{"id":408,"date":"2008-11-04T22:50:56","date_gmt":"2008-11-04T20:50:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=408"},"modified":"2008-11-06T22:59:23","modified_gmt":"2008-11-06T20:59:23","slug":"mainz-staatstheater-la-semiramide-riconosciuta","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=408","title":{"rendered":"Mainz, Staatstheater &#8211; LA SEMIRAMIDE RICONOSCIUTA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Christoph Willibald Gluck (1714-1787); Dramma per musica in drei Akten; Libretto: unbekannter Bearbeiter nach dem Dramma per musica von Pietro Metastasio; UA: 14. Mai 1748, Burgtheater, Wien<br \/>\nRegie\/B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Peer Boysen<br \/>\nDirigent: Michael Millard, Orchester des Staatstheaters Mainz und der Hochschule f\u00fcr Musik Mainz<br \/>\nSolisten: Anne Catherine Wagner (Semiramide), Daniel Jenz (\u00e4gyptischer Prinz Mirteo), Jasmin Etezadzadeh (skythischer Prinz Ircano), Dmitry Egorov (indischer Prinz Scitalce), Alexandra Samouilidou (Tamiri), Almerija Deli\u0107 (Sibari)<br \/>\n\uf042esuchte Auff\u00fchrung: 16.10.2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"mainz-semiramide-riconoscut.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/mainz-semiramide-riconoscut.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"mainz-semiramide-riconoscut.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/mainz-semiramide-riconoscut.jpg\" \/><\/a>K\u00f6nigin Semiramide regiert Babylon in m\u00e4nnlichen Kleidern als K\u00f6nig Nino. Bei ihr, ihrem Vertrauten Sibari und Tamiri, der Prinzessin von Baktrien, werben drei Prinzen um die Hand der jungen Prinzessin: der \u00e4gyptische Mirteo, den Semiramide nicht als ihren Bruder erkennt, der skythische Prinz Ircano und der indische Scitalce, den Semiramide einst am \u00e4gyptischen Hof als Idreno kannte und liebte. Auch Scitalce erkennt in Semiramide seine ehemalige Geliebte, die er glaubt get\u00f6tet zu haben. Aus Eifersucht ermutigt Semiramide die beiden Rivalen, Scitalce zu vergiften. Doch dieser lehnt den Trank Tamiris, den sie ihm als Zeichen ihrer Gattenwahl \u00fcberreichen will, ab und wird f\u00fcr diese Dreistigkeit verhaftet. W\u00e4hrenddessen versucht Sibari, Ircano zur Entf\u00fchrung der Prinzessin zu \u00fcberreden. Als das nicht klappt, bleut er Mirteo ein, Scitalce habe in \u00c4gypten Mirteos Schwester entf\u00fchrt. Und auch bei Scitalce hat er seine H\u00e4nde im Spiel: ihm hatte er damals einen angeblichen Brief von Semiramide \u00fcberreicht, in dem sie zugibt, einen anderen zu lieben.<br \/>\nAm Ende zeigt sich, warum Sibari all diese Intrigen gesponnen hat: Er selbst ist in Semiramide verliebt. Semiramide gibt sich ihrem Volk zu erkennen, das ihr sogleich als K\u00f6nigin huldigt: Der K\u00f6nig soll als K\u00f6nigin weiterregieren. Semiramide reicht Scitalce die Hand, w\u00e4hrend Tamiri den gehorsamen Mirteo heiratet.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\n260 Jahre wurde diese Oper von Gluck nicht aufgef\u00fchrt \u2013 zuletzt im Juli 1748. Die Arbeitsstelle Gluck-Gesamtausgabe hat das Werk wieder entdeckt.<strong> Peer Boysen<\/strong> hat sich bei Inszenierung, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcmen der deutschen Erstauff\u00fchrung besonders viel M\u00fche gegeben. Und das war im Kleinen Haus des Mainzer Staatstheaters auch zu sp\u00fcren.<br \/>\nDie farbenfrohen Kost\u00fcme und das schrille Make-up erm\u00f6glichten es dem Publikum, sich schnell in die Charaktere und die recht komplizierten Beziehungskonstellationen einzufinden. Jede Rolle hatte ihr charakteristisches Aussehen: den \u00e4gyptischen Prinzen Mirteo kleidete eine schlichte, wei\u00dfe Robe, der skythische Prinz Ircano sah aus wie ein Barbar mit langen Haaren und schmal gezeichnetem Bart, Scitalce trat in prachtvollem Gewand und Turban auf.