{"id":3978,"date":"2012-06-09T19:15:10","date_gmt":"2012-06-09T18:15:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3978"},"modified":"2012-06-13T19:18:50","modified_gmt":"2012-06-13T18:18:50","slug":"alcina-halle-oper-handel-festspiele-halle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3978","title":{"rendered":"ALCINA &#8211; Halle, Oper, H\u00e4ndel-Festspiele Halle"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in 3 Akten, Libretto von Antonio Fanzaglia nach Ludovico Ariosts <em>Orlando furioso<\/em>, UA: 16. April 1735 London<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Andrej Woron<\/p>\n<p>Dirigent: Bernhard Forck, H\u00e4ndelfestspielorchster Halle, Mitglieder des Chores der Oper Halle<\/p>\n<p>Solisten: Romelia Lichtenstein (Alcina), Terry Wey (Ruggiero), Ines Lex (Morgana), Bettina Ranch (Bradamante), Andreas Karasiak (Oronte), Ki-Hyun Park (Melisso), Jeffrey Kim (Oberto)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Juni 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Halle-Alcina.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3979\" title=\"Halle-Alcina\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Halle-Alcina.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Halle-Alcina.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Halle-Alcina-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bradamante ist als Mann verkleidet auf der Suche nach ihrem geliebten Ruggiero auf Alcinas Insel gelandet. Morgana, Alcinas Schwester, verliebt sich in den angeblichen J\u00fcngling und f\u00fchrt Bradamante zum Hof Alcinas. Hier findet Bradamante Ruggiero, der ganz dem Zauber Alcinas verfallen ist und sich nicht mehr an seine Verlobte erinnert. Schlie\u00dflich gelingt es, Ruggiero vom Zauber zu erl\u00f6sen, woraufhin Alcina Rache \u00fcben will, da sie Ruggiero wirklich liebt und ihn nicht wie ihre vorherigen Liebhaber einfach in Tiere, Pflanzen oder Steine verwandelt hat. Bradamante und Ruggiero k\u00f6nnen fliehen und die Verzauberten erl\u00f6sen, da Alcinas Zauberkr\u00e4fte durch ihre Liebe au\u00dfer Kraft gesetzt sind.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung wird in einer zweiaktigen Spielfassung von Roland Quitt und Andrej Woron gebracht. Regisseur Woron l\u00e4\u00dft dabei zwei Welten aufeinander prallen, die sich sowohl in den Kost\u00fcmen, als auch im B\u00fchnenbild wiederspiegeln: Auf der einen Seite ein naiv-pr\u00e4industriell gepr\u00e4gtes Inselvolk im klischeehaften Look der freien Wilden und auf der anderen Seite die Vertreter der normierten, unfreien Konsumgesellschaft in ihren Ma\u00dfanz\u00fcgen. Die Insel wurde als modernes Urlaubsparadies mit hydraulisch anhebbarem Wasserbecken im zentralen B\u00fchnenbereich, angedeuteten D\u00fcnen im Hintergrund sowie wei\u00df strahlenden Seiten- und R\u00fcckw\u00e4nden mit T\u00fcr- und Fenster\u00f6ffnungen angelegt. In Verwandlungs- bzw. Zauberszenen tritt ein B\u00fchnenaufzug hinzu, der Alcina in einem Glaskasten auf den Vorderbereich der B\u00fchne hochf\u00e4hrt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Romelia Lichtensteins<\/strong> (Alcina) Sopran changiert zwischen Licht und Schatten. W\u00e4hrend ihr in dramatischen Passagen ein durchaus pulsierendes Gl\u00fchen in der Mittellage gelingt, zeigen sich insbesondere im ersten Akt in den H\u00f6hen konditionelle Schw\u00e4chen und technische Schwierigkeiten in kantig geratenen Phrasierungen. Charismatisch zupackend, wenn auch bla\u00df angehaucht in den H\u00f6hen, ger\u00e4t ihr wiederum <em>Ah! Ruggiero crudel \u2013 Ach! Grausamer Ruggiero<\/em> (2. Akt). Mit <strong>Terry Wey<\/strong> zeigt sich ein stimmlich hervorragend situierter Countertenor. Sein <em>Verdi prati \u2013 Gr\u00fcne Wiesen<\/em> erstrahlt im hellen Glanz seines lichtdurchfluteten Timbres, wobei er mit ber\u00fcckend nuancenreichen Phrasierungen den Olymp gef\u00fchlvoll-filigraner Akzentuierung erklimmt. <strong>Ines Lex<\/strong> (Morgana) ger\u00e4t das <em>Tornami a vagheggiar \u2013 Komm bald zur\u00fcck<\/em> mit jugendlich frischem, sich weit \u00f6ffnenden und glei\u00dfend schillerndem Sopran, der mit gr\u00f6\u00dfter Wendigkeit, geschmeidigem Timbre und kristalliner Reinheit in den Spitzent\u00f6nen bet\u00f6rt, zu einem Glanzst\u00fcck des Abends. Im <em>Vorrei vendicarmi \u2013 Ich m\u00f6chte mich r\u00e4chen<\/em> kann <strong>Bettina Ranch<\/strong> (Bradamante) mit ihrem eindrucksvoll zupackenden, in atemberaubend agiler Wendigkeit agierenden und in dunklen Farben schillernden Mezzosopran begeistern. <strong>Andreas Karasiak<\/strong> legt seinen Oronte darstellerisch \u00fcberzeugend als hinterlistig schelmischen Barbaren an, wobei sein schlanker Tenor das <em>\u00c8 un folle \u2013 Ein wahnsinniges Gef\u00fchl<\/em> mit affektierter Manieriertheit aufbl\u00fchen l\u00e4\u00dft. Das <em>Pensa a chi geme<\/em> <em>\u2013 Denke an die<\/em>\u2026<em> <\/em>von<em> <\/em><strong>Ki-Hyun Park<\/strong> (Melisso) ist ein weiterer Glanzpunkt. Sein fulminant raumgreifender, aus wuchtigen Tiefen sch\u00f6pfender Ba\u00df brilliert hier mit strahlend klarem Duktus.<strong> <\/strong>Hervorzuheben sei auch <strong>Jeffrey Kim<\/strong> als Oberto. Sein jugendlich frischer Countertenor funkelt beim <em>Barbara! \u2013 Unmenschliche!<\/em> wie ein lupenreiner Diamant, der von fein geschliffenen Facetten der Tonvariabilit\u00e4t bis in die h\u00f6chsten Sph\u00e4ren erstrahlt.<\/p>\n<p>Das <strong>H\u00e4ndelfestspielorchester Halle<\/strong> unter <strong>Bernhard Forck<\/strong> gl\u00e4nzt dazu mit spritzig lebhaftem Vortrag.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung l\u00e4\u00dft durch uninspirierte B\u00fchnenelemente den Charakter der barocken Zauber- und Verwandlungsoper nur schwer erahnen. Dazu lenken einfallslose Spielereien, wie durch den Zuschauerraum schwebende Helium-Luftballonfische und durchs Wasserbecken robbende T\u00e4nzer unn\u00f6tig von den Auftrittsarien ab. So sind es in erster Linie auch die gr\u00f6\u00dftenteils hervorragenden Leistungen der Musiker und S\u00e4nger, welche den Abend zu einem musikalischen Erlebnis werden lassen.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ines Lex (Morgana), Andreas Karasiak (Oronte), Terry Wey (Ruggiero), Romelia Lichtenstein (Alcina)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in 3 Akten, Libretto von Antonio Fanzaglia nach Ludovico Ariosts Orlando furioso, UA: 16. 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