{"id":4215,"date":"2012-09-22T21:21:14","date_gmt":"2012-09-22T20:21:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4215"},"modified":"2012-10-16T21:23:13","modified_gmt":"2012-10-16T20:23:13","slug":"fidelio-hof-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4215","title":{"rendered":"FIDELIO &#8211; Hof, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Ludwig van Beethoven (1770-1827), Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Joseph Sonnleitner und Friedrich Treitschkenach der Oper L\u00e9onore ou l\u2019amour conjugal von Pierre Gaveaux und Jean Nicolas Bouilly, UA (3. Fassung): 1814 Wien<\/p>\n<p>Regie: Christian Tombeil, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Gabriele Wasmuth<\/p>\n<p>Dirigent: Arn Goerke, Hofer Symphoniker, Chor Theater Hof, Choreinstudierung: Michel Roberge<\/p>\n<p>Solisten: Birger Radde (Don Fernando), Michael Kupfer (Don Pizarro), Daniel Kirch (Florestan), Sabine Pa\u00dfow (Leonore), Jens Waldig (Rocco), Inga Lisa Lehr (Marzelline), Mathias Frey (Jaquino), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 21. September 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Hof-Fidelio.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4216\" title=\"Hof-Fidelio\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Hof-Fidelio.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Hof-Fidelio.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Hof-Fidelio-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Leonore vermutet, da\u00df ihr verschwundener Mann Florestan sich in den H\u00e4nden seines Feindes, des Gef\u00e4ngnisgouverneurs Don Pizarro, befindet. Deshalb verkleidet sie sich als Mann und heuert unter dem Namen Fidelio als Helfer bei dem Kerkermeister Rocco an. Dessen Tochter Marzelline verliebt sich in Leonore. Pizarro erf\u00e4hrt derweil, da\u00df der Minister Don Fernando das Gef\u00e4ngnis inspizieren m\u00f6chte und f\u00fcrchtet, da\u00df dieser den unrechtm\u00e4\u00dfig inhaftierten Florestan entdecken k\u00f6nnte. Sein Versuch, den Gefangenen zu ermorden, scheitert: Florestan wird gerettet und Pizarro das Handwerk gelegt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Es beginnt mit einer Wand der Verschwundenen: W\u00e4hrend des Vorspiels suchen Frauen mit Photos, die sie an den eisernen Vorhang heften, nach ihren M\u00e4nnern. Leonore betritt durch die T\u00fcre im Vorhang die Hauptb\u00fchne. Der eiserne Vorhang hebt sich und gibt den Blick frei auf ein Labyrinth von Regalen, Leitern und Beh\u00e4ltern. Die Akten und Kartons werden immer wieder umgeschichtet, gelesen und ausgewertet. Auch Requisiten wie die Briefe an Don Pizarro werden daraus entnommen. Der Kerker Florestans besteht aus einem gro\u00dfen Altkleider-Lager, f\u00fcr die Suche nach der Zisterne werden sie beiseite geschoben, f\u00fcr das Finale ganz beiseite ger\u00e4umt. Wachen oder Z\u00e4une fehlen, Don Pizarro im Pelz dagegen tritt mit einem Gefolge in Lederm\u00e4nteln auf.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild bietet gro\u00dfe Spielfl\u00e4chen, die erst einmal mit S\u00e4ngern mit Format gef\u00fcllt werden m\u00fcssen. Dieses Format (eines Kleiderschranks) hat <strong>Jens Waldig<\/strong>, der die Vielschichtigkeit des Kerkermeisters Rocco auch stimmlich umsetzen kann \u2013 mit einem wahrlich gro\u00dfen ba\u00dflastigen Klangvolumen. <strong>Sabine Pa\u00dfow <\/strong>ist eine Leonore, die sich im Verlauf des Abends erst steigern mu\u00df, denn am Anfang fehlt der Stimme ein wenig die Gelenkigkeit, um die schwierigen Koloraturketten Beethovens entstehen zu lassen. Ein \u00e4hnliches Problem, das <strong>Inga Lisa Lehr<\/strong> als Ballett\u00e4nzerin Marzelline ebenfalls hat. Eigentlich nicht verwunderlich, denn als Operetten-Soubrette des Hauses pa\u00dft ihr Ton eingangs nicht so recht zu der Rolle. <strong>Daniel Kirch<\/strong> ist als neuer Haustenor in der Lage, dem Florestan tenoralen Sch\u00f6nklang zu verleihen. Bereits sein <em>Gott, welch Dunkel hier<\/em> wird zur mitrei\u00dfenden Anklage f\u00fcr pers\u00f6nliche Freiheit. Die zweite Tenorrolle, die des Jaquino, ist mit <strong>Mathias Frey<\/strong> etwas wackelig besetzt. Die Stimme hat jedoch noch Potential zur Entwicklung. Eine fast schon \u00fcberragende Rollengestaltung zeigt <strong>Michael Kupfer <\/strong>(Don Pizarro). Wahre Abgr\u00fcnde tun sich auf, wenn dieser schwere Wagnerbariton machtvoll zum Mord aufruft. Sein positiver Gegenspieler Don Fernando ist <strong>Birger Radde<\/strong>, der mit weniger Macht aber feineren Nuancen dagegen halten kann.<\/p>\n<p>Der Dirigent<strong> Arn<\/strong> <strong>Goerke<\/strong> h\u00e4lt schlie\u00dflich Beethovens Musik, diese zwar verst\u00f6rende, aber auch faszinierende Mischform aus Singspiel, Oper und Oratorium, mit stoischer Ruhe und passenden Tempi\u00a0 zusammen. Besonders bemerkenswert: Auch der Chor hat sich ver\u00e4ndert, betr\u00e4gt nominell 20 Mitglieder, hat seine klangliche Geschlossenheit und Diktion nicht nur beibehalten sondern auch die Stimmgruppen dichter staffeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der neue Intendant Reinhard Friese setzt mit dieser Produktion eine wichtigen ersten Meilenstein f\u00fcr die hohen Ziele, die das Haus zuk\u00fcnftig bestimmen sollen. Die hohen s\u00e4ngerischen Herausforderungen, die jede einzelne Rolle dieses Werkes birgt, kann das neue Ensemble (unterst\u00fctzt durch einige G\u00e4ste) erf\u00fcllen. Hingegen hinterl\u00e4\u00dft die Auswahl des Regisseurs bzw. der Verzicht des Intendanten hierbei einige Fragezeichen, denn die Verlegung der Handlung in eine Registratur bzw. in ein Altkleiderlager hinterl\u00e4\u00dft zwiesp\u00e4ltige Gef\u00fchle beim Publikum. Was zu selten geh\u00f6rten Buhrufen f\u00fcr die Regie f\u00fchrt, w\u00e4hrend das Ensemble lautstark gefeiert wird.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: SFF Fotodesign<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Der Chor der Gefangenen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ludwig van Beethoven (1770-1827), Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Joseph Sonnleitner und Friedrich Treitschkenach der Oper L\u00e9onore ou l\u2019amour conjugal von Pierre Gaveaux und Jean Nicolas Bouilly, UA (3. 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