{"id":392,"date":"2008-10-15T22:12:26","date_gmt":"2008-10-15T20:12:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=392"},"modified":"2008-10-15T22:12:26","modified_gmt":"2008-10-15T20:12:26","slug":"karlsruhe-badisches-staatstheater-andre-chenier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=392","title":{"rendered":"Karlsruhe, Badisches Staatstheater &#8211; ANDR\u00c9 CH\u00c9NIER"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Umberto Giordano (1867-1948), Drama mit geschichtlichem Hintergrund in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica (1857-1919); UA: 28. M\u00e4rz 1896, Teatro alla Scala, Mailand<br \/>\nDirigent: Jochem Hochstenbach, Badische Staatskapelle, Badischer Staatsopernchor, Einstudierung Carl Robert Helg<br \/>\nRegie: Alexander Schulin, B\u00fchnenbild: Christoph Sehl, Kost\u00fcme: Ursina Z\u00fcrcher<br \/>\nSolisten: Lance Ryan (Andr\u00e9 Ch\u00e9nier), Armin Kolarczyk (Charles G\u00e9rard), Barbara Dobrzanska (Madeleine von Coigny), Sabrina K\u00f6gel (Bersi), Sabina Willeit (Gr\u00e4fin von Coigny), Anna Maria Dur (Madelon), Lukas Schmid (Roucher), Ulrich Schneider (Pierre Fl\u00e8ville), Christian Miedl (Fouquier-Tinville), Ks. Edward Gauntt (Mathieu), Andreas Heideker (Abate), Matthias Wohlbrecht (Incroyable), Luiz Molz (Schmidt), Simon Schnorr (Dumas)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 11. Oktober 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"karlsruhe-a-chenier.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/karlsruhe-a-chenier.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"karlsruhe-a-chenier.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/karlsruhe-a-chenier.jpg\" \/><\/a>In einem Landschlo\u00df soll am Vorabend der Revolution ein Fest stattfinden. G\u00e9rard und seine Dienerschaft treffen die Vorbereitungen f\u00fcr die G\u00e4ste, unter denen sich auch der Dichter Andr\u00e9 Ch\u00e9nier befindet. Die Grafentochter Madeleine fordert Ch\u00e9nier auf, seine Kunst unter Beweis zu stellen, worin dieser scharfe Kritik an der Gesellschaft \u00fcbt. Davon ermutigt erscheint Charles G\u00e9rard mit einer Gruppe von Revolution\u00e4ren w\u00e4hrend des Balls und wird deswegen von der Gr\u00e4fin aus dem Dienst entlassen.<br \/>\nEinige Jahre nach der Revolution bekommt Ch\u00e9nier Briefe von einer Unbekannten. Es ist keine andere als Madeleine. Das von der ihr immer noch getreuen Dienerin Bersi arrangierte Wiedersehen der beiden wird jedoch von G\u00e9rard, mittlerweile Freund des Revolution\u00e4rs Robespierre, gest\u00f6rt. Der schon l\u00e4nger verfolgte Ch\u00e9nier kommt kurz darauf in Haft, worauf Madeleine bei Charles G\u00e9rard um Hilfe bittet. Anfangs widerwillig kann er bei aller Zuneigung zu Madeleine das Urteil nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen, worauf diese heimlich durch Bestechung den Namen einer Verurteilten annimmt und am Morgen darauf gemeinsam mit Ch\u00e9nier hingerichtet wird.