{"id":4048,"date":"2012-06-17T16:07:25","date_gmt":"2012-06-17T15:07:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4048"},"modified":"2014-02-08T18:24:41","modified_gmt":"2014-02-08T17:24:41","slug":"mathis-der-maler-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4048","title":{"rendered":"MATHIS DER MALER &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Paul Hindemith (1895-1963), Gro\u00dfe Oper in sieben Bildern,. Libretto: Paul Hindemith, UA: 28. Mai 1938, Stadttheater Z\u00fcrich<\/p>\n<p>Regie: Matthias Hartmann, B\u00fchne: Johannes Sch\u00fctz, Kost\u00fcme: Victoria Behr, Dramaturgie: Michael K\u00fcster, Licht: J\u00fcrgen Hoffmann, Video: Andi A. M\u00fcller<\/p>\n<p>Dirigent: Daniele Gatti, Orchester und Chor der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: J\u00fcrg H\u00e4mmerli<\/p>\n<p>Solisten: Emily Magee (Ursula), Sandra Trattnigg (Regina), Stefania Kaluza (Gr\u00e4fin Helfenstein), Thomas Hampson (Mathis, der Maler), Reinaldo Macias (Albrecht von Brandenburg), Andreas H\u00f6rl (Lorenz von Pommersfelden) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Juni 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Z\u00fcrich-Mathis.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4049\" title=\"Z\u00fcrich-Mathis\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Z\u00fcrich-Mathis.gif\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Z\u00fcrich-Mathis.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Z\u00fcrich-Mathis-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Es geht um den K\u00fcnstler Matthias Gr\u00fcnewald, der Anfang des sechzehnten Jahrhunderts zur Zeit der Bauernkriege unter dem Mainzer Erzbischof den Isenheimer Altar schuf.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach einem Unterschlupf betritt der verfolgte Bauernanf\u00fchrer Schwalb mit seiner Tochter Regina das Kloster. Mathis bedient sie und verhilft ihnen beim Eintreffen der Soldaten zur schnelleren Flucht mit seinem eigenem Pferd. Die Verfolger bedr\u00e4ngen die M\u00f6nche, doch Mathis gesteht, da\u00df er den Aufst\u00e4ndischen geholfen hat. Mathis\u2019 Auftraggeber, der Kardinal Albrecht, wird von seinem Vergehen unterrichtet und entl\u00e4\u00dft den Maler aus seinem Dienst.<\/p>\n<p>Kardinal Albrecht wird von Martin Luther aufgefordert zu heiraten und sich dem protestantischen Glauben zuzuwenden. Daf\u00fcr k\u00e4me die b\u00fcrgerliche Ursula in Frage, diese aber liebt Mathis.<\/p>\n<p>Mathis und Regina fliehen, und im Wald wird Mathis von Visionen gepeinigt. Daraufhin gestaltet er sein Meisterwerk, den Isenheimer Altar. Regina ist geschw\u00e4cht, wird von Ursula gepflegt und stirbt in der Werkstatt des Malers.<\/p>\n<p>Kardinal Albrecht bietet Mathis an, erneut in seinen Dienst zu treten. Doch Mathis schl\u00e4gt das Angebot aus.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne bleibt karg und schwarz, aber in der Mitte befindet sich eine wei\u00dfe, raumgro\u00dfe, quadratische Vertiefung im Boden. Lediglich ein Becher mit Pinseln, ein Mallappen und einige Kunstblumen liegen auf dem Boden verstreut. Eine quadratische schwarze Wand steht schr\u00e4g in der Mitte, so, wie wenn der Maler darauf gearbeitet h\u00e4tte. Im sparsamen B\u00fchnenbild treten die Kost\u00fcme der Solisten besonders farbintensiv und ansprechend hervor: Die bodenlangen Kleider der S\u00e4ngerinnen, ein feuerrotes Kardinalsgewand, ein graues Kost\u00fcm f\u00fcr Mathis und auch die Bauern in grau mit Farbm\u00fctzen. Die Staatsk\u00e4mpfer tragen imposante R\u00fcstungen. Eine besonders \u00e4sthetische Wirkung gibt neben Ursulas blauem Kleid, ihr Haarschmuck.