{"id":3990,"date":"2012-06-01T13:30:50","date_gmt":"2012-06-01T12:30:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3990"},"modified":"2012-06-17T13:35:42","modified_gmt":"2012-06-17T12:35:42","slug":"madame-pompadour-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3990","title":{"rendered":"MADAME POMPADOUR &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leo Fall (1873-1925), Operette in drei Akten, Libretto: Rudolph Schanzer und Ernst Welisch<\/p>\n<p>UA: 1922 Berlin<\/p>\n<p>Regie: Fran\u00e7ois De Carpentries, B\u00fchne: Siegfried E. Mayer, Kost\u00fcme: Karine van Hercke<\/p>\n<p>Dirigent: Hans St\u00e4hli, Philharmonisches Orchester und Chor des Landestheaters Coburg, Choreinstudierung: Stefan Meier<\/p>\n<p>Solisten: Betsy Horne (Marquise von Pompadour), Michael Lion (K\u00f6nig Ludwig XV.), Roman Payer (Ren\u00e9 Graf d\u2019Estrades), Stefanie Schmitt (Madeleine Gr\u00e4fin d\u2019Estrades), Karsten M\u00fcnster (Joseph Calicot), Ulrike Barz (Belotte), Rainer Scheerer (Maurepas), Constantin Eckardt (Poulard), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Mai 2012 (B-Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Coburg-Pompadour.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3991\" title=\"Coburg-Pompadour\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Coburg-Pompadour.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Coburg-Pompadour.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Coburg-Pompadour-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Da sich die Pompadour auf dem Hofball langweilt, besucht sie mit ihrer Zofe Belotte das anr\u00fcchige Lokal <em>Musenstall<\/em>, um ein Abenteuer zu erleben. Der Dichter Calicot unterh\u00e4lt das Publikum mit Spottversen auf die Pompadour, was Polizeiminister Maurepas auf den Plan ruft, der eigentlich der Pompadour folgte, um sie zu \u00fcberf\u00fchren. Um Maurepas den Wind aus den Segeln zu nehmen, l\u00e4\u00dft die Pompadour Calicot verhaften und \u201ebestraft\u201c ihn damit, ein Festspiel schreiben zu m\u00fcssen. Da erscheint Madeleine, die Schwester der Pompadour, die sich auf der Suche nach Ihrem Gatten Ren\u00e9 befindet, der jedoch gerade das Abenteuer der Pompadour ist. K\u00f6nig Ludwig l\u00f6st mit seiner Eifersucht und seinem pl\u00f6tzlichen Auftreten einige Verwicklungen aus, die sich am Schlu\u00df in Wohlgefallen aufl\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausstatter um De Carpentries haben eine opulent ausgestattete Kost\u00fcm-Operette auf die Beine gestellt, die die Welt des Absolutismus wieder zum Leben erweckt. Das gilt zumindest f\u00fcr die Kost\u00fcme, die Kulissen hingegen sind sehr sparsam gehalten. Ein Vorhang, ein aufgespanntes Tuch und ein paar Kissen symbolisieren den verruchten Musenstall. Eine bunt bemalte Trennwand bildet den Palast der Pompadour, der auch als Hintergrund f\u00fcr das Arbeitszimmer des K\u00f6nigs steht, das sparsam m\u00f6bliert ist \u2013 die obligatorische Jagd-Troph\u00e4e, das Bildnis Ludwig XIV., Schreibtisch, Akten, Tinte und Feder d\u00fcrfen nicht fehlen. Eine antike Truhe spielt wie weiland Falstaff eine tragende Rolle f\u00fcr Calicot.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unzweifelhaft spielt <strong>Betsy Horne<\/strong> nicht nur die Hauptrolle, auch s\u00e4ngerisch dominiert sie die Vorstellung. Ihre dramatische Ausdruckskraft ist \u00fcberzeugend, in den lyrischen Passagen kann sie die Stimme zur\u00fccknehmen und mit sotto voce gl\u00e4nzen. Daher ist es nicht \u00fcberraschend, da\u00df sie mit dem Schlager <em>Josef, ach, Josef, was bist du so keusch?<\/em> eine l\u00fcsterne Spannung im Publikum erzeugt. <strong>Roman Payer<\/strong> als ihr Abenteuer Ren\u00e9 verf\u00fcgt \u00fcber eine leuchtende baritonale Mittelage, aus der heraus er sich in die h\u00f6chsten tenoralen H\u00f6hen aufschwingt. Allerdings ist nicht immer ein Operntenor ein guter Operettentenor. Dieser sollte leichter klingen und Operetteneffekte beherrschen. So geht sein Schlager <em>Mein Prinze\u00dfschen<\/em> ohne Beifall vor\u00fcber. Auch mit <em>Ich bin Dein Untertan <\/em>kommen keine Gef\u00fchle beim Publikum auf. Schade! <strong>Rainer Scheerer<\/strong> als sein Polizeichef Maurepas zeigt nicht nur eine gute schauspielerische Darstellung als \u00fcberhebliche Knallcharge (Zitat: <em>Ich bin schl\u00e4uer!<\/em>), er kann dies auch mit stimmlichen Mitteln darstellen, wenn er seine Stimme als dynamische Mischung aus Dramatik, \u00dcberschnappen und Sprechgesang f\u00fchrt. <strong>Michael Lion<\/strong>, der Haus-Ba\u00df, darf als K\u00f6nig Ludwig mit seinem tiefen und raumf\u00fcllend wohlklingenden Ba\u00df auftrumpfen. <strong>Karsten M\u00fcnster<\/strong> geht ohne Probleme als Tenorbuffo durch, so vielschichtig kann er die Rolle des feigen Frauenhelden als K\u00fcnstler gestalten. <strong>Stefanie Schmitt<\/strong> und <strong>Ulrike Barz<\/strong> komplettieren ein ausgewogenes Ensemble \u2013 in der den S\u00e4ngern etwas ungewohnten Operette. Bei <strong>Hans St\u00e4hli <\/strong>sind Leo Falls<strong> <\/strong>Operetteneffekte und seine eing\u00e4ngigen Schlager mit Hit-Potential in den besten H\u00e4nden. Die Dynamik zwischen laut und leise, langsam und schnell, anschwellend und abschwellend versteht er mit dem Philharmonischen Orchester effekthaschend zu gestalten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Freundlich verhaltener Beifall kann nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, da\u00df De Carpentries keine Slapstick-Verwechslungskom\u00f6die auf die B\u00fchne stellt, sondern versucht, den charmanten Intrigen der <em>Gef\u00e4hrlichen Liebschaften<\/em> zu folgen. Das Ergebnis ist eine Kost\u00fcm-Operette, die optisch erfreulich und auch unterhaltsam ist, jedoch fehlt das Tempo, damit die Situationskomik zum Tragen kommt. Und sicherlich gab es bei der Premiere im Berliner Theater im Jahr 1922 mehr Damen auf der B\u00fchne, die weniger anhatten \u2013 die frivolen Zwanziger lassen gr\u00fc\u00dfen. Musikalisch erf\u00fcllt die Produktion alle Anspr\u00fcche \u2013 auch wenn man die S\u00e4nger als etwas \u00fcberqualifiziert bzw. \u00fcbermotiviert bezeichnen kann.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Henning Rosenbusch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Betsy Horne (Marquise von Pompadour) mit ihrem Gefolge<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Leo Fall (1873-1925), Operette in drei Akten, Libretto: Rudolph Schanzer und Ernst Welisch UA: 1922 Berlin Regie: Fran\u00e7ois De Carpentries, B\u00fchne: Siegfried E. 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