16T20:29:48","slug":"rigoletto-pittsburgh-benedum-center","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4219","title":{"rendered":"RIGOLETTO &#8211; Pittsburgh, Benedum Center"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Tragische Oper in drei Akten, Libretto von Francesco Maria Piave nach Le roi s\u2019amuse von Victor Hugo.<\/p>\n<p>UA: 11. M\u00e4rz 1851, Venedig, La Fenice.<\/p>\n<p>Regie: Linda Brovsky, B\u00fchne: John Michael Deegan, Sarah J. Conly, Kost\u00fcme: Susan Memmot Allred, Licht: Andrew David Ostrowski.<\/p>\n<p>Dirigent: Antony Walker, Pittsburgh Opera Orchestra and Choir, Choreinstudierung: Mark Trawka.<\/p>\n<p>Solisten: Michael Wade Lee (Herzog von Mantua), Jasmine Muhammad (Gr\u00e4fin Ceprano), Mark Delavan (Rigoletto), Adam Fry (Graf Ceprano), Joseph Barron (Graf von Monterone), Raymond Aceto (Sparafucile), Lyubov Petrova (Gilda), Samantha Korbey (Maddalena) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. Oktober 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Pittsburgh-Rigoletto.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4220\" title=\"Pittsburgh-Rigoletto\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Pittsburgh-Rigoletto.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Pittsburgh-Rigoletto.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Pittsburgh-Rigoletto-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der gelangweilte Herzog von Mantua stellt allen Frauen nach, auch der Frau des Grafen Ceprano. Als sein Hofnarr Rigoletto es mit seinen Sp\u00e4\u00dfen wieder einmal zu weit treibt, verflucht Graf Ceprano den Herzog und Rigoletto. Auch die hintertriebenen H\u00f6flinge sind schon Opfer von hofn\u00e4rrischem Spott geworden und entschlie\u00dfen sich, die geheime Geliebte Rigolettos zu entf\u00fchren. Diese ist in Wahrheit Rigolettos Tochter Gilda, der der Herzog gerade erst nachgestellt hat \u2013 wobei er einen nachhaltig Eindruck bei Gilda hinterlassen hatte. Als der Herzog erf\u00e4hrt, da\u00df sich Gilda in seinem Palast befindet, kann er sein Gl\u00fcck kaum fassen. Der entehrte Rigoletto plant furchtbare Rache: Er setzt den M\u00f6rder Sparafucile auf den Herzog an. Vorher will er seiner immer noch verliebten Tochter die Untreue des Herzogs aufzeigen. Ein katastrophaler Fehler: Gilda opfert sich f\u00fcr den Herzog und stirbt in den H\u00e4nden ihres Vaters. Dieser mu\u00df erkennen, da\u00df der Fluch des Grafen Ceprano seine Wirkung entfaltet hat.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne stellt im historisierenden Stil das Mantua des 16. Jahrhunderts dar. Gro\u00dfe Geb\u00e4ude, Treppen und G\u00e4nge lassen sich auf verschiedene Art und Weise kombinieren und stellen so Hof und die Wohnung von Rigoletto dar. Davon abgesetzt erscheint die heruntergekommene Stube von Sparafucile. Auch die \u00fcppige B\u00fchnenausstattung und die Kost\u00fcme sind ganz dem 16. Jahrhundert nachempfunden worden. Nebelmaschinen und Lichteffekte werden als weitere Gestaltungsmittel eingesetzt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das <strong>Orchester <\/strong>unter der Leitung von <strong>Antony Walker <\/strong>liefert eine solide Leistung ab und begleitet das B\u00fchnengeschehen, ohne die S\u00e4nger zuzudecken. Wu\u00dfte dieser ausgewogene Klang und die gut aufeinander abgestimmten