{"id":3984,"date":"2012-06-15T21:45:12","date_gmt":"2012-06-15T20:45:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3984"},"modified":"2012-06-15T21:46:22","modified_gmt":"2012-06-15T20:46:22","slug":"arabella-opera-national-de-paris-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3984","title":{"rendered":"ARABELLA &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss, lyrische Kom\u00f6die in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 15. Juli 1933 Dresden, Semperoper<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne: Marco Arturo Marelli, Kost\u00fcme: Dagmar Niefind, Licht: Friedrich Eggert<\/p>\n<p>Dirigent: Philippe Jordan,\u00a0 Orchester und Chor de l\u2019Op\u00e9ra National, Choreinstudierung: Patrick Marie Aubert<\/p>\n<p>Solisten: Kurt Rydl (Graf Waldner), Doris Soffel (Adelaide), Ren\u00e9e Fleming (Arabella), Julia Kleiter (Zdenka), Michael Volle (Mandryka), Joseph Kaiser (Matteo),\u00a0 Eric Huchet (Graf Elemer). Edwin Crossley-Mercer (Graf Dominik), Thomas Dear (Graf Lamoral), Iride Martinez (Die Fiakermilli), Ir\u00e8ne Friedli (Die Kartenaufschl\u00e4gerin), Istvan Szecsi (Welko), Bernard Bouillon (Djuro). G\u00e9rard Grobman (Jankel), Ralf Rachbauer (Ein Zimmerkellner), Slawomir Szychowiak, Daejin Bang, Shin Jae Kim (Drei Spieler)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. Juni 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Paris-Arabella.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3985\" title=\"Paris-Arabella\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Paris-Arabella.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Paris-Arabella.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Paris-Arabella-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Graf Waldner steht vor dem Ruin. Nur eine reiche Hochzeit seiner sch\u00f6nen Tochter Arabella kann ihn retten. Aber die\u00a0 junge Dame ist w\u00e4hlerisch\u00a0 und abweisend. Sie tr\u00e4umt von der gro\u00dfen Liebe. Ihre Schwester Zdenka liebt insgeheim Matteo, der aber Arabella hoffnungslos verehrt.<\/p>\n<p>Auf einem Ball lernt Arabella Mandryka, einen reichen kroatischen Gutsbesitzer kennen, der gekommen ist, um sie zu werben. Das ist die gro\u00dfe Liebe! Sie schw\u00f6ren einander ewige Treue. Doch Arabella will den Abend ein letztes Mal allein im Kreise ihrer Freunde verbringen. Inzwischen \u00fcberbringt Zdenka Matteo einen Schl\u00fcssel mit der Nachricht, es sei Arabellas Zimmerschl\u00fcssel und sie erwarte ihn dort. Mandryka \u00fcberh\u00f6rt dies Gespr\u00e4ch. In Wirklichkeit gew\u00e4hrt Zdenka Zutritt zu ihrem Zimmer. Matteo h\u00e4lt sie bez\u00fcglich Arabella im Dunkeln.<\/p>\n<p>Als diese sp\u00e4t vom Ball zur\u00fcckkommt, l\u00f6st Mandryka w\u00fctend die Verlobung, doch sie weist ihn und all seine Vorw\u00fcrfe schroff zur\u00fcck, weil sie sich keiner Untreue schuldig f\u00fchlt. Das Mi\u00dfverst\u00e4ndnis kl\u00e4rt sich erst, als Zdanka zerknirscht erscheint. Arabella vergibt Mandryka und die Oper schlie\u00dft mit ihrem Liebesduett.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die weite B\u00fchne der Op\u00e9ra de Bastille wird durch eine holzget\u00e4felte, hellblaue Wand nach hinten begrenzt. Der entstandene Raum ist fast leer. Da hinein verstreut der Regisseur die Darsteller, was nach eigener Aussage deren innere Einsamkeit symbolisiert \u2013 \u00a0in diesem Spiel des Kommens und Gehens. Letzteres wiederum wird durch sich \u00f6ffnende, um die eigene Achse drehende Wandteile dargestellt. Sie geben jeweils einen Durchblick auf eine Stra\u00dfe, auf einen Ballsaal oder auf einen Garten frei. Die Kost\u00fcme sind zeitgem\u00e4\u00df (1860) und geschmackvoll. Nur Matteo im letzten Akt sieht in schwarzem Hemd und Hose etwas abgerissen aus, was wohl auch seinen inneren Seelenzustand andeuten soll.