{"id":3954,"date":"2012-06-10T23:04:09","date_gmt":"2012-06-10T22:04:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3954"},"modified":"2012-06-11T11:00:48","modified_gmt":"2012-06-11T10:00:48","slug":"il-barbiere-di-siviglia-hof-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3954","title":{"rendered":"IL BARBIERE DI SIVIGLIA &#8211; Hof, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868). Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2019 <em>Le Barbier de S\u00e9ville<\/em>, UA 20. Februar 1816 Rom, Teatro Torre Argentina<\/p>\n<p>Regie: Uwe Drechsel, B\u00fchne: Anne Weiler, Kost\u00fcme: Barbara Schwarzenberger, Dramaturgie: Thomas Schmidt-Ehrenberg<\/p>\n<p>Dirigent: Arn Goerke, Hofer Symphoniker, Herren des Opernchors, Einstudierung: Michel Roberge<\/p>\n<p>Solisten: Chong Sun (Graf Almaviva), Rolf A. Scheider (Bartolo), Sylvia Szadovszki (Rosina), Thomas Rettensteiner (Figaro), Karsten Schr\u00f6ter (Basilio), Ingrid Katzengruber (Berta), Thilo Andersson (Fiorillo), Thorsten Stammberger (Offizier<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrunrg: 9. Juni 2012 (Premiere, in deutscher Sprache, \u00dcbersetzung: G\u00fcnther Rennert)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Hof-Barbier.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3955\" title=\"Hof-Barbier\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Hof-Barbier.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Hof-Barbier.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Hof-Barbier-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Graf Almaviva liebt Rosina, das M\u00fcndel des Doktor Bartolo, welcher selbst ein Auge auf sie und ihre Mitgift geworfen hat. Darum versucht er, seine Konkurrenten auszustechen. Der sich als mittelloser Student Lindoro ausgebenden Graf konnte jedoch das Herz Rosinas erlangen. Mit Hilfe Figaros, dem besten Barbier in Sevilla, und einiger List gelingt es ihm, in das Haus des Doktors zu gelangen: Erst als betrunkener Soldat, dann als Musikmeister Alonso verkleidet kann er mit seiner Geliebten Briefchen und Z\u00e4rtlichkeiten austauschen. Als Bartolo ihn aber erkennt, scheint der Plan zu scheitern. Doch zu n\u00e4chtlicher Stunde kann Almaviva Rosina von seiner Treue \u00fcberzeugen und auf der Stelle heiraten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Oper beginnt vor der Au\u00dfenfassade eines spanischen Stadthauses, die, im Verlauf des ersten Aktes im Schn\u00fcrboden verschwindend, das Wohnzimmer des Dr. Bartolo zum Vorschein kommen l\u00e4\u00dft. Es wird von einer Treppe und einem kleinen Balkon bestimmt, die sinnvoll zur Auflockerung der Ensembleszenen genutzt werden. Die Kost\u00fcme, Dekorationen wie Tisch, Stehpult, Sessel und Cembalo sowie die Requisiten unterst\u00fctzen den historisch orientierten Charakter der Ausstattung, die dem buffonesken B\u00fchnengeschehen einen \u00e4sthetischen Rahmen gibt. Die Regie nahm einige \u00c4nderungen der Werkgestalt vor: der siebte Auftritt im zweiten Akt (Bartolo berichtet Rosina von der angeblichen Untreue des Grafen). Die (Liebes-)Arie der Rosina zu Beginn des 2. Akts wurde durch das bekannte <em>\u00a0Katzenduett<\/em> ersetzt, das meist Rossini zugschrieben wird. Zus\u00e4tzlich wurde eine stumme Kinderrolle eingef\u00fcgt: Der Sohn oder Lehrling des Figaro, gekleidet wie Figaro selbst.