{"id":4007,"date":"2012-06-20T21:37:26","date_gmt":"2012-06-20T20:37:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4007"},"modified":"2012-06-20T21:37:26","modified_gmt":"2012-06-20T20:37:26","slug":"les-pecheurs-de-perles-die-perlenfischer-paris-opera-comique","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4007","title":{"rendered":"LES P\u00caCHEURS DE PERLES \u2013 DIE PERLENFISCHER &#8211; Paris, Op\u00e9ra Comique"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georges Bizet, Oper in drei Akten, Libretto: Eug\u00e8ne Cormon und Michel Carr\u00e9 (Originalfassung von 1863), UA: 30 September 1863 Paris, Th\u00e9\u00e2tre Lyrique<\/p>\n<p>Regie: Yoshi Oida, Choreographie\/Regie: Daniela Kurz, B\u00fchne: Tom Schenk, Kost\u00fcme: Richard Hudson, Licht: Fabrice Kebour<\/p>\n<p>Dirigent: Leo Hussain, Orchestre Philharmonique de Radio France, <em>Accentus Chor<\/em>, Choreinstudierung: Christophe Grapperon<\/p>\n<p>Solisten: Sonya Yoncheva (Le\u00efla), Dmitry Korchak (Nadir), Andr\u00e9 Heyboer (Zurga), Nicolas Test\u00e9 (Nourabad)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. Juni 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Paris-Perlenfischer.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4008\" title=\"Paris-Perlenfischer\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Paris-Perlenfischer.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Paris-Perlenfischer.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Paris-Perlenfischer-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Zurga, der neu gew\u00e4hlte K\u00f6nig der Fischer in Ceylon, und sein Jugendfreund Nadir finden sich durch Zufall wieder. Kurz darauf bringt ein Boot den Brahmapriester Nourabad und eine verschleierte Frau\u00a0 an Land. Vor vielen Jahren hatten die beiden Freunde Le\u00efla, eine wundersch\u00f6ne Brahmapriesterin, kennengelernt, doch um ihre Freundschaft nicht zu zerst\u00f6ren, auf eine Liebe zu ihr verzichtet. Jetzt sehen sie Le\u00efla wieder. Vor Zurga erneuert diese ihr Keuschheitsgel\u00fcbde. Insgeheim aber, hat sie Nadir nicht vergessen, und als er erscheint, k\u00f6nnen beide einander nicht widerstehen. Nourabad, der sie \u00fcberrascht hat, alarmiert das Dorf. Aus Eifersucht verurteilt Zurga beide zum Tode. Aber durch Le\u00eflas Halskette erkennt er, da\u00df sie es war, die ihm einst das Leben gerettet hat. Die Dorfbewohner warten vor dem Scheiterhaufen, auf dem die beiden Liebenden verbrannt werden sollen. Pl\u00f6tzlich erscheint Zurga mit der Nachricht, das Dorf stehe in Flammen. Alle st\u00fcrzen davon. Zurga selbst hat den Brand gelegt, um Nadir und Le\u00efla die Gelegenheit zur Flucht zu geben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Yoshi Oida beschert uns in Inszenierung, Kost\u00fcmen und Dekor etwas Biblisch-Archaisches mit japanischen Akzenten. Vor einer b\u00fchnenf\u00fcllenden Felsenwand oder Wolkenwand findet sich ein Meeresstrand. Im zweiten Akt h\u00e4ngen drei Bootsgerippe wie Mondsicheln \u00fcber der B\u00fchne und geben dem Ganzen etwas M\u00e4rchenhaftes. Der Chor in einfachen grau-blauen Hosen und Kaftans mit Turban. Zurga und Nadir tragen \u00e4hnliche Kost\u00fcme, doch mit einfachen japanischen Stoffmustern geschm\u00fcckt. Alle sind barfu\u00df. Zurga sieht aus wie ein afghanischer Stammesf\u00fcrst. Bei den Brahma-Zeremonien tragen alle lange, wei\u00dfe Umh\u00e4nge. Le\u00efla, anf\u00e4glich mit ostasiatischem Kegelbambushut und mit verschiedenen Schleier\u00fcberw\u00fcrfen, wirkt wie eine edle Geisha im Kimono. Sp\u00e4ter in rotem Hosenkost\u00fcm wirkt sie weniger edel. Die Choreographie des Chors ist b\u00fchnenwirksam.