{"id":3943,"date":"2012-05-29T16:37:16","date_gmt":"2012-05-29T15:37:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3943"},"modified":"2012-06-12T09:04:56","modified_gmt":"2012-06-12T08:04:56","slug":"tosca-budapest-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3943","title":{"rendered":"TOSCA &#8211; Budapest, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Melodramma in drei Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa u. Luigi Illica nach dem Drama <em>La Tosca<\/em> von Victorien Sardou; UA: 14. Januar 1900, Rom<\/p>\n<p>Regie: Viktor Nagy, B\u00fchne: Tam\u00e1s Vayer, Kost\u00fcme: Nelly V\u00e1g\u00f3<\/p>\n<p>Dirigent: Gergely Kessely\u00e1k, Orchester und Chor\/Kinderchor der Budapester Staatsoper<\/p>\n<p>Solisten: Eszter S\u00fcmegi (Tosca), Atilla Kiss (Cavaradossi), Anatolij Fokanov (Scarpia), Lajos Geiger (Angelotti), K\u00e1zm\u00e9r S\u00e1rk\u00e1ny (Mesner), Zsolt Derecskei (Spoletta), Tam\u00e1s Clementis (Sciarrone), Antal Bak\u00f3 (Schlie\u00dfer),<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. Mai 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Budapest-Tosca.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3944\" title=\"Budapest-Tosca\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Budapest-Tosca.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Budapest-Tosca.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Budapest-Tosca-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der von Roms Polizeichef Scarpia eingekerkerte politische Gefangene Angelotti konnte aus der Engelsburg in die Kirche Sant\u2019Andrea della Valle entfliehen. Hier gestaltet sein Freund, der Maler Cavaradossi, ein Altargem\u00e4lde der Maria Magdalena nach dem Bildnis der Marchesa Attavani. Scarpia ist Angelottis Spur gefolgt und erkennt seine Verbindung zu Cavaradossi. Tosca wird von Scarpia in den Palazzo Farnese geladen, wo er Cavaradossi verh\u00f6rt. Ihn und Angelotti will Scarpia an den Galgen bringen. Tosca ist es schlie\u00dflich, die Angelottis Versteck unter Cavaradossis Folterschreien verr\u00e4t. Angelotti entzieht sich der Hinrichtung durch Selbstmord. Tosca gibt scheinbar dem Dr\u00e4ngen Scarpias, der sie begehrt, nach und erreicht dadurch freies Geleit f\u00fcr Cavaradossi, der zum Schein exekutiert werden soll. Daraufhin bedr\u00e4ngt er Tosca, die ihn aber erdolcht. Tosca weiht Cavaradossi in den Plan von der Scheinerschie\u00dfung ein. Doch Cavaradossi wird erschossen und Tosca st\u00fcrzt sich von der Engelsburg in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Regisseur Viktor Nagy setzt in der Inszenierung auf eine werkgetreue, klassische Ausstattung. So wird im ersten Akt mit gro\u00dfen Aufbauten ein authentisches Kirchenambiente erzeugt, in dem im Hintergrund des angedeuteten Hauptschiffes eine eindrucksvolle Prozession in pr\u00e4chtigen Gew\u00e4ndern vor\u00fcberzieht. Der Palazzo Farnese von Scarpia und der Au\u00dfenbereich auf der Engelsburg erscheinen ebenfalls, als seien sie, als Spiegelbild der Zeit, in der das St\u00fcck angelegt ist, aus klassischen Gem\u00e4lden entstiegen, wobei dunkle Farbt\u00f6ne vorherrschen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die S\u00e4nger der Auff\u00fchrung bieten durchweg in Ausdruck und Technik gesangliche Spitzenklasse. Man h\u00f6re sich nur das <em>Vissi d\u2019arte<\/em> \u2013 <em>ich lebte nur der Kunst <\/em>\u00a0der Sopranistin <strong>Eszter S\u00fcmegi<\/strong> (Tosca) an. Licht, jugendlich frisch und sich weit \u00f6ffnend in den H\u00f6hen, geschmeidig seicht in der Mittellage sowie brillant wendig in den Phrasierungen bei den Duetten l\u00e4\u00dft sie den Zuh\u00f6rer zutiefst ger\u00fchrt, auf Grund ihrer absolut packenden B\u00fchnenpr\u00e4senz, Zeit und Raum vergessen. Auch Tenor <strong>Atilla Kiss <\/strong>kann die Konzentration, durch seinen darstellerisch zupackend angelegten Cavaradossi, voll auf sich ziehen. Herrlich lichtdurchwebt und lupenrein funkelnd in den H\u00f6hen flutet sein <em>Recondita harmonia<\/em> \u2013 <em>geheimnisvolle Harmonie<\/em> den Raum und das <em>E lucevan le stelle<\/em> \u2013 <em>Und es blitzen die Sterne<\/em> ber\u00fcckt mit druckvoller Emphase und geschmeidigem Legato. Die Triade der Gesangstitanen wird durch <strong>Anatolij Fokanov<\/strong> komplettiert. Sein Scarpia geht gesanglich absolut unter die Haut. Mit aufpeitschend dynamischer Wendigkeit und gl\u00fchender Nuancenf\u00fclle rei\u00dft sein in den H\u00f6hen hervorragend situierter und voller Bariton f\u00f6rmlich von den Sitzen. Der Reigen der \u00fcberragenden S\u00e4nger wird mit dem in klarer Diktion und druckvoll, leuchtender F\u00fclle ausgestatteten Bariton von <strong>Lajos Geiger <\/strong>(Angelotti) sowie durch den bewu\u00dft \u00fcberzeichnet ausgeloteten, wendigen Ba\u00df von <strong>K\u00e1zm\u00e9r S\u00e1rk\u00e1ny <\/strong>(Mesner) weitergef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das<strong> Orchester <\/strong>unter <strong>Gergely Kessely\u00e1k <\/strong>entfaltet durch wuchtige Tutti eine dramatisch zupackende Atmosph\u00e4re, wobei die lyrischen Passagen ebenso pastos ausgekostet werden. Und was f\u00fcr eine glanzvolle Orchesterdramatik am Ende der Oper! Da bebt musikalisch das Opernhaus und der Tod Toscas wird zum Greifen nahe.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung sch\u00f6pft eindrucksvoll absolut \u00fcberzeugend aus gro\u00df angelegten B\u00fchnenbildern, die cineastisch pomp\u00f6s an einen detailreich angelegten Historienfilm erinnern. Die mitrei\u00dfend dramatische Umsetzung des St\u00fcckes in stilecht wohltuend optisch verschwenderischer F\u00fclle wird durch die durchweg ausgezeichneten Leistungen der S\u00e4nger und durch das formidabel aufspielende Orchester, das den Saal musikalisch zum Kochen bringt, auf den Zenit k\u00fcnstlerischen Hochgenusses gehoben. Der Abend war ein absoluter Erfolg, der sich v\u00f6llig zu recht im tosenden Applaus der Zuschauer wiederspiegelte.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Vera \u00c9der\u00a0 und Tomas Opitz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Eszter S\u00fcmegi (Tosca), Atilla Kiss (Cavaradossi), Anatolij Fokanov (Scarpia) hinten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Melodramma in drei Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa u. Luigi Illica nach dem Drama La Tosca von Victorien Sardou; UA: 14. 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