{"id":3970,"date":"2012-06-07T21:34:14","date_gmt":"2012-06-07T20:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3970"},"modified":"2012-06-12T21:37:19","modified_gmt":"2012-06-12T20:37:19","slug":"il-barbiere-di-siviglia-der-barbier-von-sevilla-solingen-theater-und-konzerthaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3970","title":{"rendered":"IL BARBIERE DI SIVIGLIA \u2013 DER BARBIER VON SEVILLA &#8211; Solingen, Theater- und Konzerthaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2019 <em>Le Barbier de S\u00e9ville, <\/em>UA 20. Februar 1816 Rom, Teatro Torre Argentina<\/p>\n<p>Regie: Johannes Weigand, B\u00fchne: Moritz Nitsche, Kost\u00fcme: Judith Fischer, Dramaturgie: Ulrike Olbrich<\/p>\n<p>Dirigent: Florian Frannek, Bergische Symphoniker und Opernchor, Choreinstudierung: Jens Bingert<\/p>\n<p>Solisten: Christian Sturm (Graf Almaviva), Dariusz Machej (Doktor Bartolo), Elena Fink (Rosina), Thomas Laske (Figaro), Martin Js. Ohu (Basilio), Joslyn Rechter (Berta), Javier Zapata Vera (Fiorillo), Hak-Young Lee (Offizier)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. Juni 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Solingen-Barbier.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3971\" title=\"Solingen-Barbier\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Solingen-Barbier.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Solingen-Barbier.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Solingen-Barbier-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Graf Almaviva ist auf die sch\u00f6ne Rosina aufmerksam geworden. Sein n\u00e4chtliches St\u00e4ndchen mit einer eigens engagierten Kapelle bringt ihn jedoch nicht weiter: Ihr alter Vormund Doktor Bartolo h\u00e4lt sie von der Au\u00dfenwelt fern, da er selber an ihr wegen ihres Verm\u00f6gens Interesse hat. Hilfe bringt der Barbier Figaro. Dieser hat Zugang zu Bartolos Haus und gibt Almaviva den Tipp, verkleidet als Soldat mit einem Einquartierungsbefehl sein Gl\u00fcck zu versuchen. Doch dieser erste Versuch mi\u00dflingt, Bartolo und sein Gehilfe Basilio wittern Verdacht. So ist ein zweiter Versuch n\u00f6tig, bei dem Almaviva als Vertretung des Musiklehrers auftritt. Hier ist ihm mehr Erfolg verg\u00f6nnt, Rosina und er kommen sich n\u00e4her. Bartolo hat erneut einen Verdacht, doch das komplizierte Verwirrspiel, welches sich unter Leitung von Figaro entwickelt, \u00fcberfordert ihn zunehmend. Am Ende kann er die Hochzeit von Rosina und Almaviva nicht verhindern und ist zudem selber gl\u00fccklich, da der Graf ihm zugunsten auf die Mitgift verzichtet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf einer leeren B\u00fchne befinden sich lediglich vier W\u00e4nde, die relativ beliebig gedreht werden k\u00f6nnen. Auf gr\u00f6\u00dfere Requisiten wird verzichtet. So ist es m\u00f6glich, das Verwirrspiel mit der r\u00e4umlichen Konzeption zu unterstreichen, da sich auf schnelle Art und Weise nicht vorhersehbare Konstruktionen herstellen lassen. Die Kost\u00fcme entsprechen dem Barock . Eine der wenigen Ausnahmen sind etwa ein Tasteninstrument oder ein Rasierstuhl im zweiten Aufzug. Wie die B\u00fchne sind aber auch diese Gegenst\u00e4nde beinahe vollst\u00e4ndig in wei\u00df gehalten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend einmal mehr die Debatte um die Zukunft der <strong>Bergischen Symphoniker <\/strong>gef\u00fchrt wird, zeigen diese davon unbeeindruckt eine souver\u00e4ne Leistung. So \u00fcberzeugt in der Ouvert\u00fcre die Ausgewogenheit der Instrumentengruppen zueinander. Besonders gefallen dabei die Kantilenen der Holzbl\u00e4ser. Wenn <strong>Florian Frannek <\/strong>hier noch die Z\u00fcgel festh\u00e4lt, l\u00e4\u00dft er das Orchester an anderen Stellen \u2013 wie der Auftrittsarie des Figaro \u2013 entfesselt aufspielen. Nur an einigen Stellen ist er gefordert, wenn die Koordination zwischen B\u00fchne und Graben verloren zu gehen droht.