{"id":4183,"date":"2012-09-27T20:23:38","date_gmt":"2012-09-27T19:23:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4183"},"modified":"2012-09-30T20:31:01","modified_gmt":"2012-09-30T19:31:01","slug":"morder-hoffnung-der-frauen-sancta-susanna-das-nusch-nuschi-einakter-triptychon-bonn-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4183","title":{"rendered":"M\u00d6RDER, HOFFNUNG DER FRAUEN, SANCTA SUSANNA, DAS NUSCH-NUSCHI (EINAKTER-TRIPTYCHON) &#8211; Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Paul Hindemith (1895-1963)<\/p>\n<p><strong><em>M\u00f6rder, Hoffnung der Frauen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Text: Oskar Kokoschka<\/p>\n<p><strong><em>Das Nusch-Nuschi<\/em><\/strong><em>,<\/em> ein Spiel f\u00fcr burmanische Marionetten von Franz Blei,<\/p>\n<p>UA: von <em>M\u00f6rder, Hoffnung der Frauen <\/em>und <em>Das Nusch-Nuschi: <\/em>4. Juni 1921 Stuttgart, W\u00fcrttembergisches Landestheater<\/p>\n<p><strong><em>Sancta Susanna<\/em><\/strong><strong>,<\/strong> Text: August Albert Bernhard Stramm. UA 26. M\u00e4rz 1922 Frankfurt am Main, Opernhaus<\/p>\n<p>Regie: Klaus Weise, B\u00fchne: Raimund Bauer, Kost\u00fcme: Dorothea Wimmer<\/p>\n<p>Dirigent: Stefan Blunier, Beethoven Orchester, Chor-Einstudierung: Sibylle Wagner<\/p>\n<p>Solisten: Mark Morouse (Der Mann), Julia Kamenik (Die Frau), Ingeborg Greiner (Susanna, die vierte Frau des Kaisers), Anjara I. Bartz (Klementia), Algis Lungskis (Mung Tha Bya), Martin Tzonev (Henker), Roman Sadnik (Tum Tum), Kathrin Leidig, Vardeni Davidan, Charlotte Quadt (Die Frauen des Kaisers) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. September 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><em>M\u00f6rder, Hoffnung der Frauen<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Es ist Nacht, ein Krieger im Panzerhemd erscheint auf einem Turm. Hinter ihm wird ein Trupp M\u00e4nner mit wilden Fratzen und Kopfverb\u00e4nden sichtbar. Es kommt eine Gruppe Frauen, angef\u00fchrt von einem kr\u00e4ftigen Weib. M\u00e4nner und Frauen reden untereinander \u00fcber ihre Sehns\u00fcchte. Die Frauen f\u00fcrchten sich vor den M\u00e4nnern. Die beiden Anf\u00fchrer \u2013 Frau und Mann \u2013 bewegen sich aufeinander zu, der Krieger rei\u00dft der Frau die Kleider vom Leib und brennt ihr ein Mal auf den K\u00f6rper. Die Frau schlitzt den Anf\u00fchrer mit einem Messer auf. Die Frauen und M\u00e4nner paaren sich auf bestialische Weise. Der schwer verletzte Mann wird auf einer Bahre weggebracht, erholt sich jedoch auf mysteri\u00f6se Weise, m\u00e4ht beide Gruppen in einem Massaker nieder und verschwindet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <strong>\/S\u00e4nger und Orchester<\/strong> <\/strong><\/p>\n<p>Schauplatz ist eine gro\u00dfe Werkstatt, in der menschenhohe Styropor-Ojekte gemei\u00dfelt werden, die w\u00e4hrend des Gemetzels zerschlagen werden; darin kommen Akteure zum Vorschein. Im Hintergrund liegen wie eine \u00fcberdimensional gro\u00dfe Skulptur begehbare Frauenbeine. In ihrem d\u00fcsteren Innern vollzieht sich die Massenkopulation. Im Vordergrund agiert Julia Kamenik, die wie ein unruhiges Raubtier auf einem Gitter klettert, was ihrer besungenen inneren Unruhe Ausdruck verleiht. Das blutige Mal setzt Der Mann mittels einer Blut spritzenden Kreiss\u00e4ge, die Frau verletzt ihn mit einem elektronischen Werkzeug. Die starken, jedoch nicht voyeurhaften Bilder spiegeln die grob erfa\u00dfte Handlung wider. Die symphonische Musik Hindemiths erinnert an die von Richard Strauss und Richard Wagner. Vor allem <strong>Mark Morouse<\/strong> kann mit seinem Bariton in der anspruchsvollen Partie einnehmen. <strong>Julia Kemenik<\/strong> ist eine gl\u00e4nzende Schauspielerin und singt ihre umfangreiche Partie solide.<\/p>\n<p><strong><em><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Bonn-Santa-Susanna.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4184\" title=\"Bonn-Santa-Susanna\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Bonn-Santa-Susanna.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Bonn-Santa-Susanna.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Bonn-Santa-Susanna-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Sancta Susanna<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Lustseufzer einer Magd, die der laue Wind einer Mainacht in die offenen Fenster der Klosterkirche weht, versetzen die betende Nonne Susanna und ihre Mitschwester Klementia in eine eigent\u00fcmliche Stimmung. Klementia erz\u00e4hlt von der Nonne Beata, die einst in einer ebensolchen Fr\u00fchlingsnacht nackt den Gekreuzigten k\u00fc\u00dfte und als S\u00fchne lebendig eingemauert wurde. In dieser Erz\u00e4hlung erkennt sich Susanna selbst, entledigt sich ihrer Kleider und ger\u00e4t \u00e4hnlich wie Beata in Ekstase. Die von den Schwestern daraufhin geforderte Beichte als Grundlage f\u00fcr Strafe verweigert Susanna. F\u00fcr die Nonnen ist sie fortan eine &#8222;Satana&#8220;, eine an den Teufel Verlorene.