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nVor Beginn ist der Vorhang bereits ge\u00f6ffnet. Die B\u00fchne birgt einen grauen, quadratischen Raum. Sobald das Orchester einstimmt, betritt G\u00e9rard, Hauptperson der Inszenierung, die B\u00fchne und schreitet energisch immer dieselbe Kreisform ab. Lakaien, wie alle Personen im ersten Bild, sind in Rokokomode gekleidet und voneinander nicht zu unterscheiden, tragen ein blaues Sofa, die einzige Requisite des ersten Bildes, auf die B\u00fchne. W\u00e4hrend der Festvorbereitungen schlie\u00dft sich der Raum zu einem Dreieck und bei Ert\u00f6nen des Sch\u00e4ferchores setzen sich die Wandfl\u00e4chen in Bewegung: Der in gr\u00fcn getauchte Raum wird gespiegelt. Zur Gavotte \u00f6ffnet sich der Hintergrund zu g\u00e4hnendem Schwarz, aus welchem der Chor der Unterdr\u00fcckten auftaucht. Noch wenn das erste Bild bei langsam abnehmendem Licht zu Ende geht, bewegt sich aus dem Dunkel eine S\u00e4ulenreihe in den Vordergrund und zwingt die tanzende Gesellschaft abzugehen.<br \/>\nDies ist bereits das B\u00fchnenbild des zweiten Aktes: Hinzu kommen eine Staffage mit dem Kopf einer Marmorskulptur als Marat-Denkmal und der Kleidungsstil des 19. Jahrhunderts. Die Rufe der Zeitungsjungen ert\u00f6nen aus Lautsprechern. Hier folgt ein individueller Eingriff der Regie: Die Patrouille ergreift einen herumstreunenden Betrunkenen und stellt, indem sie die Gewehre auf ihn richtet, eine verbl\u00fcffend pr\u00e4zise Pantomime der Erschie\u00dfung der Aufst\u00e4ndischen Francisco de Goyas dar.<br \/>\nIm dritten Akt ist die S\u00e4ulenreihe einer zweigliedrigen Fensterwand gewichen. Das vierte Bild zeigt den Kerker, rechterhand f\u00fchrt eine steile Treppe nach oben. Ch\u00e9nier und Madeleine geben sich nun mehrmals sehr leidenschaftlich ihrer Liebe hin. W\u00e4hrend die beiden Verurteilten sich langsam in den nun leeren B\u00fchnenraum zur\u00fcckziehen, senkt sich \u00fcber ihren H\u00e4uptern eine Scheinwerferbatterie herab, die nach ihrem Erl\u00f6schen einen einsamen G\u00e9rard im orangenen Lichtkegel zur\u00fccklassen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nEs \u00fcberzeugten <strong>Lance Ryan<\/strong> (Andr\u00e9 Ch\u00e9nier),, der bereits bei seiner ersten gro\u00dfen Nummer <em>Un d\u00ec all\u2019azzurro spazio \u2013 eines Tages am blauen Himmel<\/em> gl\u00e4nzen konnte, und <strong>Armin Kolarczyk<\/strong> (Charles G\u00e9rard), der schauspielerisch den st\u00e4ndig Einsamen imposant verk\u00f6rperte. Den beiden m\u00e4nnlichen Protagonisten stand eine brillante <strong>Barbara Dobrzanska<\/strong>  (Madeleine von Coigny), zur Seite, die mit Liebe und Verzweiflung den Haupteigenschaften ihrer Rolle mehr als gerecht werden konnte. Das Orchester punktet vor allem durch feine Dynamik und Ausgewogenheit der Klangfarben. Abgesehen von minimalen Intonationsschwierigkeiten der Solovioline eine f\u00fcr Auge und Ohr empfehlenswerte Vorstellung.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine gelungene, abwechslungsreiche und auf die Musik reagierende Inszenierung, die viel mit Lichteffekten und st\u00e4ndig sich wandelnden R\u00e4umen arbeitet. Das Programmheft liefert einen gut erarbeiteten historischen Hintergrund, wer allerdings auf Informationen \u00fcber Ensemble und Regieteam hofft, wird entt\u00e4uscht sein.<br \/>\nDaniel Rilling<br \/>\nBild: Jacqueline Krause-Burberg<br \/>\nDas Bild zeigt: Lance Ryan, Barbara Dobrzanska und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Umberto Giordano (1867-1948), Drama mit geschichtlichem Hintergrund in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica (1857-1919); UA: 28. 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