{"id":3948,"date":"2012-06-04T08:46:28","date_gmt":"2012-06-04T07:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3948"},"modified":"2012-06-08T08:50:06","modified_gmt":"2012-06-08T07:50:06","slug":"il-trittico-il-tabarro-suor-angelica-und-gianni-schicchi-hannover-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3948","title":{"rendered":"IL TRITTICO: IL TABARRO, SUOR ANGELICA UND GIANNI SCHICCHI &#8211; Hannover, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), <em>Il Tabarro,<\/em> Libretto: Giuseppe Adami nach dem Schauspiel <em>La Houppelande<\/em> (1910) von Didier Gold, <em>Suor Angelica,<\/em> Libretto: Giovacchino Forzano, <em>Gianni Schicchi<\/em>, Libretto: Giovacchino Forzano nach einer Episode aus <em>La Commedia Divina<\/em> (1321)<br \/>\nUA: 14. Dezember 1918 New York, Metropolitan Opera<br \/>\nRegie: Sebastian Baumgarten; B\u00fchne: Alexander Wolf; Video: Philip Bu\u00dfmann, Kost\u00fcme: Marysol del Castillo; Dramaturgie: Klaus Angermann; Licht: Susanne Reinhardt<br \/>\nDirigent: Karen Kamensek, Nieders\u00e4chsisches Staatsorchester Hannover, Chor\/Kinderchor der Staatsoper, Einstudierung: Dan Ratiu<\/p>\n<p>Solisten: <em>Il Tabarro<\/em>: Brian Davis (Michele), Kelly God (Giorgetta), Vincent Wolfsteiner (Luigi), Edward Mout (Tinca) u.a.<\/p>\n<p><em>Suor Angelica<\/em>: Miriam Gordon-Stewart\u00a0 (Suor Angelica), Khatuna Mikaberidze (La Principessa), Julie-Marie Sundal (La Badessa) u.a.<\/p>\n<p><em>Gianni Schicchi<\/em>: Stefan Adam (Gianni Schicchi), Ania Vegry (Lauretta), Julie-Marie Sundal (Zita); Sung-Keun Park (Rinuccio) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. Juni 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Hannover-Il-Trittico.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3949\" title=\"Hannover-Il-Trittico\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Hannover-Il-Trittico.gif\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Hannover-Il-Trittico.gif 235w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Hannover-Il-Trittico-201x300.gif 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p><em>Il Trittico<\/em> besteht aus drei Operneinaktern. In <em>Il Tabarro<\/em> geht es um Giorgetta, die sich aufgrund des Todes ihres Kindes von ihrem Mann Michele entfremdet hat. Giorgetta verliebt sich in Luigi und will mit ihm in die Stadt ziehen. Michele ahnt die Untreue und t\u00f6tet Luigi. In <em>Suor Angelica<\/em><strong> <\/strong>wird Schwester Angelica in ein Kloster verbannt, weil sie mit einem unehelichen Kind Schande \u00fcber die Familie gebracht hat. Wegen einer Erbangelegenheit besucht Angelicas Tante das Kloster. Angelica erf\u00e4hrt, da\u00df ihr Sohn gestorben ist. Vor Leid t\u00f6tet sie sich und fordert Erl\u00f6sung durch die Mutter Gottes. In <em>Gianni Schicchi<\/em><strong> <\/strong>geht es um eine geldgierige Familie, die vom gestorbenen Buoso enterbt wurde. Weil noch niemand vom Tode wei\u00df, haben der clevere Schicchi und seine Tochter Lauretta die Idee, einen Doppelg\u00e4nger das Testament neu diktieren zu lassen. Daraufhin t\u00e4uscht Schicchi nicht nur den Notar, sondern auch die Verwandtschaft, indem er das Herzst\u00fcck des Erbes sich selbst vermacht.