{"id":410,"date":"2008-11-05T22:59:26","date_gmt":"2008-11-05T20:59:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=410"},"modified":"2008-11-13T09:29:10","modified_gmt":"2008-11-13T07:29:10","slug":"koln-opernhaus-madama-butterfly","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=410","title":{"rendered":"K\u00f6ln, Opernhaus  &#8211; MADAMA BUTTERFLY"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini, Trag\u00f6die einer Japanerin in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach dem Schauspiel von David Belasco. UA: 17. Februar 1904, Teatro alla Scala, Mailand Dirigent: Enrico Delamboye, G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln, Frauenchor der Oper K\u00f6ln<br \/>\nRegie\/B\u00fchne: Patrick Kinmonth, Kost\u00fcme (Kinmonth\/Darko Petrovic)<br \/>\nSolisten: Ausrine Stundyte (Butterfly\/Cio-Cio-San), Viola Zimmermann (Suzuki), Adriana Bastidas Gamboa (Kate Pinkerton), Andrew Richards (Pinkerton), Bruno Caproni (Konsul), Andr\u00e9s Felipe Orozco Martinez (Goro), Jeongki Cho (Yamadori), Wilfried Staber (Onkel Bonzo), Abraham Singer (Kommissar), Christoph Westerkamp (Standesbeamter)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 1. November 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/koln-madama-butterfly.jpg\" TITLE=\"koln-madama-butterfly.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/koln-madama-butterfly.jpg\" ALT=\"koln-madama-butterfly.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Die Handlung spielt in Nagasaki \u201eunserer Zeit\u201c.  Der amerikanische Marineleutnant F.B. Pinkerton, geht w\u00e4hrend eines l\u00e4ngeren Aufenthaltes in Nagasaki die Ehe mit der Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, nach landes\u00fcblichem Recht ein; das besagt, da\u00df der Mann jederzeit die Ehe ohne Begr\u00fcndung aufgeben kann. Die sch\u00f6ne Japanerin nimmt dennoch die Ehe ernst und wird daraufhin von ihrer Familie versto\u00dfen.  Sie gebiert ein Kind und hofft drei Jahren lang auf die Wiederkehr Pinkerton. Mit Kanonensch\u00fcsse meldet sich die R\u00fcckkehr des Schiffes von Pinkerton an. Butterfly schm\u00fcckt das Zimmer mit Kirschbl\u00fcten zum Empfang. Pinkerton erscheint  mit seiner amerikanischen Ehefrau, um sein Kind zu holen. Butterfly begeht Harakiri mit dem Dolch, auf dem die Worte eingraviert sind:<em> Ehrenvoll sterbe, wer nicht mehr in Ehren leben kann<\/em>, mit dem sich ehemals auch ihr Vater t\u00f6tete.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nNoch vor der Ouvert\u00fcre ist das ( eingespielte) Singen der Zikaden zu h\u00f6ren. Auf der B\u00fchne breitet eine Japanerin gelassen Gegenst\u00e4nde aus, darunter auch ein Messer, mit dem sie sich pantomimisch entleibt. Das Ende der Oper ist vorweggenommen: <em>Nichts in der Stimme der Zikade sagt, wie bald sie sterben wird <\/em>(Matsuo Basho, japanischer Dichter 1644-1694) ist  im \u00dcbertitel zu lesen. Die B\u00fchne gleicht einem japanischen  Zimmer mit Schiebet\u00fcren, hinter denen sich ein zun\u00e4chst von rosa Rosen bewachsener Garten in sanftes Licht getaucht zeigt, ein Idyll, das sich im Verlauf in eine \u00f6de, regnerische Landschaft verwandelt. Im Innenraum macht sich im zweiten und dritten Akt eine hoch moderne amerikanische K\u00fcche mit \u00fcbergro\u00dfem K\u00fchlschrank breit.