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Goerke<\/strong> er\u00f6ffnet den Abend mit gem\u00e4\u00dfigtem Tempo, daf\u00fcr sorgsam differenziert und ausbalanciert mit transparenter Klanggestaltung. Das Orchester zeigt sich spielfreudig und bringt mit Leichtigkeit Italianit\u00e0 zur Geltung. Dieser halten die Musiker bis zum Ende durch, w\u00e4hrend sie au\u00dferdem den S\u00e4ngern als verl\u00e4\u00dflicher Begleiter zur Seite stehen. Glanzpunkt des Abends ist <strong>Thomas Rettensteiner<\/strong>, der seinen Figaro herrlich sonor und spritzig nicht nur aus-, sondern auch auff\u00fchrt. Mit seinem gro\u00dfen komischen Talent avanciert er schnell zum Publikumsliebling. Mit gro\u00dfer Textverst\u00e4ndlichkeit gl\u00e4nzt seine \u00a0klangvolle Baritonstimme im h\u00f6heren Register, doch wei\u00df er auch die tieferen Lagen zu gestalten. Mit der Kavatine <em>Ich bin das Faktotum <\/em>(1. Akt) kann er seine gl\u00e4nzende Technik demonstrieren. Eine \u00e4hnlich solide Leistung liefert <strong>Rolf A. Schneider<\/strong> (Bartolo). Mit erfreulich klarer Diktion und lyrischer Kraft gestaltet er seine Partie, ohne den Grad der darstellerischen Leistung zu schm\u00e4lern. <strong>Sylvia Szadovszki<\/strong> (Rosina) erfreut mit ihrer jungen Stimme, die ein helles Timbre mit feinem Vibrato besitzt. Ihre virtuosen Koloraturen sind nicht nur Zwitscherwerk, sondern verleihen Rosinas kokettem Charakter Ausdruck. Die Arie <em>Frag\u2018 ich mein beklommnes Herz <\/em>(1. Akt) gelingt ihr sowohl musikalisch als auch darstellerisch ansprechend, wobei ihre St\u00e4rke ganz klar die H\u00f6he ist. <strong>Karsten Schr\u00f6ter<\/strong>s Basilio fehlt es an dunkler Brillanz sowie der latenten Gef\u00e4hrlichkeit, seine kehlige Stimme schr\u00e4nkt au\u00dferdem die Textverst\u00e4ndlichkeit ein. <strong>Inga Katzengruber<\/strong>s (Berta) beste Eigenschaft ist gleichzeitig ihr auff\u00e4lligster Makel: das gro\u00dfe Volumen ihres Tons. W\u00e4hrend sie in ihrer Arie damit brillieren kann, ist sie in den Ensembleszenen oft kurz davor, das harmonische Gleichgewicht zu st\u00f6ren. Darstellerisch f\u00fcgt sie sich aber gut in das Ensemble ein. Schw\u00e4chstes Glied dieser Besetzung ist <strong>Chong Sun<\/strong>s Almaviva. Seine Stimme hat nicht viel K\u00f6rper, in der H\u00f6he klingt sie eng und bei gr\u00f6\u00dferer Dynamik schnell gepre\u00dft \u2013 \u00a0es f\u00e4llt ihr schwer, den Graben zu \u00fcberqueren. In den Rezitativen werden au\u00dferdem Schwierigkeiten im Ausdruck deutlich, oft ist der Text nicht zu verstehen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit Freude folgte das Publikum der unterhaltsamen Vorstellung, die f\u00fcr einige Lacher sorgte. Die liebevolle Inszenierung wird vielleicht kein Meilenstein der <em>Barbier<\/em>-Interpretationen werden, bereitete aber einen vergn\u00fcglichen und ansprechenden Opernabend.<\/p>\n<p>Laura Knoll<\/p>\n<p>Bild: SFF Fotodesign<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Bartolo (Rolf A. Scheider), Basilio (Karsten Schr\u00f6ter), Figaro (Thomas Rettensteiner), vorne: Berta (Ingrid Katzengruber), Rosina (Sylvia Szadovski)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868). Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2019 Le Barbier de S\u00e9ville, UA 20. 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