{"id":4114,"date":"2012-07-18T09:17:58","date_gmt":"2012-07-18T08:17:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4114"},"modified":"2012-09-04T09:25:58","modified_gmt":"2012-09-04T08:25:58","slug":"sardanapalus-ekhof-festival-schlos-friedenstein-gotha","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4114","title":{"rendered":"SARDANAPALUS &#8211; Ekhof Festival, Schlo\u00df Friedenstein, Gotha"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Christian Ludwig Boxberg (1670-1729), Opera in drei Akten und Prolog, Libretto vom Komponisten, Notenmaterial: Ulrich Wingerter, Ballettmusik: Nicolai Matteis (1712), UA: 1698, Ansbach<\/p>\n<p>Regie\/Choreographie: Milo Pablo Momm, Austattung &amp; Kost\u00fcme: Jan Hoffmann<\/p>\n<p>Dirigent: Bernhard Epstein, Compagnie Opera Baroque, United Continuo, Compagnie l\u2019espace (Tanzensemble)<\/p>\n<p>Solisten: Jan Kobow (Sardanapalus), Antje Rux (Salomena), Elisabeth G\u00f6ckeritz (Didonia\/Diana), Theodora Baka (Agrina\/Juno), Stefan Kunath (Belochus), Kathleen Danke (Misius\/Cupido), S\u00f6ren Richter (Atrax), Markus Flaig (Arbaces\/Mars), Johannes Weiss (Saropes), Felix Schwandtke (Belesus).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Juli 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Gotha-Eckhof.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4123\" title=\"Gotha-Eckhof\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Gotha-Eckhof.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Gotha-Eckhof.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Gotha-Eckhof-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Das Ekhof-Festival findet im 1687 erbauten barocken Schlo\u00dftheater von Schlo\u00df Friedenstein (N\u00e4he von Gotha, Th\u00fcringen) statt. Unterst\u00fctzt wird es von der Stiftung Schlo\u00df Friedenstein Gotha. Der Name stammt vom Conrad Ekhof<em> (Vater der deutschen Schauspielkunst)<\/em>, der hier zwischen 1774 und 1778 als Schauspieler agierte. 1996 wurde dann das jetzige Ekhof-Festival gegr\u00fcndet. Das Theater verf\u00fcgt noch \u00fcber eine originale barocke B\u00fchnenmaschinerie (Wellbaum, Bodenversenkung, Wind und Donner). Es ist mit 165 Sitzpl\u00e4tzen ein kleines, aber f\u00fcr die barocke Auff\u00fchrungspraxis ungemein bedeutsames Festival. Das Programm sieht je eine Oper, ein Schauspielst\u00fcck und ein Konzert vor. F\u00fcr jede dieser Neu-Produktionen (keine Wiederaufnahmen) wird ein eigenes Ensemble aus Barockspezialisten zusammengestellt.<\/p>\n<p>Das Thema des Festivals spiegelt sich auch in der sehenswerten Ausstellung des Schlo\u00dfmuseums wieder. In diesem Jahr war es das Thema <em>M\u00e4rchen<\/em>. Der Pausenimbi\u00df im beeindruckenden Schlo\u00dfhof kann man in eine Reihe mit dem Picknick in Glyndebourne oder dem Mampfen aus dem Kofferraum auf dem Festspielparkplatz in Bayreuth stellen.<\/p>\n<p><em>Sardanapalus<\/em> wurde 1698 auf einer Gastspielreise des Leipziger Opernensembles in Ansbach uraufgef\u00fchrt, wodurch Text und Noten in die Ansbacher Bibliothek gelangten.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Es handelt sich um einen assyrischen K\u00f6nig, der an seiner Gier nach Luxus zugrundegeht. W\u00e4hrend sein Reich von feindlichen Armeen bedroht wird, fr\u00f6nt er der Wollust. An seinem Hof nimmt ein Intrigenspiel um Geiseln aus dem Feindeslager, der Ehefrau, der Geliebten des Herrschers und der Dienstboten seinen Lauf. Die Verwicklungen f\u00fchren schlie\u00dflich zum gl\u00fccklichen Ende f\u00fcr einige tugendhafte Paare, aber zum Tod des Herrschers und seiner Ehefrau. In Erwartung seiner Ermordung zerst\u00f6rt er seine Sch\u00e4tze und w\u00e4hlt den Freitod auf dem Scheiterhaufen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Dreh- und Angelpunkt aller Auff\u00fchrungen im Rahmen des Ekhof-Festivals ist die barocke B\u00fchnentechnik. Auf Klingelzeichen verwandelt sich die B\u00fchne von einem Tempelhain zu einer S\u00e4ulenhalle, zu einem Palast oder zu einer Strandlandschaft. Die Kost\u00fcme entsprechen den barocken Vorstellungen des historischen Assyriens, sind jedoch augenzwinkernd an die Anforderungen der heutigen Commedia dell\u2018Arte angepa\u00dft. Die S\u00e4nger agieren in barocker Gestensprache. Die T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer \u2013 sie lockerten die Handlung mit Balletten in barocker Tanztechnik auf \u2013 waren Mitglieder der <em>Compagnie l\u2019espace<\/em>.