{"id":4069,"date":"2012-07-16T20:07:11","date_gmt":"2012-07-16T19:07:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4069"},"modified":"2012-09-26T10:28:44","modified_gmt":"2012-09-26T09:28:44","slug":"der-freischutz-bad-lauchstadt-goethe-theater-theatersommer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4069","title":{"rendered":"DER FREISCH\u00dcTZ &#8211; Bad Lauchst\u00e4dt, Goethe-Theater, Theatersommer"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Carl Maria von Weber (1786-1826), Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen. Libretto: Johann Friedrich Kind, neue Zwischentexte von Christian Schuller nach Steffen Kopetzky, UA:18. Juni 1821, Berlin<\/p>\n<p>Regie: Christian Schuller, Ausstattung: Jens Kilian<\/p>\n<p>Dirigent: Karl-Heinz Steffens, Staatskapelle Halle, Chor der Oper Halle, Choreinstudierung: Jens Petereit<\/p>\n<p>Solisten: Anke Berndt (Agathe), Ralph Ertel (Max), Ines Lex (\u00c4nnchen), Gerd Vogel (Kaspar), Christoph Stegemann (Kuno), Asgeir Pall Agustsson (Kilian),\u00a0 Nils Giesecke (Ottokar), Ki-Hyun Park (Eremit), Harald H\u00f6binger (Sprechrolle Samiel), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. Juli 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Bad-Lauchst-Freisch\u00fctz.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4070\" title=\"Bad-Lauchst-Freisch\u00fctz\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Bad-Lauchst-Freisch\u00fctz.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Bad-Lauchst-Freisch\u00fctz.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Bad-Lauchst-Freisch\u00fctz-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Max, J\u00e4gerbursche des Erbf\u00f6rsters Kuno und Br\u00e4utigam von dessen Tochter Agathe, hat beim Sch\u00fctzenfest verloren. Und das bevor er am n\u00e4chsten Tag den Probeschu\u00df abgeben mu\u00df, von dem seine weitere Laufbahn, aber auch die Hochzeit mit Agathe abh\u00e4ngt. Der verzweifelte Max l\u00e4\u00dft sich von Kaspar \u00fcberreden von Samiel Freikugeln zu fordern, die nie ihr Ziel verfehlen. Max erh\u00e4lt in der \u201eWolfsschlucht\u201c um Mitternacht sieben Freikugeln, von denen die letzte vom Teufel geleitet wird. Beim Probeschu\u00df hat Max nur noch diese letzte Freikugel \u00fcbrig. Er schie\u00dft auf eine wei\u00dfe Taube, Agathe schreit auf und sinkt zu Boden \u2013 jedoch nur in Ohnmacht, w\u00e4hrend Kaspar t\u00f6dlich getroffen ist. Max gesteht seinen Pakt mit dem Teufel. Doch weil der Eremit f\u00fcr ihn bittet, mu\u00df er nur ein Probejahr bestehen, bis er Agathe heiraten darf.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die historische barocke B\u00fchnentechnik des Bad Lauchst\u00e4dter Goethe Theaters ist weithin bekannt und wird intensiv in dieser Produktion genutzt. Die Seitenkulissen auf den Schlitten in den Freifahrten, der Hintergrundprospekt und die Suffitten verwandeln die B\u00fchne rasch von einem Zimmer in eine Waldlandschaft und zur\u00fcck. Im Zentrum des Geschehens und der B\u00fchne steht ein gro\u00dfer Wandschrank, aus dem die gealterte Agathe ihre Erinnerungen wieder in persona hervortreten l\u00e4\u00dft. So tritt w\u00e4hrend des Vorspiels das Brautpaar Max und Agathe hervor, um sich zum Schlu\u00dfbild in gleicher Pose wieder zu vereinigen. Das Volk tritt in historischer Trachtenkleidung auf, und zwar sowohl auf der B\u00fchne, als auch im Zuschauerraum. Oberf\u00f6rster Ottokar sitzt neben der Pauke auf der Galerie, um sich entsprechend huldigen zu lassen. Der schwarze J\u00e4ger Samiel spricht seinen bedeutungsschwangeren Text aus den rot beleuchteten Versenkungen der B\u00fchne. Die Kost\u00fcme und Kulissen deuten auf die Entstehungszeit um 1821 hin.