{"id":3926,"date":"2012-05-26T19:41:22","date_gmt":"2012-05-26T18:41:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3926"},"modified":"2014-02-08T18:27:11","modified_gmt":"2014-02-08T17:27:11","slug":"orlando-luzern-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3926","title":{"rendered":"ORLANDO &#8211; Luzern, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Opera seria in drei Akten. Libretto: unbekannter Bearbeiter nach Carlo Sigismondos Capece <em>L\u2019Orlando<\/em> und Lucovico Ariostos<em> Orlando ovvero la gelosa pazzia<\/em>. UA: 27. Januar 1733 London, King\u2019s Theatre Haymarket<\/p>\n<p>Regie: Eva-Maria H\u00f6ckmayr, B\u00fchne: Nina von Essen, Kost\u00fcme: Birgit K\u00fcnzler, Dramaturgie: Dr. Christian Kipper, Licht: David Hedinger<\/p>\n<p>Dirigent: Michael Wendeberg, Luzerner Sinfonieorchester<\/p>\n<p>Solisten: Szymon Chojnacki (Zoroastro), Marie-Luise Dressen (Orlando), Simone Stock (Dorinda), Caroline Vitale (Medoro), Madelaine Wibom (Angelica)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. Mai 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Luzern-Orlando.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3927\" title=\"Luzern-Orlando\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Luzern-Orlando.gif\" width=\"350\" height=\"230\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Luzern-Orlando.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Luzern-Orlando-300x197.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Es ist Mittelalter. Der Zauberer Zoroastro versucht Orlando f\u00fcr Heldentaten zu gewinnen und ermahnt ihn, zun\u00e4chst auf die Liebe zu verzichten. Orlando liebt Angelica, die K\u00f6nigin von Catai. Er findet die Idee der Heldentaten gut, m\u00f6chte aber keineswegs der Liebe entsagen. Angelica liebt den h\u00fcbschen Medoro. Sie versteckt ihre Gef\u00fchle vor Dorinda und auch vor Orlando, bis es irgendwann gleichwohl offensichtlich ist. Medoro ist hin und her gerissen, da er der Sch\u00e4ferin Dorinda schon viel versprochen hatte. Von Angelicas l\u00e4\u00dft sich Medoro schnell f\u00fcr eine gemeinsame Zukunft \u00fcberreden. Sie beschlie\u00dfen gemeinsame Flucht, da sie sich vor Orlando nicht mehr sicher f\u00fchlen. Die ungl\u00fcckliche Sch\u00e4ferin tr\u00e4umt weiterhin von Medoro, w\u00e4hrend Orlando der Liebe wegen seinen Verstand g\u00e4nzlich verliert. Im Wahnsinn t\u00f6tet er Medoro, Angelica st\u00fcrzt er von der Felswand, beide k\u00f6nnen jedoch von Zoroastro gerettet werden. Nach diesen anstrengenden Taten schl\u00e4ft Orlando ein. W\u00e4hrend er tr\u00e4umt, wird Zoroastros Gebet f\u00fcr Orlandos Heilung erh\u00f6rt. Nachdem der geheilte Ritter aufwacht, geben ihm seine Gewissensbisse keine Ruhe. Von Freunden getr\u00f6stet, verzichtet er auf die Liebe und widmet sich den Heldentaten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Noch vor geschlossenem Vorhang liegt Zoroastro im Silberglanzanzug und blonden Haaren. Mit dem Orchestervorspiel \u00f6ffnet sich der Vorhang und der Zauber beginnt: Zoroastro hebt das magische Tuch und enth\u00fcllt das Modell der B\u00fchne. Er dreht das Modell, daraufhin dreht sich auch die B\u00fchne. Auf der runden Drehb\u00fchne befindet sich eine in einem quadratischen Metallrahmen eingeschlossene Terrasse. Zwei Treppen f\u00fchren hinauf. Unterhalb der Terrasse befindet sich noch ein mit Vorh\u00e4ngen verschlossener Raum. Rechts im Eck vor der Drehb\u00fchne liegt die Ritterr\u00fcstung, auf der anderen Seite stehen einige St\u00fchle. Das Licht ist intensiv, die Gegenst\u00e4nde sind haupts\u00e4chlich schwarz.