{"id":404,"date":"2008-11-03T11:54:09","date_gmt":"2008-11-03T09:54:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=404"},"modified":"2008-11-04T12:02:44","modified_gmt":"2008-11-04T10:02:44","slug":"frankfurt-oper-lucia-di-lammermoor","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=404","title":{"rendered":"Frankfurt, Oper &#8211; LUCIA DI LAMMERMOOR"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti, Libretto: Salvatore Cammarano nach dem Roman The Bride of Lammermoor (1819) von Sir Walter Scott, UA: 26. September 1835, Neapel.<br \/>\nMusikalische Leitung: Roland B\u00f6er, Regie: Matthew Jocelyn, B\u00fchnenbild: Alain Lagarde, Kost\u00fcme: Eva- Mareike Uhlig, Dramaturgie: Zsolt Horp\u00e1csy, Licht: Olaf Winter, Chor: Matthias K\u00f6hler.<br \/>\nSolisten: Tatiana Lisnic (Lucia), Joseph Calleja (Edgardo di Ravenswood), George Petean (Enrico Ashton), Peter Marsh (Lord Arturo Bucklaw), B\u00e1lint Szab\u00f3 (Raimondo Bidebent), Katharina Magiera (Alisa), Michael McCown (Normanno).<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 26. Oktober 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"frankfurt-lucia.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/frankfurt-lucia.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"frankfurt-lucia.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/frankfurt-lucia.jpg\" \/><\/a>Die beiden Adelsgeschlechter Ashton und Ravenswood sind zerstritten. Das gesamte Verm\u00f6gen der Familie Ravenswood fiel an den Widersacher, Lord Enrico Ashton Bucklaw.  Dieser ist selbst in eine schwierige finanzielle Lage geraten und hat sich zudem politisch zu weit vorgewagt. Um sich vor dem Ruin zu retten, plant Enrico die Verheiratung seiner Schwester Lucia mit dem reichen Lord Bucklaw.<br \/>\nLucia weigert sich die Verbindung einzugehen. Ihr Herz geh\u00f6rt einem anderen, dem Todfeind der Familie: Edgardo di Ravenswood. Edgardo mu\u00df sich f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit von Lucia verabschieden, beide schw\u00f6ren sich vor Gott die ewige Treue.<br \/>\nEnrico f\u00e4lscht einen Brief von Edgardo an Lucia und legt ihn als fingierten Beweis f\u00fcr Edgardos Untreue vor. Dadurch kann er sie schlie\u00dflich dazu bewegen, einen Heiratsvertrag mit Lord Arturo zu unterzeichnen. Edgardo st\u00fcrmt zur feierlichen Hochzeit von Lucia und Lord Ashton, wobei er Lucias Liebe verflucht. In der darauffolgenden Hochzeitsnacht ermordet Lucia Lord Arturo, wird aber dar\u00fcber wahnsinnig. Als Edgardo erf\u00e4hrt, da\u00df Lucia im Sterben liegt, will er zu ihr eilen. Doch schon ert\u00f6nt die Totenglocke. Der Verlassene ersticht sich.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEin gro\u00dfes B\u00fcro in einem Zeitungsverlag. Schreibtische, St\u00fchle, Kopierer und Aktenschr\u00e4nke. Neumodisches verbindet sich hier mit einer R\u00e4umlichkeit, die an sich eher an ein Zimmer Anfang des 19. Jahrhunderts erinnert. Die Kost\u00fcme sind modern, <strong>Tatiana Lisnic<\/strong> (Lucia) tr\u00e4gt ein rosafarbenes Kleid \u00fcber einer Strumpfhose und einen weiten grauen Pullover. Die Mitarbeiter des Presseverlages tragen alle ein t\u00fcrkisfarbenes Kost\u00fcm, ansonsten sticht nur noch <strong>Peter Marsh <\/strong>(Arturo Bucklaw) im pinkenem Frack und silbernen Schuhen aus den sonst in schwarzen Anz\u00fcgen gekleideten Personen hervor. Alisa, die Lucias Zofe, tr\u00e4gt einen Hosenanzug und erinnert daher eher an eine Sekret\u00e4rin als an eine Angestellte.