<br \/>\nCio-Cio-San tritt als eine Mischung aus Grace Kelly und Barbie Puppe (Spielzeug!) mit wasserstoffblonden Haaren und rosa Kleidchen  in das Leben von Pinkerton, der sich k\u00f6rperbetont, machohaft gibt. Dem Konsul ist das Unrecht anzumerken, mit der er die Verbindung, der beiden ungleichen Kulturen absegnet. Butterfly ist die Naive, die ganz an diese Liebe glaubt und \u00e4u\u00dferlich amerikanischer aussieht als sp\u00e4ter Kate Pinkerton. Eine (m\u00f6gliche) Erkl\u00e4rung folgt in der Zwischenmusik:  Ihre Mutter wird als Geliebte eines Amerikaners gezeigt und  Butterfly als Kind dieser Liebe. Zuletzt  ist Butterfly ganz als Japanerin, mit langen schwarzen Haaren und im Kimono zu sehen, die sich auf den Schlu\u00dfton vor Pinkerton, der seinen  Sohn auf dem  Arm h\u00e4lt, die Kehle durchschneidet.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie schauspielerische Leistung aller Darsteller war sehr eindrucksvoll. Allen voran machte <strong>Bruno Caproni<\/strong> als Konsul eine gesangliche wie auch darstellerische gute Figur, seinen v\u00e4terlichen Beistand konnte man ihm abnehmen. <strong>Andrew Richards <\/strong>(Pinkerton) wurde von Regisseur <strong>Kinmonth<\/strong> in eine  Darstellung gedr\u00e4ngt, der keine Sympathie gelten konnte. Aber er f\u00fcllte diese Rolle vor allem gesanglich \u00fcberzeugend aus. Etwas zwiesp\u00e4ltig lie\u00df uns  <strong>Ausrine Stundyte<\/strong> (Cio-Cio-San) zur\u00fcck. Sie spielte sehr eindringlich und entwickelte ber\u00fchrende gesangliche Momente, wirkte jedoch mitunter nicht ganz dieser diffizilen Partie gewachsen. Viola Zimmermann war eine souver\u00e4ne Suzuki. Das <strong>G\u00fcrzenich Orchester<\/strong> gab dem exotischen Kolorit in Details gut nach und lie\u00df Leitmotive aufbl\u00fchen, wirkte mitunter jedoch etwas unkonzentriert.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDas Regiedeb\u00fct  von <strong>Patrick Kinmonth<\/strong> (man kannte ihn bisher als Ausstatter), wirkte besonders  im ersten Akt sehr \u00e4sthetisch und setzte im Verlauf konsequent auf Bildhaftigkeit: Die amerikanische K\u00fcche wirkte absichtlich im japanischen Raum wie ein Fremdk\u00f6rper und verst\u00e4rkte das Aufeinanderprallen beider unterschiedlichen Kulturen. Ein Malheur war jedoch die K\u00fchlschrankt\u00fcr. Sie klemmte gut h\u00f6rbar  an der leisesten Stelle der Oper. Bedenklich war die Ausstattung der Kate Pinkerton in einer Offiziersuniform. Zu ihr w\u00fcrde kein Kind freiwillig hinlaufen, wie gesehen. Die Pantomime in der Zwischenmusik (2.\/3.Akt) psychologisierte die Butterfly und deutete in Pinkerton den Vaterersatz.  Eine Dopplung des Schicksals und in gewisser Weise der Ansatz einer  Erkl\u00e4rung f\u00fcr die unbedingte Liebe, die sie f\u00fcr den r\u00fcde gezeigten Amerikaner hegt. Alles in allem eine Auff\u00fchrung, die durch ihre intensive Darstellung des Leids ber\u00fchrte.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<br \/>\nBild: Klaus Lefebvre<br \/>\nDas Bild zeigt Ausrine Stundyte (Madame Butterfly) und Andrew Richards (Pinkerton).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini, Trag\u00f6die einer Japanerin in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach dem Schauspiel von David Belasco. UA: 17. 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