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Schon mit dem ersten Ton wird deutlich, da\u00df wir es mit einem Hauptwerk der deutschen Romantik zu tun haben und da\u00df dieses bei <strong>Karl-Heinz Steffens<\/strong> und der Staatskapelle Halle in den besten H\u00e4nden ist. Zwar kann in den beengten R\u00e4umlichkeiten des Goethe Theaters nicht mit einer normalen Freisch\u00fctz-Besetzung gespielt werden und einige Instrumente m\u00fcssen auf die Galerie oder die Portal-Logen ausweichen, jedoch bem\u00fchen sich die Streicher nach Kr\u00e4ften fehlendes Volumen auszugleichen, w\u00e4hrend das Blech nicht zu dominant wird. Auch die S\u00e4nger passen durch die Bank in das harmonische Gewebe. An vorderster Stelle ist <strong>Raph Ertel<\/strong> zu nennen, der als Heldentenor mit baritonalem Glanz dem Max \u00a0entsprechenden Ausdruck und Gewicht verleiht. Mit sicherer Technik <em>tr\u00e4gt er l\u00e4nger nicht die Qualen<\/em>. <strong>Gerd Vogel<\/strong> kann als Kaspar d\u00e4monische Wirkung erzielen, denn er betont die Gesanglinie entsprechend. <em>Hier im ird&#8217;schen Jammertal<\/em> wird zu seiner Glanznummer. Der dramatische Sopran <strong>Anke Berndt<\/strong> (Agathe) kann mit <em>Leise, leise, fromme Weise<\/em> die Emotionen wecken. Gleiches gelingt Ines Lex als \u00c4nnchen, wenn auch Ihre erfahrene Wagner-Stimme zwar etwas schwer wirkt. Daf\u00fcr kann sie mit sicher gef\u00fchrter Gesangslinie <em>Nero, den Kettenhund<\/em> an die Leine nehmen. <strong>Christoph Stegemann<\/strong> ist ein sch\u00f6ner tiefer Ba\u00df. Mit seiner soliden Tiefe gibt er dem Kuno die W\u00fcrde des Erbf\u00f6rsters. <strong>Nils Giesecke<\/strong> ist zwar ein etwas wackeliger lyrischer Tenor, hat aber gen\u00fcgend baritonale Tiefe und Ausdruckskraft, um die Rolle des Ottokar auszuf\u00fcllen. <strong>Ki-Hyun Pa<\/strong>r<strong>k<\/strong> (Eremit) und <strong>Asgeir Pall Agustsson<\/strong> (Kilian) runden die rundum gelungene Ensemble-Leistung ab.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die historische B\u00fchnentechnik des Goethe Theaters Bad Lauchst\u00e4dt trifft auf modernes Regietheater: Die Frage wer der Hauptdarsteller ist, die Verwandlung des B\u00fchnenbildes mittels barocker Kulissen oder der durch neue Dialoge zum Hauptdarsteller aufgewertete Samiel, mu\u00df der Zuschauer selbst beantworten. Das Premierenpublikum feierte Produktion und eine souver\u00e4ne musikalische Leistung ausgiebig und lautstark. Eine weitere mitrei\u00dfende Premiere im Bad Lauchst\u00e4dter Theatersommer, diesmal durch die Oper Halle.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anke Berndt (Agathe), Ralph Ertel (Max)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Carl Maria von Weber (1786-1826), Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen. Libretto: Johann Friedrich Kind, neue Zwischentexte von Christian Schuller nach Steffen Kopetzky, UA:18. 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