<br \/>\nDie wechselnden B\u00fchnenbilder zeigen immer wieder R\u00e4ume des B\u00fcrokomplexes der Ashton-Group. Gro\u00dfe Werbeplakate an den W\u00e4nden erinnern den Zuschauer daran, da\u00df das St\u00fcck in der Jetzt-Zeit spielt. Die Hochzeit von Lord Bucklaw und Lucia wird zu einem gro\u00dfen Medienereignis: Fotografen tauchen die Szene in Blitzlichtgewitter, Dolmetscher helfen bei der Kommunikation des englischsprachigen Lords mit Enrico Ashton.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie gesanglich h\u00f6chst anspruchsvolle Partie der Lucia meistert <strong>Tatiana Lisnic<\/strong> hervorragend. Die Wandlung von der Geliebten \u00fcber die bevormundete Schwester bis hin zur Verr\u00fcckten wei\u00df sie sowohl gesanglich als auch schauspielerisch umzusetzen. Ihr psychischer und seelischer Verfall ist greifbar und findet in der Wahnsinnsarie ihren H\u00f6hepunkt, bei der sie mit blutverschmiertem Hochzeitskleid sich der Illusion hingibt, mit ihrem geliebten Edgardo vor dem Traualtar zu stehen.<br \/>\nDer Tenor <strong>Joseph Calleja<\/strong> in der Rolle des Edgardo und <strong>George Petean <\/strong>in der Rolle des Enrico Ashton \u00fcberzeugten ebenfalls durch ihre gesangliche Leistung. Beim Schlu\u00dfbeifall werden sie zwar nicht genauso umjubelt wie  Tatiana Lisnic, aber dennoch mit geb\u00fchrend gew\u00fcrdigt. Die Zofe Alisa, gesungen von <strong>Katharina Magiera<\/strong>, hat zwar nur einen kurzen Gesangsauftritt, mit dem sie allerdings das Publikum \u00fcberzeugen konnte.<br \/>\nDas <strong>Orchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Roland B\u00f6er<\/strong> disponiert einwandfrei. Musik und Lichttechnik sind haargenau aufeinander abgestimmt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Oper Lucia di Lammermoor aus der Endzeit der Belcanto- \u00c4ra gelangte w\u00e4hrend der letzten 50 Jahre nicht auf den Spielplan der Frankfurter Oper. <strong>Matthew Jocelyn <\/strong>verlegte die Geschichte der beiden rivalisierenden Familien in einen modernen Presseverlag, der versucht, seinen Ruf durch eine positive Imagekampagne (die Heirat Lucias mit Lord Arturo) zu retten. Die Frage nach dem Sinn dieser Verlegung stellten sich nach der Auff\u00fchrung wohl die meisten Zuschauer. Einen anderen Blick auf die Handlung der Oper oder die Charaktere brachte diese Inszenierung nicht. So ist das Publikum am Ende des Opernabends geteilter Meinung, als der Regisseur und seine Kollegen die B\u00fchne betreten. Starker Applaus wird von Buhrufen begleitet, einige Bravorufe sind allerdings auch zu vernehmen. Die Oper ist nichtsdestotrotz allein wegen der Musik und der herausragenden Besetzung absolut sehens- und h\u00f6renswert.<br \/>\nKatharina Rupprich<br \/>\nBild: Monika Rittershaus<br \/>\nDas Bild zeigt: George Petean (Enrico Ashton), B\u00e1lint Szab\u00f3 (Raimondo Bidebent), Tatiana Lisnic (Lucia),<br \/>\nPeter Marsh (Lord Arturo Bucklaw), im Hintergrund Chor und Statisterie der Oper Frankfurt (v.l.n.r.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti, Libretto: Salvatore Cammarano nach dem Roman The Bride of Lammermoor (1819) von Sir Walter Scott, UA: 26. September 1835, Neapel. 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