{"id":394,"date":"2008-10-20T21:47:15","date_gmt":"2008-10-20T19:47:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=394"},"modified":"2012-12-26T14:37:17","modified_gmt":"2012-12-26T13:37:17","slug":"dresden-semper-oper-il-trovatore-%e2%80%93-der-troubadour","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=394","title":{"rendered":"Dresden, Semper Oper &#8211; IL TROVATORE \u2013 DER TROUBADOUR"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi, Drama vier Teilen, Libretto: Salvatore Cammarano mit Erg\u00e4nzungen von Leone E. Bardare, nach dem Drama El trovador (1836) von Antonio Garc\u00eda Guti\u00e9rrez; UA: 19. Januar 1853, Teatro Apollo, Rom<br \/>\nDirigent: Fabio Luisi, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Chor der S\u00e4chsischen Staatsoper, Dresden, Einstudierung Ulrich Paetzoldt<br \/>\nRegie: Michael Hampe, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Carlo Tommasi, Licht: Jan Seeger, Dramaturgie: Ilsedore Reinsberg<br \/>\nSolisten: Marina Mescheriakova (Leonora) Barbara Hoene (Ines), Roberto Frontali (Graf von Luna), Georg Zappenfeld (Ferrando), Andrea Ulbrich (Azucena), Carl Tanner (Manrico), Timothy Oliver (Ruiz), Rainer B\u00fcsching (ein alter Zigeuner), Angelo Antonio Poli (ein Bote) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 11. Oktober 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a title=\"dresden-trovatore.jpg\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/dresden-trovatore.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/dresden-trovatore.jpg\" alt=\"dresden-trovatore.jpg\" align=\"right\" \/><\/a>Graf Luna hatte zwei S\u00f6hne. Eines Tages erkrankt der j\u00fcngste. Man macht eine Zigeunerin verantwortlich und verbrennt sie auf dem Scheiterhaufen. Ihre Tochter Azucena raubt daraufhin den Sohn des Grafen. Aber voller Wut verwechselt sie die beiden S\u00e4uglinge und wirft ihren Sohn anstelle des Grafensohns in die Flammen. Letzteren zieht sie als ihren Sohn auf und nennt ihn Manrico.<br \/>\nInzwischen bricht ein Kampf um die Krone von Aragonien aus. Beide Br\u00fcder stehen sich gegen\u00fcber: Graf Luna auf der Seite der Krone, der Troubadour Manrico auf seiten der Rebellen. Beide hatten sich in die Hofdame Leonora verliebt. Diese liebt Manrico. In einem Duell verschont Manrico den unterlegenen Grafen. Inzwischen hat Manrico im Zigeunerlager von Azucena erfahren, da\u00df er eigentlich der j\u00fcngere Grafensohn sei. Doch weiteren Nachfragen weicht Azucena aus.<br \/>\nAls Leonora vom vermeintlichen Tod Manricos erf\u00e4hrt, will sie ins Kloster gehen. Doch Manrico entf\u00fchrt sie vor den Augen Lunas. Im Kampf mit den K\u00f6nigstreuen verlieren die Rebellen. Manrico wie auch Azucena geraten in Lunas Gefangenschaft. Als Leonora Lunas Frau zu werden verspricht, gibt Luna Manrico frei. Doch Leonora hatte Gift genommen, das schneller wirkt, als sie dachte. Daraufhin err\u00e4t Luna ihre T\u00e4uschung und l\u00e4\u00dft Manrico hinrichten.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\n\u00dcber allen Szenenbildern sieht man einen \u00fcbergro\u00dfen Himmel mit riesigen Wolken. Alles ist dunkel, ja d\u00fcster, da die Kost\u00fcme in schwarzer Farbe den Uniformen im spanischen B\u00fcrgerkrieg (1936) nachempfunden sind (s. auch das Interview mit Prof. Hampe in diesem Heft).