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild stellt f\u00fcr die erste Oper ein Schiff dar, auf dem die Piraten Giorgetta und Michele leben. Dementsprechend sind die Protagonisten gekleidet: Kopftuch, Augenklappe, kommunistische Sterne, lange M\u00e4ntel und Gew\u00e4nder \u2013 in allen Farben und auch etwas schmuddelig. Die Nonnen in der zweiten Oper treten in gleicher orangener Uniform auf. Die B\u00fchne dreht sich und an den W\u00e4nden des Schiffes sind funkelnd-leuchtende Heiligenfiguren zu erkennen. Durch Video\u00a0 werden Heiligenscheine, der rennende oder ballspielende Sohn von Angelica, die Mutter Gottes oder Angelica, wie sie wieder mit ihrem Sohn vereint ist und in den Himmel emporsteigt auf einer Leinwand gezeigt. Die Erben-Familie in der dritten Oper wirkt aufgrund ihres Aussehens obsz\u00f6n und \u00fcberheblich: aufget\u00fcrmte Frisuren, schwarz und wei\u00df als Kontraste, hell geschminkte Gesichter und rote M\u00fcnder. Gegen Ende hin zieht sich die Familie die Kleider aus und auf einmal tragen die M\u00e4nner weibliche Unterw\u00e4sche. Ein Fadenvorhang dient hier als eingesetzte Requisite, auf die wiederum Dinge projiziert werden. Sowohl ein goldenes Amulett, als auch eine Aktenzeichen-Projektion wandern durch alle drei Teile \u2013 Habgier und Krimi in einem.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>In <em>Il Tabarro<\/em> dominiert die Dreiecksgeschichte schauspielerisch und gesanglich: <strong>Kelly Gods<\/strong> (Giorgetta) Gesang ist anmutig und weitgespannt, ihre H\u00f6hen exakt und ersch\u00fctternd. Im Duett mit <strong>Vincent Wolfsteiner<\/strong> (Luigi) sp\u00fcrt man ihre verzweifelte Liebe durch dynamische Fixpunkte. <strong>Brian Davis<\/strong>&#8218; (Michele) Stimme ist durchdringend und absolut: <em>Ich will nicht, da\u00df ein anderer dich anfa\u00dft!<\/em>, Der Tod kann nur noch das Ziel sein. <strong>Miriam Gordon-Stewart<\/strong> bringt als Suor (Schwester) Angelica eine bravour\u00f6se Leistung. Ihr Gesang ist sanft, voller Liebe und Hoffnung und gleichzeitig laut und lamentierend, verzweifelt und dramatisch: <em>Wie s\u00fc\u00df enden all meine Leiden, wenn ich dir in den Himmel folgen kann.<\/em> In <em>Gianni Schicchi<\/em> setzt <strong>Ania Vegri<\/strong> als Lauretta mit der ber\u00fchmten Arie <em>O mio babbino caro<\/em> das erwartete gef\u00fchlvolle Ausrufezeichen, das mit Bravos belohnt wird. Am meisten Lob verdient <strong>Karen Kamensek<\/strong>, die das Orchester dirigiert. Zielstrebig und nicht mit Gef\u00fchl \u00fcberladen leitet sie die Musik, so da\u00df sie sich in G\u00e4nze entfalten kann \u2013 jede Dynamik und alle Tempi werden mit Bravour umgesetzt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr diesen Dreiteiler verdient allein die organisatorische Leistung ein gro\u00dfes Lob \u2013 die Gr\u00f6\u00dfe des Ensembles f\u00e4llt erst so richtig beim jubelnden, nicht abnehmenden Applaus auf. Insgesamt ein runder, beeindruckender Opernabend.<\/p>\n<p>Frederike Arns<\/p>\n<p>Bild: Thomas M. Jauk<\/p>\n<p>Das Bild zeigt:\u00a0 Miriam Gordon-Stewart (Suor Angelica), \u00a0Julie-Marie Sundal (La Badessa) in Sour Angelica<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Il Tabarro, Libretto: Giuseppe Adami nach dem Schauspiel La Houppelande (1910) von Didier Gold, Suor Angelica, Libretto: Giovacchino Forzano, Gianni Schicchi, Libretto: Giovacchino Forzano nach einer Episode aus La Commedia Divina (1321) UA: 14. 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