<\/p>\n<p>Zoroastro hebt eine kleine Puppe, es erscheint die Sch\u00e4ferin im gleichen Kost\u00fcm wie die Puppe. Weitere Figuren werden dazu gestellt und der Zauberer \u00fcberl\u00e4\u00dft die Geschichte der eigenen Entwicklung. Die vier Darstellerinnen schmusen und k\u00fcssen sich.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Spiels kommen Statisten als Sch\u00e4ferinnen, die Doppelg\u00e4nger der Angelica und des Medoro hinzu. Die Sch\u00e4ferinnen tragen luftige Kleider aus T\u00fcll, Angelicas Kost\u00fcm ist glitzernd in Gold.<\/p>\n<p>Die Atmosph\u00e4re ist faszinierend durch edle Stoffe, kunstvollen Lichteinsatz, \u00e4u\u00dfere Schlichtheit und eine am Libretto angelehnte Inszenierung. Interessant ist die Szene gel\u00f6st, als Orlando Angelica t\u00f6tet: sie wird erst mit schwarzem Band gefesselt. W\u00e4hrend Orlando schl\u00e4ft, tr\u00e4gt der Zauberer Angelicas Doppelg\u00e4ngerin auf der Schulter die Treppe hinunter und legt sie zu den anderen Ermordeten hinzu.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das gesamte Solistenensemble sowie die Statisten lieferten ein spannendes Spektakel. <strong>Szymon Chojnacki <\/strong>gab einen solide, elastisch und angenehm singenden Zoroastro. In der ruhigen Tiefe sowie auch in schnellen Passagen sang er m\u00fchelos <em>Tra caligini profonde \u00ad\u2013 wie im dichten Nebel irrt der Kopf<\/em> \u00a0(2. Akt). Den meisten Applaus erntete <strong>Marie-Luise Dressen <\/strong>in der Titelrolle. Ihr Ausdruck und Spiel waren absolut beeindruckend. Mit ihrer Stimme gab sie Orlandos Hoffnung, seinem Trotz sowie Passion \u2013 auch in der Wahnsinnsarie \u2013 den passenden Ausdruck.<strong> Simone Stock<\/strong> stellte eine naive Sch\u00e4ferin Dorinda dar, die \u00fcberzeugend nach und nach einsichtiger wird. Ihre klare Stimme war f\u00fcr diesen Charakter absolut passend. Angenehme Koloraturen und Verzierungen kamen in <em>Quando spieghi i tuoi tormenti \u2013 Wenn sie von ihren Qualen singt <\/em>bestens zur Geltung. \u00dcberzeugend agierte und sang<strong> Caroline Vitale <\/strong>(Medoro) die anspruchsvolle Hosenrolle. Ihre nur leicht vibrierende Stimme verk\u00f6rperte gute Intonation, Tragf\u00e4higkeit und Schnelligkeit. \u00a0<strong>Madelaine Wibom<\/strong> (Angelica) gelang in flotter B\u00fchnenpr\u00e4senz scheinbar m\u00fchelos die Darstellung des problematischen Charakters einer jungen Regentin.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der Abend war unterhaltsam und klangsch\u00f6n gestaltet. Das Orchester f\u00fcgte sich in den Gesang und die optischen Gegebenheiten lenkten insgesamt nicht von der Musik ab. Leider gab es einige K\u00fcrzungen und ge\u00e4nderten Ablauf der Szenen.\u00a0 Der Schlu\u00dfapplaus war der voller Begeisterung.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Ingo H\u00f6hn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Caroline Vitale (Medoro) li., \u00a0Simone Stock (Dorinda) re.<\/p>\n<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Opera seria in drei Akten. Libretto: unbekannter Bearbeiter nach Carlo Sigismondos Capece<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Opera seria in drei Akten. Libretto: unbekannter Bearbeiter nach Carlo Sigismondos Capece L\u2019Orlando und Lucovico Ariostos Orlando ovvero la gelosa pazzia. UA: 27. 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