<br \/>\nDas B\u00fchnenbild stellte ein Rondell dar, das an eine Zirkusmanege erinnerte. In der Mitte war ein roter, pr\u00e4chtig umrandeter Vorhang eingelassen. Bunte Zeichnungen zierten die Kulissen. Das Orchester sa\u00df erh\u00f6ht im Hintergrund.<br \/>\nDie Darstellung der Szene mit dem Trank ist besonders hervorzuheben: Hier untermalte Boysen die herzschlagartigen T\u00f6ne der tiefen Streicher mit langsamen Bewegungen der anderen Charaktere auf Scitalce zu. Dies erzeugte eine beklemmende Situation mit knisternder Spannung.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Anne Catherine Wagner<\/strong> \u00fcberzeugte mit ihrer angenehm kr\u00e4ftigen Stimme in der Rolle der den K\u00f6nig Nino spielenden Semiramide. Der Tenor <strong>Daniel Jenz<\/strong> sang bisweilen etwas d\u00fcnn und wenig fundiert. Dies pa\u00dfte allerdings gut zu der bubenhaften Rolle des Mirteo. Gesanglich und schauspielerisch brillierte <strong>Jasmin Etezadzadeh<\/strong> (Ircano): Die Sopranistin sang mit voller Stimme und strahlte in Mimik und Gestik das barbarische Dasein der Rolle aus. <strong>Dmitry Egorov<\/strong> \u00fcberzeugte als Scitalce. Die schwierigen Verzierungen seines Parts sang er ohne M\u00fche, aber seine Stimme schien stellenweise zu schlank und dynamisch einseitig.<br \/>\n<strong>Alexandra Samouilidou<\/strong> gl\u00e4nzte als Tamiri. Sie setzte ihre helle klare Sopranstimme besonders dynamisch ein. Ihre Intonation war nahezu perfekt. Besonders die Zerrissenheit zwischen Wut und Mitleid gegen\u00fcber Mirteo gelang ihr. <strong>Almerija Deli\u0107<\/strong> (Sibari) sang mit angenehmer Stimme, jedoch bisweilen etwas unsauber, vor allem bei gr\u00f6\u00dferen Spr\u00fcngen.<br \/>\nSchon in der Ouvert\u00fcre machte das Orchester Lust auf mehr, nicht zuletzt wegen der abwechslungsreichen Passagen in der Musik. <strong>Michael Millard<\/strong> kontrollierte sehr gut Tempo und Dynamik des Ensembles. Die Streicher spielten sich mit Leichtigkeit durch die flinken L\u00e4ufe, und auch die Bl\u00e4ser spielten erfreulich sauber. Hervorzuheben sind die solistischen Passagen der Geige und des Violoncellos an den kammermusikalisch anmutenden Stellen der Oper.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung des Werkes ist wirklich gelungen. Die S\u00e4nger und auch die Musiker ernteten f\u00fcr ihre Darbietung Bravi vom Publikum. Es ist immer wieder interessant, Inszenierungen von Werken zu sehen, die bisher nicht in den Opernkanon aufgenommen wurden. Diese Oper leidet allerdings unter der stagnierenden Handlung, die blo\u00df durch Verwirrungen aus der Vergangenheit aufgewogen wird. Die Rezitative sind gut, aber durch die st\u00e4ndigen eint\u00f6nigen Wiederholungen in den Da-Capo-Arien erscheint das Werk streckenweise etwas langwierig.<br \/>\nJulia Korst<br \/>\nBild: Martina Pipprich<br \/>\nDas Bild zeigt: Alexandra Samouilidou (Tamiri, 3. von li) bietet Dmitry Egorov (Scitalce, 5. von li) den Trank zum Zeichen ihrer Gattenwahl. Au\u00dferdem (von li): Jasmin Etezadzadeh (Ircano), Almerija Deli\u0107 (Sibari), Anne Catherine Wagner (Semiramide) und Daniel Jenz (Mirteo)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Christoph Willibald Gluck (1714-1787); Dramma per musica in drei Akten; Libretto: unbekannter Bearbeiter nach dem Dramma per musica von Pietro Metastasio; UA: 14. 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