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Stagione-Ensemble des Ekhof-Festivals kann bei dem geringen Etat nicht unbedingt aus der ersten Garde der Barock-Solisten bestehen. Jedoch gelingt es, gute Nachwuchskr\u00e4fte zu engagieren. <strong>Bernhard Epstein<\/strong> schl\u00e4gt ein relativ flottes Tempo an, erzeugt mitrei\u00dfende barocke Klangkaskaden und arbeitet sowohl mit den Solisten als auch den Ballett-T\u00e4nzern hervorragend zusammen.<\/p>\n<p>In der Titelrolle zeichnete der sehr helle Tenor <strong>Jan Kobow<\/strong> recht \u00fcberzeugend den narzi\u00dftischen assyrischen K\u00f6nig, er k\u00f6nnte auch als Sopranist durchgehen, da er eine vollt\u00f6nende H\u00f6he erreicht. <strong>Antje Rux<\/strong> als seine Ehefrau Salomena, verf\u00fcgt \u00fcber eine sehr klare, lyrische Stimme. Besonderen Anklang fand Countertenor <strong>Stefan Kunath<\/strong> als Belochus. Sehr kom\u00f6diantisch, wortverst\u00e4ndlich und schwerelos leicht klingend gab der Bach- und Mozart-Tenor <strong>S\u00f6ren Richter<\/strong> die Rolle des Atrax. Er ist der Diener des Feldherrn Arbaces, der vom Ba\u00dfbariton <strong>Marcus<\/strong> <strong>Flaig<\/strong> dargestellt wird. Ihn zeichnen eine wohlklingende Tiefe und eine fast tenorale H\u00f6he aus. F\u00fcrsten traten in barocken Opern in absolutistischer Tradition auch als G\u00f6tter auf \u2013 und so hat <strong>Theodora Baka <\/strong>in der Rolle der assyrische F\u00fcrstin Agrina<strong> <\/strong>auch einen Auftritt als Juno. Ihr weicher Mezzo ist f\u00fcr H\u00e4ndel oder Scarlatti wie geschaffen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Ekhof-Festival erweist sich als weithin unbekannter, aber dennoch sehr bedeutender Beitrag zur Auseinandersetzung mit der historischen Auff\u00fchrungspraxis und der barocken B\u00fchnentechnik. Das Ergebnis ist lebendiges Theater, das keineswegs ein Gef\u00fchl verstaubten Museumsbetriebs aufkommen l\u00e4\u00dft. Das von weither angereistem Publikum wei\u00df die Auseinandersetzung mit barocker Tanztechnik zu sch\u00e4tzen und w\u00fcrdigt die Produktion mit lang anhaltendem, sehr freundlichem Applaus.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ekhof Festival, Gotha<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ensemble in der Kuppelhalle<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Christian Ludwig Boxberg (1670-1729), Opera in drei Akten und Prolog, Libretto vom Komponisten, Notenmaterial: Ulrich Wingerter, Ballettmusik: Nicolai Matteis (1712), UA: 1698, Ansbach Regie\/Choreographie: Milo Pablo Momm, Austattung &amp; Kost\u00fcme: Jan Hoffmann Dirigent: Bernhard Epstein, Compagnie Opera Baroque, United<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4114\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[174,116],"tags":[],"class_list":["post-4114","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ekhof-festival-gotha","category-musikfestivals"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4114","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4114"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4114\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4124,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4114\/revisions\/4124"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4114"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4114"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}