<\/p>\n<p>Mit seiner bereits erw\u00e4hnten Auftrittsarie <em>Largo al factotum \u2013 macht Platz dem Faktotum<\/em> kann <strong>Thomas Laske <\/strong>(Figaro) leider nicht v\u00f6llig \u00fcberzeugen. Der hintere Stimmansatz l\u00e4\u00dft seine Stimme hier \u00fcberm\u00e4\u00dfig dunkel erklingen. Doch bereits im anschlie\u00dfenden Duett gelingt seine Stimmf\u00fchrung deutlich heller und klarer, da er auch einen gr\u00f6\u00dferen Stimmansatz w\u00e4hlt. So kann Laske dann auch im zweiten Akt \u00fcberzeugen. Auch vor diesem Duett zeigt <strong>Christian Sturm <\/strong>(Graf Almaviva) seine Qualit\u00e4ten: Bereits mit seiner Auftrittsarie \u00fcberzeugt er mit kantablen Linien, die durch seine schlanke Stimmf\u00fchrung niemals breit werden. Im Laufe der Oper kann er mit \u00fcberlegener Stimmf\u00fchrung \u00fcber l\u00e4ngere Linien hinweg noch weiter beeindrucken.<strong> Elena Fink <\/strong>(Rosina) hat eine kantable Mittellage, ohne in lyrische Sentimentalit\u00e4ten abzudriften. Leider halten ihre Koloraturen erst im zweiten Aufzug l\u00e4ngere Spannungslinien. Der Ba\u00df <strong>Martin Js. Ohu <\/strong>(Basilio) gibt ein vielversprechendes Deb\u00fct als Ensemblemitglied: \u00dcber den gesamten Opernverlauf hinweg beeindruckt sein Stimmvolumen, wobei seine Stimme jedoch stets fokussiert bleibt und damit nie unkontrolliert. Dagegen f\u00e4llt <strong>Dariusz Machej <\/strong>(Doktor Bartolo) ein wenig ab: F\u00fcr die stetig wiederkehrenden Parlando-Passagen ist seine Stimme zu schwerf\u00e4llig, das wird durch die fehlende Konzentration des Tons weiter erschwert. Somit bleibt er ein wenig farblos. Im Gegenzug kann er die beste schauspielerische Leistung f\u00fcr sich beanspruchen. Abgerundet wird die Ensembleleistung durch die wie immer stets souver\u00e4ne <strong>Joslyn Rechter <\/strong>(Berta), die ihre Mittellage nicht k\u00fcnstlich mit greller F\u00e4rbung versieht, wobei ihre deklamatorische Linienf\u00fchrung beeindruckt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Inszenierung handelt es sich um eine \u00fcberarbeitete Fassung des gleichen Produktionsteams von 2003. Neben zahlreichen witzigen Einf\u00e4llen, die oftmals auch explizit aus der Partitur abgeleitet werden, stehen dabei aber auch einige Episoden, in denen man sich eine stringentere Personenf\u00fchrung statt vordergr\u00fcndigen Klamauks gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Das bleibt aber sicherlich auch eine Geschmacksfrage. Das Premierenpublikum honorierte die Produktion in jedem Fall mit lang anhaltenden Ovationen.<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Sonja Rothweiler<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Basilio (Martin Js. Ohu), Berta (Joslyn Rechter), Rosina (Elena Fink), Doktor Bartolo (Dariusz Machej), Figaro (Thomas Laske), Graf Almaviva (Christian Sturm) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2019 Le Barbier de S\u00e9ville, UA 20. 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