{"id":4055,"date":"2012-06-17T15:26:50","date_gmt":"2012-06-17T14:26:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4055"},"modified":"2012-07-09T15:28:48","modified_gmt":"2012-07-09T14:28:48","slug":"die-regimentstochter-la-fille-du-regiment-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4055","title":{"rendered":"DIE REGIMENTSTOCHTER \u2013 LA FILLE DU REGIMENT &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797\u20131848), Op\u00e9ra-comique in zwei Akten, Libretto: \u00a0Jules Henri Vernoy Marquis de Saint-Georges und Jean Fran\u00e7ois Alfred Bayard UA: 11. Februar 1840 Paris, Op\u00e9ra-Comique, Salle des Nouvaut\u00e9s<\/p>\n<p>Regie: Andreas Baesler, B\u00fchne: Kaspar Zwimpfer<\/p>\n<p>Dirigent: Gabor Kali, Staatsphilharmonie, Chor und Extrachor des Staatstheaters N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Heidi Elisabeth Meier (Marie), Leila Pfister (Marquise von Birkenfeld), Hartmut Schmiedner (Krakentorp), Tilman Lichdi (Tonio), Daeyoung Kim (Sulpice), Dariusz Siedlik (Hortensio) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Juni 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/N\u00fcrnberg-Regimentstochter.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4056\" title=\"N\u00fcrnberg-Regimentstochter\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/N\u00fcrnberg-Regimentstochter.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/N\u00fcrnberg-Regimentstochter.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/N\u00fcrnberg-Regimentstochter-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Marie wurde als Findelkind von den Soldaten eines Regiments aufgenommen und lebt dort als Marketenderin. Die Soldaten haben einen jungen Mann verhaftet, den sie f\u00fcr einen Spion halten. Marie erkennt in ihm ihren Geliebten Tonio. Sie bittet ihn freizulassen. Tonio f\u00fchlt sich gl\u00fccklich unter den Soldaten, und, da der erf\u00e4hrt, da\u00df Marie nur einen Soldaten des Regiments heiraten darf, wird er Soldat dieses Regiments. Doch dann kommt heraus, da\u00df Marie Tochter der Marquise von Birkenfeld ist. Sie soll nun eine Dame der Gesellschaft werden und standesgem\u00e4\u00df heiraten. Aber bei der Hochzeitsgesellschaft taucht Tonio auf und berichtet Maries Vorgeschichte als Marketenderin beim Regiment. Ger\u00fchrt gibt die Marquise den Liebenden ihren Segen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>In dieser Oper, die mit viel Handlung angereichert ist, ben\u00f6tigt Andreas Baesler keine \u00fcppige B\u00fchnendekoration. Einfache W\u00e4nde bilden im Einheitsb\u00fchnenbild den Rahmen des Schlosses, das je nach Bedarf m\u00f6bliert wird, einmal prunkvoll f\u00fcr die Hochzeitsgesellschaft, einmal sp\u00e4rlich, wenn die Marketenderin Marie Zigaretten und Bier an die Soldaten verkauft oder deren Socken w\u00e4scht. Als die \u00a0Soldaten das Schlo\u00df besetzen, durchbricht ein Panzer die R\u00fcckwand. Die Uniformen der Soldaten k\u00f6nnten aus allen m\u00f6glichen Uniformen zusammengesetzt sein, passen aber ungef\u00e4hr in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, und gleichen dabei dem <em>braven Soldaten Schwejk<\/em>. Ebenso zeitlos einheitsgrau ist Kleidung der Zivilisten gehalten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>1967 wurde Luciano Pavarotti weltber\u00fchmt, als er in Covent Garden die Rolle des Tonio \u00fcbernahm und in der Bravour-Arie <em>Je suis soldat<\/em>\u00a0 alle hohen C\u2018s traf. Damit wird deutlich, wie schwierig diese Rolle zu besetzen ist. Insofern mu\u00df man dankbar sein, diese selten gespielte Oper in N\u00fcrnberg h\u00f6ren zu d\u00fcrfen, auch wenn der