{"id":4059,"date":"2012-06-03T09:20:33","date_gmt":"2012-06-03T08:20:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4059"},"modified":"2012-07-16T09:23:06","modified_gmt":"2012-07-16T08:23:06","slug":"die-sache-makropulos-vec-makropulos-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4059","title":{"rendered":"DIE SACHE MAKROPULOS \u2013 (VEC MAKROPULOS) &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leo\u0161 Jan\u00e1cek (1854-1928), Oper in drei Akten nach der Kom\u00f6die (1922) von Karel \u010capek, Text vom Komponisten, UA: 18. Dezember 1926 Br\u00fcnn, Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Robert Carsen, B\u00fchne: Radu Boruzescu<\/p>\n<p>Dirigent: Philipp Pointner, Staatsphilharmonie, Herrenchor des Staatstheaters Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Mardi Byers (Emilia Marty), Michael Putsch (Albert Gregor), Martin Nyvall (V\u00edtek), Judita Nagyov\u00e1 (Krista), Kurt Schober (Jaroslav Prus), Martin Platz (Janek), Gust\u00e1v Bel\u00e1cek (Dr. Kolenat\u00fd, Advokat), Taehyun Jun (Ein Theatermaschinist), Joanna Limanska-Pajak (Eine Aufr\u00e4umefrau), Richard Kindley (Hauk-\u0160endorf), Joanna Limanska-Pajak (Kammerzofe Emilias)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. Juni 2012 (B-Premiere, in Originalsprache mit deutschen \u00dcbertiteln)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/N\u00fcrnberg-Makropulos.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4060\" title=\"N\u00fcrnberg-Makropulos\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/N\u00fcrnberg-Makropulos.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/N\u00fcrnberg-Makropulos.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/N\u00fcrnberg-Makropulos-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Als Vorlage Kom\u00f6die von Karel \u010capek und der Oper diente ein Rechtsstreit um das Erbe des alten Barons Prus, der nach mehr als 100 Jahren zu Ende gegangen war.<\/p>\n<p>Der Operns\u00e4ngerin Emilia Marty geht es nicht ums Geld, sondern um ein \u00a0griechisches Dokument, das in das Konvolut der Erbschaft geraten ist. Sie hei\u00dft eigentlich Elina Makropulos, ist die Tochter des Leibarztes Kaiser Rudolf II. und hat 300 Jahre zuvor ein Serum getestet, das ihr ewiges Leben schenkt. In immer neuen Identit\u00e4ten mit gleichen Initialen geno\u00df sie das Leben und ben\u00f6tigt nun die Formel aus dem Dokument, um ihr Leben zu verl\u00e4ngern. M\u00e4nner k\u00e4mpfen um die Gunst der gefeierten Operndiva, ver\u00fcben sogar Selbstmord. Als sie das Dokument schlie\u00dflich in H\u00e4nden h\u00e4lt, mu\u00df sie ihre Mehrfach-Identit\u00e4t aufdecken. Innerlich l\u00e4ngst tot, verzichtet sie auf das Serum. Das Dokument wird vernichtet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das einfach gehaltene B\u00fchnenbild ist den Anforderungen einer Koproduktion mit Stra\u00dfburg und Venedig zugestanden. W\u00e4hrend des Vorspiels sehen wir, wie die Hauptdarstellerin Emilia Marty in verschiedenen Kost\u00fcmen als Operndiva vor den Vorhang tritt \u2013 gewisserma\u00dfen auch eine Reise durch die Zeiten: Renaissance, Barock bis zum heutigen Tag. F\u00fcr die drei Akte stellt man immer wieder andere Kulissenteile auf die sonst leere B\u00fchne: F\u00fcr die Kanzlei B\u00fccherschr\u00e4nke und Schreibtische mit vielen Akten, die Garderobe in der Oper ist eine chinesische Holzschnitzerei in Reminiszenz an Turandot. Dazu kommt noch ein Schminktisch. Die Kost\u00fcme der handelnden Personen entsprechen der Handlungszeit, den 1930er Jahren.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Es ist schon fast eine kleine Sensation wie \u00fcberzeugend spielerisch<strong> Mardi Byers<\/strong> die technisch anspruchsvolle Rolle der Emilia Marty ausf\u00fcllen kann, denn diese Partie kann man in eine Reihe mit der Elektra von Richard Strauss stellen. Sie fa\u00dft die technisch schwierigen Passagen zu sauberen Koloraturketten zusammen und gl\u00e4nzt auch mit den hohen Spitzent\u00f6nen. <strong>Kurt Schober<\/strong> als ihr letzter Geliebter Jaroslav Prus ist ihr ein ebenb\u00fcrtiger Partner, wodurch die Dialoge und Duette gewaltig an dramatischer Wirkung gewinnen. Schober ist ein gelenkiger Spielbariton, der ohne Probleme seine Arien mit voller Durchschlagskraft aussingen kann. <strong>Michael Putsch<\/strong> als Albert Gregor kann da nicht mithalten, denn er agiert zu verhalten, kann nur in der baritonalen Mittellage gl\u00e4nzen, die H\u00f6he schafft er fast nur im piano, in exponierten Stellen versucht er mit Kraft Strahlglanz aufzubieten. In den kleineren Rollen findet man viel Licht und wenig Schatten. <strong>Judita Nagyova<\/strong> (Krista) und <strong>Martin Platz<\/strong> (Janek) k\u00f6nnen mit ihren dramatischen Ausbr\u00fcchen in ihren Liebesbeziehungen Aufmerksamkeit auf sich lenken, w\u00e4hrend dies <strong>Richard Kindley<\/strong> (Hauk-Sendorf) nicht gelingen will. <strong>Philipp Pointner<\/strong> f\u00fchrt Orchester und Solisten durch ein musikalisches Drama, das sich so anspruchsvoll und mitrei\u00dfend gibt, wie man es von einer Oper am Endpunkt der Romantik erwarten kann. Er untermalt die dramatischen Momente manchmal sehr fortissimo, unterst\u00fctzt aber ebenso die S\u00e4nger vorbildlich. Auch der Chor kommt zu seinem Recht und kann entsprechende Wirkung erzielen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die vom Publikum in allen Belangen gefeierte Vorstellung belegt eindeutig, da\u00df das selten gespielte Werk Leo\u0161 Jan\u00e1cek durchaus das Publikum zu begeistern wei\u00df. Weil sich Robert Carsen weitgehend an die Vorgaben des Komponisten h\u00e4lt und die Handlung handwerklich geschickt und spannend in Szene zu setzen wei\u00df, wird die komplexe Handlung sogar allgemein verst\u00e4ndlich. Dar\u00fcber hinaus gestaltet das Orchester die surrealen sp\u00e4tromantischen Klangbilder mitrei\u00dfend. So gelingt der Beweis, da\u00df das Publikum solche Bem\u00fchungen auch entsprechend w\u00fcrdigt. Und n\u00e4hrt die Hoffnung, da\u00df die Werke des Leo\u0161 Jan\u00e1cek \u00f6fter gespielt werden.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Jutta Missbach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Kurt Schober (Jaroslav Prus), Martin Nyvall (V\u00edtek), Judita Nagyov\u00e1 (Krista), Mardi Byers (Emilia Marty), Gust\u00e1v Bel\u00e1cek (Dr. Kolenat\u00fd), Michael Putsch (Albert Gregor), v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Leo\u0161 Jan\u00e1cek (1854-1928), Oper in drei Akten nach der Kom\u00f6die (1922) von Karel \u010capek, Text vom Komponisten, UA: 18. 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