<br \/>\nAuf der B\u00fchne werden alle vorgeschriebenen Schaupl\u00e4tze dargestellt: Das Zigeunerlager zwischen seitlich aufragenden Felsw\u00e4nden und Bergen im Hintergrund, der \u00dcberfall der Rebellen, die rote Fahne schwenken, auf das Nonnenkloster zu \u201eErrettung Leonoras\u201c vom Klosterleben mit fl\u00fcchtenden Nonnen. Sodann die angreifenden Anh\u00e4nger der Krone mit ihrer schwarzen Fahne vor der spanischen Burg von Castellor. Das letzte Bild schlie\u00dflich zeigt vor den hochauflodernden Scheiterhaufenflammen die Zigeunerin Azucena mit Graf Luna, beide mit vor Schreck hochgerissenen Armen. Vor ihnen liegt der soeben erschossene Manrico und Azucena ruft Luna zu: Er war dein Bruder!<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nVom gro\u00dfen Tenor Enrico Caruso stammt das Wort: Eine Auff\u00fchrung des Trovatore sei ganz einfach, man ben\u00f6tigte dazu nur die vier besten S\u00e4nger der Welt.<br \/>\nIn Dresden waren es nur drei \u2013 wenn auch nicht die weltbesten \u2013 gute S\u00e4nger. Die vierte im Bund war <strong>Marina Mescheriakova<\/strong>, die ihrer Rolle als Leonora in jeder ihrer Arien auch nicht nur ann\u00e4hernd nachkam. Das war schade, da die anderen S\u00e4nger sich wacker schlugen. <strong>Roberto Frontali<\/strong> (Graf Luna) f\u00fchrte seine Baritonstimme sicher durch alle H\u00f6hen und Tiefen, w\u00e4hrend der Tenor <strong>Carl Tanner<\/strong> (Manrico) sich bei den H\u00f6hen \u00f6fter ins Pressen fl\u00fcchtete. Die beste S\u00e4ngerin im Team war jedenfalls <strong>Andrea Ulbrich<\/strong> (Azucena), die ihren Mezzosopran in ihren \u00fcberlangen Arien mit Bravour h\u00f6ren lie\u00df. Auch die Nebenrollen sangen beachtlich, so <strong>Barbara Hoene<\/strong> (Ines, Sopran) und besonders <strong>Georg Zappenfeld <\/strong>(Ferrando) mit seinem deutlich prononcierenden Ba\u00df.<br \/>\nLeider war das <strong>Orchester<\/strong> in der Begleitung der Stimmen oft von einer Lautst\u00e4rke, als wollten sich hier die Musiker nochmals in den Vordergrund stellen, die den Anfang der Oper um eine halbe Stunde verz\u00f6gerten, um ihrer Forderung nach weiteren Tariferh\u00f6hungen Nachdruck zu verleihen. Doch <strong>Fabio Luisi<\/strong> h\u00e4tte sie doch zur M\u00e4\u00dfigung der Lautst\u00e4rke anregen k\u00f6nnen? Aber ihm machte es sichtlich Spa\u00df, die Blechbl\u00e4ser zum gr\u00f6\u00dften Forte zu veranlassen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung und Personenf\u00fchrung gelang <strong>Michael Hampe<\/strong> vorz\u00fcglich. Leider sind solche Regieleistungen, in denen Komponist und Librettist respektiert werden, auf den B\u00fchnen selten. Die jungen Regisseure m\u00fcssen sich mit schrillen Leistungen gegenseitig \u00fcberbieten, um im Gesch\u00e4ft zu bleiben. Das vielgescholtene Publikum, das diese Auff\u00fchrung mit langem Applaus bedachte, hat doch eigentlich das Sagen. Nur nimmt die sogenannte \u00f6ffentliche Meinung die Menschen, die die Oper lieben, nicht so wichtig.<br \/>\nOlaf Zenner<br \/>\nBild: Matthias Creutziger<br \/>\nDas Bild zeigt Carl Tanner (Manrico), Marina Mescheriakova (Leonore), li, Roberto Frontali (Graf von Luna), Georg Zeppenfeld (Ferrando), re. Im Hintergrund die angreifenden Rebellen mit Fahne, davor die fl\u00fcchtenden Nonnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi, Drama vier Teilen, Libretto: Salvatore Cammarano mit Erg\u00e4nzungen von Leone E. Bardare, nach dem Drama El trovador (1836) von Antonio Garc\u00eda Guti\u00e9rrez; UA: 19. 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