{"id":3938,"date":"2012-05-25T16:30:56","date_gmt":"2012-05-25T15:30:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3938"},"modified":"2012-06-12T09:08:21","modified_gmt":"2012-06-12T08:08:21","slug":"madama-butterfly-budapest-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3938","title":{"rendered":"MADAMA BUTTERFLY &#8211; Budapest, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Trag\u00f6die in drei Akten, Libretto: Luigi Illica u. Giuseppe Giacosa nach dem Drama <em>Madame Butterfly<\/em> von David Belasco, \u00a0UA: 17. Februar 1904, Mailand<\/p>\n<p>Regie: Mikl\u00f3s G\u00e1bor Ker\u00e9nyi, B\u00fchne: Kentaur, Kost\u00fcme: Ilona V\u00e1gv\u00f6lgyi<\/p>\n<p>Dirigent: J\u00e1nos Kov\u00e1cs, Orchester und Chor der Budapester Staatsoper<\/p>\n<p>Solisten: Zsuzsanna Bazsinka (Cho-Cho-San), Katalin G\u00e9mes (Suzuki), Attila Fekete (Pinkerton), Zsuzsanna F\u00fclop (Kate), Zsolt Moln\u00e1r (Yamadori), Tam\u00e1s Busa (Konsul Sharpless), Zolt\u00e1n Megyesi (Goro), J\u00e1nos Gurb\u00e1n (Bonze), Kaiserlicher Kommissar (G\u00e1bor N\u00e9meth)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. Mai 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Budapest-Butterfly.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3940\" title=\"Budapest-Butterfly\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Budapest-Butterfly.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"230\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Budapest-Butterfly.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Budapest-Butterfly-300x197.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Marineoffizier Pinkerton hat in Nagasaki ein Haus samt Dienerschaft erworben. Dazu heiratet er die Geisha Cho-Cho-San, genannt Butterfly, unter Anwesenheit einiger G\u00e4ste. Pinkerton und Butterfly verbringen danach die Hochzeitsnacht. Es vergehen drei Jahre und Pinkerton schickt seiner R\u00fcckkehr einen Brief voraus, zu dessen Verlesung der Konsul nicht kommt, da Butterfly ihn mit aufgeregten Fragen best\u00fcrmt und ihm das aus der Hochzeitsnacht hervorgegangene Kind zeigt. Der Brief k\u00fcndigt an, was nun folgt: Pinkerton trifft mit seiner amerikanischen Ehefrau Kate ein. Tief betroffen will Butterfly das Kind Kate und Pinkerton \u00fcberlassen. Sie selber aber ersticht sich aus entt\u00e4uschter Liebe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>In der Auff\u00fchrung dominieren Stellw\u00e4nde aus Reispapier den Hintergrund der B\u00fchne, wobei das B\u00fchnenbild in den Akten nicht grundlegend ver\u00e4ndert wird. Durch unterschiedliche Ausleuchtungen mit variablen Farbt\u00f6nen und Symbolen werden differenzierte Stimmungen erzeugt. Im B\u00fchnenzentrum erhebt sich ein Podest, das von einem Kirschbaum, Fackeln und mehreren Stufen-Aufwegen bestimmt ist. In der Anordnung verschiebbare Stellw\u00e4nde auf dem Podest simulieren dabei unterschiedliche R\u00e4umlichkeiten. Sowohl die B\u00fchnenausstattung als auch die Kost\u00fcme sind im Stil der Zeit der Handlung angelegt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zsuzsanna Bazsinka<\/strong> legt ihre Cho-Cho-San in einem breiten Spektrum differenzierter Stimmentfaltung an. Pulsierend volumin\u00f6se Klangpracht in den H\u00f6hen gesellt sich dabei zu straffer Linienf\u00fchrung in den dramatischen