Instrumentengruppen zu gefallen, h\u00e4tte man sich an einigen Stellen aber durchaus auch ein Mehr an Klangvolumen gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Eruptive Ausbr\u00fcche sind nur eine der St\u00e4rken von <strong>Mark Delavan <\/strong>(Rigoletto). Hier kann er ein beeindruckendes Stimmvolumen mit nat\u00fcrlicher B\u00fchnenpr\u00e4senz kombinieren. Einziger Makel einer guten Leistung sind dabei die lyrische Passagen, in denen der Bariton seine Stimme \u00f6fter zu sehr eindunkelt und seinen Stimmklang somit arg verbreitet. Nicht nur in der Handlung ist <strong>Michael Wade Lee <\/strong>(Herzog von Mantua) sein Gegenspieler, auch wenn er gesanglich am Ende den K\u00fcrzeren zieht: Kann er mit klarer lyrischer Stimmf\u00fchrung noch in <em>Questa o quella \u2013 Diese oder jene <\/em>\u00fcberzeugen, macht sich hier schon ein Mangel an Klangf\u00fclle bemerkbar. In <em>Parmi veder le lagrime \u2013 Mir ist es, als s\u00e4he ich die Tr\u00e4nen <\/em>kann er das noch kompensieren, was einer der H\u00f6hepunkte des Abends wird. Doch in <em>Possente amor mi chiama \u2013 M\u00e4chtig ruft mich die Liebe<\/em> ist die Stimme dann nicht fokussiert genug und auf der bev\u00f6lkerten B\u00fchne geht er unter. Ebenso wirken die hohen Spitzent\u00f6ne nicht wirklich souver\u00e4n.<\/p>\n<p>Auch <strong>Adam Fry <\/strong>(Graf Ceprano) l\u00e4\u00dft Stimmvolumen vermissen, was seiner Rolle viel Angsteinfl\u00f6\u00dfendes nimmt. <strong>Lyubov Petrova <\/strong>(Gilda) gibt die sch\u00fcchterne Tochter, die vor allem in der Mittellage mit guter Linienf\u00fchrung und fokussierter Stimme \u00fcberzeugt. Leider weichen diese guten Eigenschaften in der H\u00f6he einem Hang zum Forcieren, um auch hier gut h\u00f6rbar zu sein. Immer wieder leiden die musikalischen Linien darunter, etwa in <em>Caro nome \u2013 Teurer Name.<\/em> Wirklich angsteinfl\u00f6\u00dfend erscheint <strong>Raymond Aceto <\/strong>(Sparafucile), dessen Auftritte sehr eindrucksvoll ist. So kann er etwa im dritten Akt ein-furchterregendes Stimmpotenzial pr\u00e4sentieren, wobei er aber nie die Kontrolle verliert. Auch lobend soll der <strong>Pittsburgh Opera Choir <\/strong>erw\u00e4hnt werden: Selbst bei den verwinkelten B\u00fchnenkonstruktionen folgen die Choristen stets akkurat dem Schlag des Dirigenten, vor allem in der Entf\u00fchrungsszene\u00a0 (1. Akt) sind die pianissimo-Stellen besonders hervorzuheben.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Neben wenigen musikalischen Schw\u00e4chen konnte leider auch die Regie nicht vollkommen \u00fcberzeugen. W\u00e4hrend die Darstellung der kaum verdeckten Gewaltbereitschaft der H\u00f6flinge eindrucksvoll gelang, blieben vor allem die Szenen mit Chorbeteiligung oft allzu statisch.<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: David Bachman<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Maddalena (Samantha Korbey), Michael Wade Lee (Herzog von Mantua), Gilda (Lyubov Petrova), Rigoletto (Mark Delavan, von rechts)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Tragische Oper in drei Akten, Libretto von Francesco Maria Piave nach Le roi s\u2019amuse von Victor Hugo. UA: 11. M\u00e4rz 1851, Venedig, La Fenice. Regie: Linda Brovsky, B\u00fchne: John Michael Deegan, Sarah J. 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