<\/p>\n<p>Die Handlung wird durch eine Schar Tanzer und T\u00e4nzerinnen begleitet, die auf der ganzen B\u00fchne modernen Ausdrucktanz betreiben. Das hat sicherlich symbolischen Wert, der jedoch dem Zuschauer entgeht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Andr\u00e9 Heyboers spielt und singt mit vollem warmen Bariton-Timbre die gro\u00dfz\u00fcgig-tragische Figur des Zurga. Dmitry Korchak mit hellem <em>Belcanto<\/em>-Tenor ist Nadir. Ihre beiden Stimmen sind besonders sch\u00f6n vereint im Bariton-Tenor Duett <em>Au fond du temple saint \u2013 Ganz hinten im heiligen Tempels <\/em>(Anfang 1. Akt). Sonya Yoncheva beeindruckt im Spiel wie im Gesang, bald dramatisch-temperamentvoll, wie in <em>Eh bien! Va, venge-toi donc, cruel!<\/em> \u2013<em> Gut! Geh, r\u00e4che dich also, Grausamer<\/em> (3. Akt), meist aber lyrisch mit einer wundervoll reinen und klaren Stimmf\u00fchrung, wie\u00a0 u.a. in <em>Comme autrefois dans la nuit sombre<\/em> <em>\u2013 wie damals in der finsteren Nacht<\/em> Nicolas T\u00e9st\u00e9s sonorer Ba\u00df als Nourabad vollendet das ausgezeichnete\u00a0 Quartett der Solisten.<\/p>\n<p>Der gut einstudierte <em>Accentus<\/em><em>-Chor<\/em> spielt eine wichtige Rolle in der Oper. Er ist fast immer auf der B\u00fchne oder in den Kulissen h\u00f6rbar und bildet auch den Hintergrund verschiederner Arien oder Duette.<\/p>\n<p>Leo Hussain dirigiert sehr sauber das Orchestre Philharmonique de Radio France durch eine Partitur, die durch ihren Reichtum auff\u00e4llt und in dem vor allem immer wieder einzelnen Instrumente eine Solistenrolle spielen: Harfe, Fl\u00f6ten, H\u00f6rner und andere Blasinstrumente.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p><em>Die Perlenfischer<\/em> ist eine der ersten Opern Georges Bizets. Er war 25 Jahre alt, als er sie schrieb. Doch der entschieden eigenst\u00e4ndige musikalische Stil und einige sehr sch\u00f6ne Melodien in diesem Jugendwerk weisen schon auf das zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter entstandene Hauptwerk des Komponisten <em>Carmen<\/em> hin.<\/p>\n<p>Wie so viele wenig aufgef\u00fchrte und oft halbvergessene Werke in den letzten Jahren, hat uns die Op\u00e9ra Comique auch hier wieder ein kleines, verstaubtes Juwel auf Hochglanz poliert und in einer originellen Inszenierung und mit einer hervorragenden Besetzung pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Pierre Grosbois<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Sonya Yoncheva (Le\u00efla), Dmitry Korchak (Nadir)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georges Bizet, Oper in drei Akten, Libretto: Eug\u00e8ne Cormon und Michel Carr\u00e9 (Originalfassung von 1863), UA: 30 September 1863 Paris, Th\u00e9\u00e2tre Lyrique Regie: Yoshi Oida, Choreographie\/Regie: Daniela Kurz, B\u00fchne: Tom Schenk, Kost\u00fcme: Richard Hudson, Licht: Fabrice Kebour Dirigent: Leo<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=4007\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,165],"tags":[],"class_list":["post-4007","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-paris-opera-comique"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4007","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4007"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4007\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4010,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4007\/revisions\/4010"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4007"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}