Abschnitten. Die lyrischen Passagen werden von lichtdurchfluteter Heiterkeit und graziler Wendigkeit ihres Soprans bestimmt. Hinrei\u00dfend gelingt ihr das Duett mit Suzuki, wobei der Mezzosopran von <strong>Katalin G\u00e9mes<\/strong> (Suzuki) im <em>Scuotti quella fronda di ciliegio \u2013 Sch\u00fcttle alle Zweige unsres Kirschbaums <\/em>\u00a0in ber\u00fcckender Emphase und eindrucksvoll schwebender Leichtigkeit erbl\u00fcht. <strong>Attila Fekete<\/strong> (Pinkerton) \u00fcberzeugt darstellerisch als gekonntes Abbild naiv zupackender Kolonialmentalit\u00e4t sowie als ein von der \u00a0Sch\u00f6nheit Butterflys \u00fcberw\u00e4ltigter und sich im Gef\u00fchls-Zwiespalt befindlicher Pinkerton. Zu einem H\u00f6hepunkt der Auff\u00fchrung ger\u00e4t ihm das Duett <em>Bimba, dagli occhi pieni di malia \u2013 M\u00e4dchen, in deinen Augen<\/em> mit ber\u00fcckendem Legato und zart schmelzendem Timbre sowie durchdringender tenoraler Leuchtkraft in den H\u00f6hen. <strong>Tam\u00e1s Busa <\/strong>(Konsul) l\u00e4\u00dft mit seinem warmen, auch in den Hochlagen gut situierten, technisch standsicheren Bariton aufhorchen. Auch die \u00fcbrigen S\u00e4nger nehmen durch ihre gesanglichen Leistungen ein. Hervorzuheben sei hierbei Tenor <strong>Zolt\u00e1n Megyesi<\/strong>, welcher seinen Goro gekonnt als etwas linkisch erscheinende Type anlegt, was auch in der stimmlichen Phrasierung Ausdruck findet.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Lob geb\u00fchrt ebenfalls den Musikern. <strong>J\u00e1nos Kov\u00e1cs <\/strong>f\u00fchrt das <strong>Orchester <\/strong>traumwandlerisch sicher an den vielen Fallstricken vorbei, welche die Partitur bietet. Die dramatischen Passagen versinken dabei nicht in einem pastos grellen Farbauftrag verkitscht, naiver Sentimentalit\u00e4t, sondern lassen stets das feine Gespinst der einzelnen, teilweise nebeneinander gef\u00fchrten Melodieb\u00f6gen durchscheinen, welche, bei gekonnter Tiefenauslotung, die f\u00fcr Puccini typisch aufw\u00fchlende Atmosph\u00e4re erzeugen. Herausragend ist auch der <strong>Opernchor<\/strong>, der im n\u00e4chtlichen Zwischenspiel in technischer Perfektion agiert.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung zeigt eine <em>Butterfly,<\/em> wie sie sein sollte: Authentisch in B\u00fchnenbild und Kost\u00fcmen, ohne viel ablenkende Spielereien, aber in der Dramatik stimmungsreich. Die S\u00e4nger laufen in diesem Ambiente zur H\u00f6chstform auf und vermitteln mit dem wunderbaren Klangk\u00f6rper des Orchesters eine tief bewegende Darbietung. Die Staatsoper Budapest zeigt in perfekter Weise ein weiteres Mal, da\u00df eine klassische Oper sehr gut ohne aktuelle Regiebez\u00fcge auskommt, ohne dabei in der Schwere eines \u00fcberbordenden Kost\u00fcmfundus zu versinken. Der tosende Applaus der Zuschauer f\u00fcr alle Beteiligten ist der Beweis.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: P\u00e1l Csillag and Tomas Opitz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Hochzeit von Zsuzsanna Bazsinka (Cho-Cho-San) und Attila Fekete (Pinkerton)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Trag\u00f6die in drei Akten, Libretto: Luigi Illica u. Giuseppe Giacosa nach dem Drama Madame Butterfly von David Belasco, \u00a0UA: 17. 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