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <strong>\/S\u00e4nger und Orchester<\/strong> <\/strong><\/p>\n<p>Als Zuschauer wird man von dem Wei\u00dflicht eines riesigen Kreuzes vor dunkler Wand fast geblendet. Unterhalb dieses &#8222;Lichtkreuzes&#8220; liegt ein Holzkreuz mit Christusfigur. Im Verlauf der Handlung legt sich die heilige Susanna auf die Figur. Im schwarzen Hintergrund heben sich nur die Gesichter und H\u00e4nde der Nonnen ab, was wie ein Gem\u00e4lde wirkt. <strong>Ingeborg Greiner<\/strong> sang mit beweglicher, dramatischer Stimme die Partie der Susanna. Die Frauen des Opernchores setzten sich als Nonnenkonvent bestens in Szene. <strong>Anjara I. Bartz<\/strong> interpretierte ihre Partie der Klementia solide.<\/p>\n<p><strong><em>Das Nusch-Nuschi<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Zatwei (stumme Rolle) befiehlt seinem Diener Tum-Tum, eine der sch\u00f6nen Frauen des Kaisers von Burma, Mung Tha Bya in sein Haus zu bringen. Da der Diener nicht wei\u00df, welche Frauen sein Gebieter mag, schickt er seinem Herrn alle vier, flieht aber aus Angst vor Strafe f\u00fcr das begangene Unrecht in die Welt hinaus. Dabei gelingt es ihm, den Feldgeneral Kyce Waing vor dem schrecklichen Ungeheuer Nusch-Nuschi zu retten. Aus Dankbarkeit ernennt ihn der Offizier zum Schwerttr\u00e4ger. Inzwischen vergn\u00fcgt sich Zatwei , umringt von Musikern, Bajaderen und dressierten Affen, mit den vier Damen des Kaisers. Als der Frevel offenbar wird, fragt man Tum-Tum, wer den Raub der Damen befohlen habe. Er behauptet, der Feldgeneral stecke dahinter. Dieser soll nun zur Rechenschaft gezogen werden. Doch die \u00fcbliche Kastrationsstrafe bleibt aus, da <em>sie nicht mehr n\u00f6tig war<\/em>, wie der Henker feststellen muss. Ausgelassenem Lachen folgen Liebeslieder von Dichter und Tanzm\u00e4dchen, in denen sie Jugend und Sch\u00f6nheit besingen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <strong>\/S\u00e4nger und Orchester<\/strong> <\/strong><\/p>\n<p>Aufgereihte beleuchtete Schminktische, Glitzervorhang werden die Kulisse f\u00fcr den letzten Einakter, in dem es geschmacklich ziemlich drunter und dr\u00fcber geht: Mit schwarzen Strapsen bekleidete M\u00e4dchen tanzen und trippeln, neben turnenden Affen und dem asiatisch gekleideten Kaiser. Der sch\u00f6ne Herr Zatwei ist eine mit goldenem Lendenschurz bekleidete zwergenhafte Erscheinung, was nat\u00fcrlich komisch wirkt. Das stetige Herumstehen der vier entf\u00fchrten Frauen wirkt ausgesprochen langweilig, daf\u00fcr machen die turnenden Affen und Bajaderen Dampf. Die Musik ist in jedem Fall h\u00f6renswert, die vier Frauen werden verk\u00f6rpert von <strong>Kathrin Leidig, Vardeni Davidian, Charlotte Quadt <\/strong>und<strong> Ingeborg Greiner<\/strong>, vier eindrucksvolle Sopranistinnen f\u00fcr die doch heiklen Partien.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Da das Triptychon kaum auf die B\u00fchne gebracht wird, hat die Bonner Auff\u00fchrung Seltenheitswert. <strong>Stefan Blunier<\/strong> gilt als Experte f\u00fcr die Musik des 20. Jahrhunderts und versteht es gut, die expressiven Klangfarben aber auch die delikaten Fl\u00f6tensoli in <em>Sancta Susanna<\/em> auszuleuchten. Wegen der \u00fcppigen Blechbl\u00e4serbesetzung wird es naturgem\u00e4\u00df\u00a0 in <em>M\u00f6rder, Hoffnung der Frauen<\/em> im Orchester laut, worunter die Singstimmen dann leiden. Insgesamt kann man sagen, dass besonders die von Klaus Weise gefundenen Bilder in den beiden ersten Einaktern eindrucksvoll sind, im <em>Nusch-Nuschi<\/em> h\u00e4tte eine Ansiedlung des Geschehens\u00a0 in einer fremdl\u00e4ndischen Kultur mehr die Fantasie befl\u00fcgeln k\u00f6nnen; musikalisch gl\u00e4nzte vor allem das Orchester. Die s\u00e4ngerischen Leistungen waren solide, im Fall von <strong>Ingeborg Greiner<\/strong> und <strong>Mark Morouse<\/strong> bemerkenswert gut, die schauspielerischen Darstellungen waren durchg\u00e4ngig beeindruckend.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: v.l.n.r. Ingeborg Greiner(Susanna), Guadalupe Larzabal(Alte Nonne), Anjara I. Bartz(Klementia), Chor, in <em>Sancta-Susanna<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Paul Hindemith (1895-1963) M\u00f6rder, Hoffnung der Frauen Text: Oskar Kokoschka Das Nusch-Nuschi, ein Spiel f\u00fcr burmanische Marionetten von Franz Blei, UA: von M\u00f6rder, Hoffnung der Frauen und Das Nusch-Nuschi: 4. 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