<\/p>\n<p>Mit grausamen Details wird hier der Graf ermordet. Die Verbrennung der protestantischen B\u00fccher erfolgt mit Rauch und echtem Feuer im hintersten Teil der B\u00fchne: Man sieht durch eine T\u00fcr\u00f6ffnung hindurch, wie die Flammen immer wieder emporz\u00fcngeln. Die Mathis-Visionen werden durch eine Video-\u00dcbertragung umgesetzt, w\u00e4hrend derer sich einige Solisten abwechselnd auf den Stuhl vor die Kamera setzen. Neben anderen Bildprojektionen auf einer gro\u00dfen Leinwand sind sie singend mit unsch\u00f6n verformten Gesichtern zu sehen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester der Oper Z\u00fcrich spielte zeitweise transparent, dann wieder mit gro\u00dfer Lautst\u00e4rke, und arbeitete verschiedene Klangfarben und dynamische Einzelheiten wirkungsvoll heraus. Oft klangen die Ch\u00f6re angenehm mild hinter der B\u00fchne. Im sechsten Bild steigerte der Chor seine Lautst\u00e4rke ins Gigantische. Die nahezu vollst\u00e4ndig deb\u00fctierenden S\u00e4nger brillierte neben guter Aussprache und Intonation mit wohlklingenden Stimmen und setzten sich recht gut \u00a0gegen\u00fcber dem Orchester durch. In der Hauptrolle <strong>Thomas Hampson <\/strong>mit seiner pr\u00e4chtigen Stimme. Mit gro\u00dfer Musikalit\u00e4t und sauberster Intonation kam jeder Ton und jedes Wort deutlich von seinen Lippen. <strong>Emily<\/strong> <strong>Magee<\/strong> (Ursula) legte mit ihrer lyrischen Stimme willkommene Glanzst\u00fccke hin. Im Duett <em>Vertrautheit, die mich begl\u00fcckte <\/em>im dritten Bild kamen ihre Empfindungen deutlich heraus. <strong>Reinaldo<\/strong> <strong>Macias<\/strong> (Albrecht) zeigte neben der klangsch\u00f6nen Stimme auch schauspielerisches Talent. Jede seiner Bewegungen und sein Gesang ging unter die Haut, vor allem w\u00e4hrend seiner Auseinandersetzung mit der sch\u00f6nen Ursula \u00fcber eine m\u00f6gliche Heirat. Es gelang ihm den liebenden und gleichwohl entsagenden Charakter lebendig zu gestalten. Mit gro\u00dfer Stimme gl\u00e4nzte<strong> Stefania<\/strong> <strong>Kaluza<\/strong> (Gr\u00e4fin Helfenstein) im vierten Bild. <strong>Sandra<\/strong> <strong>Trattnigg<\/strong> (Regina) sang mit gro\u00dfem Volumen und zeigte eine eindrucksvolle B\u00fchnenpr\u00e4senz.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt wurde sehr intensiv musiziert, so da\u00df man sich im Publikum manchmal nach mehr Ruhe sehnte. Schauspielerisch gab es wenig Abwechslung, da der Gesichtsausdruck der S\u00e4nger stets traurig blieb. Zudem wirkten deren Bewegungen oft tr\u00e4ge, da sie meist nur langsam einherschritten oder manchmal ganz still dastanden. Anzumerken ist zudem, da\u00df das Libretto nicht ann\u00e4hernd so viel Brutalit\u00e4t aufweist wie man hier zu sehen bekam. Mit wiederholtem Beifall w\u00fcrdigte das Publikum die Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild \u00a0zeigt: in der Mitte Emily Magee (Ursula) und Gregory Reinhart (Riedinger) rechts mit Herren Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Paul Hindemith (1895-1963), Gro\u00dfe Oper in sieben Bildern,. Libretto: Paul Hindemith, UA: 28. Mai 1938, Stadttheater Z\u00fcrich Regie: Matthias Hartmann, B\u00fchne: Johannes Sch\u00fctz, Kost\u00fcme: Victoria Behr, Dramaturgie: Michael K\u00fcster, Licht: J\u00fcrgen Hoffmann, Video: Andi A. 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