hauseigene Mozarttenor <strong>Tilman Lichdi<\/strong> keine dieser hohen T\u00f6ne trifft. Aber schlie\u00dflich hat er andere Qualit\u00e4ten, und er kann den jugendlichen Liebhaber mit seiner Mozartstimme glaubw\u00fcrdigen Charakter verleihen. Diese hohen T\u00f6ne sind eben nicht alles. In <strong>Heidi Elisabeth Meier<\/strong> findet er eine jugendlich naive Marie, die mit einer ausgezeichneten Leistung die Herzen der Zuh\u00f6rer gewinnt. In der ebenfalls schwierigen Arie<em> Jeder kennt es: Das Regiment der Regimenter<\/em> trifft sie die hohen T\u00f6ne glockenklar und rein. Ihr schwerer Koloratursopran hat sich wunderbar weiterentwickelt. Der s\u00fcdkoreanische Ba\u00df <strong>Daeyoung Kim<\/strong> ist mit seiner vollt\u00f6nenden Stimme eine Bereicherung des Abends. Er kann die Emotionen der Rolle des Sulpice stimmlich einf\u00fchlsam gestalten, auch wenn ihm ab und zu in der Tiefe die Luft ausgeht. <strong>Leila Pfister<\/strong> kann schauspielerisch deutlich mehr \u00fcberzeugen als stimmlich. Der Marquise von Birkenfeld kann sie mit <em>Einer Frau meines Namens<\/em> kein Leben einhauchen, sie h\u00f6rt sich wie ein zu tiefer, abgesungener Mezzo an. <strong>Der Chor<\/strong> erreicht die in N\u00fcrnberg gewohnte dramatische Pr\u00e4zision, um die Leidensf\u00e4higkeit der Bev\u00f6lkerung zu \u00fcbertragen. Die Staatsphilharmonie wird unter <strong>Gabor Kali<\/strong> in der Lautst\u00e4rke zur\u00fcckgefahren, so gelingt eine zur\u00fcckhaltende, aber nichtsdestoweniger starke Unterst\u00fctzung der S\u00e4nger in ihren schwierigen Partien.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Argumente werden immer wieder gegen diese Oper ins Feld gef\u00fchrt. Zum einen soll die Verherrlichung des Milit\u00e4rs nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df sein, zum anderen ist die Besetzung der Rolle des Tonio nicht einfach, denn man ben\u00f6tigt \u201enur\u201c den \u201ebesten Tenor der Welt\u201c. Andreas Baesler l\u00f6st das eine Problem, indem er die Milit\u00e4rklamotte Donizettis in die N\u00e4he des <em>Braven Soldaten Schwejk<\/em> r\u00fcckt und Sulpice als sympathischen \u00dcbervater zeichnet. Tilman Lichdi bietet eine einwandfreie Rollengestaltung des Tonio und kann sich gegen Heidi Elisabeth Meier behaupten, der eine gro\u00dfe Leistung mit der Rolle der Marie gelingt. Verdienter donnernder Applaus f\u00fcr alle Beteiligten!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Jutta Missbach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Heidi Elisabeth Meier (Marie) versorgt ihre Soldaten mit Bier und Zigaretten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797\u20131848), Op\u00e9ra-comique in zwei Akten, Libretto: \u00a0Jules Henri Vernoy Marquis de Saint-Georges und Jean Fran\u00e7ois Alfred Bayard UA: 11. Februar 1840 Paris, Op\u00e9ra-Comique, Salle des Nouvaut\u00e9s Regie: Andreas Baesler, B\u00fchne: Kaspar Zwimpfer Dirigent: Gabor Kali, Staatsphilharmonie, Chor<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4055\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,1],"tags":[],"class_list":["post-4055","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4055","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4055"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4055\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4058,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4055\/revisions\/4058"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4055"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4055"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4055"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}