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ren\u00e9e Fleming<\/strong> singt die Arabella, mit einer unvergleichlich starken vollen Sopranstimme, heiter und lebendig, wenn es die Rolle verlangt, und bewegend, mit tiefer Innigkeit, in den lyrischen Szenen, wie in der ersten Liebesszene mit Mandryka (2. Akt): <em>Und du wirst mein Gebieter sein<\/em> oder in der Schlu\u00dfszene der Oper <em>Das war sehr gut, Mandryka, da\u00df Sie noch nicht fortgegangen sind<\/em>. Sie gilt zu Recht als eine der gr\u00f6\u00dften, wenn nicht die gr\u00f6\u00dfte Strauss-S\u00e4ngerin unserer Zeit. <strong>Michael Volle<\/strong> spielt und singt den sensiblen H\u00fcnen Mandryka mit ausdrucksvollem Bariton und gro\u00dfer B\u00fchnenpr\u00e4senz, lautstark und kraftvoll in Szenen der Wut oder Verzweiflung, aber auch lyrisch, wie in der (von Hofmannsthal bezaubernd dichterisch geschriebenen) Erz\u00e4hlung seiner Heimat <em>Da flie\u00dft der helle stille Donau mir beim Haus vorbei<\/em>. <strong>Julia Kleiter<\/strong>s reiner warmer Sopran (manchmal etwas eng in den H\u00f6hen) als Zdenka verbindet sich besonders sch\u00f6n im Duett der Schwestern (1. Akt) <em>Ich red\u2018 im Ernst, ich red\u2018 die Wahrheit jetzt zu dir!<\/em> Der volle Ba\u00df <strong>Kurt Rydl<\/strong>s und der dramatische Mezzo <strong>Doris Soffel<\/strong>s ergeben glaubhaft das schwache, verantwortungslose Elternpaar Waldner. Joseph Kaiser meistert die Rolle des armseligen Matteo mit tr\u00fcbem Spiel und klarer, heller Tenorstimme. <strong>Iride Martinez<\/strong>, in rotgoldenen Glitzerkleid und gleichfarbiger Melone, ist die operettenhafte Fiakermilli. Zu erw\u00e4hnen seien noch <strong>Eric Huchet, Edwin Crossley-Mercer<\/strong> und <strong>Thomas Dear<\/strong>, besonders lebendig in Arabellas Abschied von diesen drei Freiern <em>Und jetzt sag ich Adieu, mein lieber Dominik<\/em> (2. Akt).<\/p>\n<p><strong>Philippe Jordan<\/strong> hat die volle Palette Strauss\u2019scher Klangfarben im Orchester zum Ausdruck kommen lassen. Auch hat er sich redlich bem\u00fcht \u2013 was bei Richard Strauss nicht immer einfach ist \u2013 ein \u00dcberhandnehmen des Orchesters gegen\u00fcber den S\u00e4ngern und S\u00e4ngerinnen zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Op\u00e9ra National de Paris hat Arabella, dieses Gegenst\u00fcck zum Rosenkavalier in der langj\u00e4hrigen Zusammenarbeit\u00a0 von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, in einer gef\u00e4lligen Inszenierung und in Star-Besetzung als Abschlu\u00df der heurigen Spielzeit neu auf die B\u00fchne gebracht. Es war einer jener ganz seltenen, beseligenden Opernabende.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Ian Patrick<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ren\u00e9e Fleming (Arabella), Iride Martinez (Die Fiakermilli), Mitte,\u00a0 Eric Huchet (Graf Elemer) re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss, lyrische Kom\u00f6die in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 15. Juli 1933 Dresden, Semperoper Regie\/B\u00fchne: Marco Arturo Marelli, Kost\u00fcme: Dagmar Niefind, Licht: Friedrich Eggert Dirigent: Philippe Jordan,\u00a0 Orchester und Chor de l\u2019Op\u00e9ra National, Choreinstudierung: Patrick Marie<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3984\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,69],"tags":[],"class_list":["post-3984","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-paris-opera-bastille"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3984","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3984"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3984\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3989,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3984\/revisions\/3989"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3984"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3984"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3984"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}