{"id":3912,"date":"2012-05-28T09:53:00","date_gmt":"2012-05-28T08:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3912"},"modified":"2012-06-01T21:08:46","modified_gmt":"2012-06-01T20:08:46","slug":"tristan-und-isolde-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3912","title":{"rendered":"TRISTAN UND ISOLDE &#8211; Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865 M\u00fcnchen, Kgl. Hof- und Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Ludger Engels B\u00fchne: Christin Vahl Kost\u00fcme: Ric Schachtebeck<\/p>\n<p>Dirigent: Marcus R. Bosch Solisten: Ivar Gilhuus (Tristan), Woon-jo Choi (K\u00f6nig Marke), Claudia Iten (Isolde), Sanja Radisic (Brang\u00e4ne), Hr\u00f3lfur Saemundsson (Kurwenal), Louis Kim (Melot), Ein Hirte (Patricio Arroyo)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Mai 2012<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Aachen-Tristan.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3913\" title=\"Aachen-Tristan\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Aachen-Tristan.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Aachen-Tristan.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Aachen-Tristan-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Ritter Tristan f\u00fchrt die irische Prinzessin Isolde, deren Verlobten Morold er einst im Zweikampf get\u00f6tet hat, seinem Onkel K\u00f6nig Marke von Cornwall als Braut zu. Auf der \u00dcberfahrt nach England verlangt Isolde S\u00fchne f\u00fcr Morolds Tod. Sie fordert Tristan auf, gemeinsam mit ihr Gift zu trinken. Brang\u00e4ne hat jedoch das Gift heimlich gegen einen Liebestrank ausgetauscht. So entbrennen Tristan und Isolde in heftiger Leidenschaft f\u00fcreinander. Isolde heiratet zwar K\u00f6nig Marke, trifft sich aber mit Tristan. Melot verr\u00e4t die Liebenden, k\u00e4mpft mit Tristan und verwundet ihn schwer. W\u00e4hrend Isolde zur\u00fcckbleibt, bringt Kurwenal Tristan nach Cornwall. Isolde eilt ihnen nach, Tristan stirbt jedoch im Moment ihrer Ankunft. Als letzte Konsequenz ihrer Liebe folgt Isolde ihm in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Akt zeigt die B\u00fchne das Innere einer Schiffskabine mit Holzw\u00e4nden. Die Kost\u00fcme \u00e4hneln dem Stil englischer Gutsbesitzer. Isolde erscheint zuerst in einer weit geschnittenen Hose mit Pelzmantel, sp\u00e4ter im schwarzen Etuikleid, ihre Dienerin Brang\u00e4ne im karierten Schottenrock und beiger Bluse. Die Herren tragen Stiefel und Segeljacken, Marke eine englische Wachsjacke, darunter Pullover und Krawattenkragen. Im zweiten Akt stellt die Kulisse ein Schlafzimmer mit Bett, Sesseln und Aquarium dar, das in mehrere Puzzleteile auseinanderdriftet. Zu einer wirklichen Liebesszene kommt es nicht: Tristan und Isolde sitzen steif nebeneinander, legen sich aufs Bett nieder ohne sich zu ber\u00fchren und kommen sich auch sonst im gesamten St\u00fcck nicht n\u00e4her. W\u00e4hrend der Todesszene ist die komplette B\u00fchne schwarz, nur eine seichte Wasserlache deutet die K\u00fcste der Bretagne an. Statt \u00fcber Tristans Leichnam zusammenzubrechen, sitzt Isolde auf einem Stuhl und starrt l\u00e4chelnd in den Zuschauerraum.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Marcus R. Bosch<\/strong> gibt mit Tristan und Isolde als Generalmusikdirektor seinen Abschied vom Aachener Theater. Sehr konzentriert dirigiert er das Orchester w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre.<strong> <\/strong>Das gem\u00e4\u00dfigte Tempo im lento l\u00e4\u00dft viel Raum f\u00fcr das schmachtende Liebestrank-Leitmotiv. Besonders in den Streichern werden die weiten B\u00f6gen der crescendi sehr gut getragen. Das gesamte Orchester spielt der Notenvorlage entsprechend sehr laut und klanggewaltig, ordnet sich dann aber leider nicht immer dem Gesang unter. Ein gesanglicher H\u00f6hepunkt ist gleich zu Beginn <strong>Claudia Iten<\/strong> (Isolde), die man als Gast an das Haus holte. Die insgesamt viereinhalb Stunden lange Oper singt sie durchweg mit Haltung. Besonders im ersten Akt gelingt ihr das Verk\u00f6rpern der stolzen K\u00f6nigstochter, durch das Anschwellen ihrer Sopranstimme zu strahlend hohen T\u00f6nen, die stets sauber intoniert klingen. In der mittleren und tiefen Lage hat ihre Stimme lyrischen Charakter. Insgesamt ist ihre gesangliche Interpretation der Isolde sehr akzentuiert und deutlich textverst\u00e4ndlich. Ihre weibliche Mitstreiterin <strong>Sanja Radisic<\/strong> (Brang\u00e4ne) sorgt mit ihrem Mezzosopran f\u00fcr die etwas w\u00e4rmeren T\u00f6ne. In den tiefen Lagen ist ihre Stimme angenehm schwer und kehlig, so bei <em>Einsam wachend in der Nacht <\/em>(2. Akt).<em> <\/em>Hier<em> <\/em>zeigt sie sich traurig und besorgt \u00fcber den Ausgang der Aff\u00e4re mit weicher Stimme. Von den m\u00e4nnlichen S\u00e4ngern ist <strong>Ivar Gilhuus<\/strong> (Tristan) aus Krankheitsgr\u00fcnden f\u00fcr die eigentliche Besetzung eingesprungen. Er spielt einen etwas in die Jahre gekommenen Tristan, der leider kaum die Rolle des Helden repr\u00e4sentiert. Sein hell gef\u00e4rbter Heldentenor hat ein sehr filigranes Timbre, wirkt im ersten Akt aber etwas zittrig durch ein \u00fcberlagertes Tremolo. Im zweiten Akt kommt der Glanz seiner Stimme mehr zur Geltung. Im dritten Akt gelingt es ihm dann, die Partie markant zu singen und die Todesszene, auf dem Boden liegend und sich kr\u00fcmmend, dramatisch auszuspielen. <strong>Woon-jo Choi<\/strong> (Marke) \u00fcberzeugt gleich von Anfang an. Seine kraftvolle Ba\u00dfstimme klingt in den H\u00f6hen metallisch, in den Tiefen warm und weich. Er intoniert sehr klar und akzentuiert, so da\u00df der Text gut verst\u00e4ndlich ist und seine herrschaftliche \u00dcberlegenheit zum Ausdruck kommt. Zuletzt sei <strong>Hr\u00f3lfur Saemundsson<\/strong> (Kurwenal) erw\u00e4hnt. Im letzten Akt verleiht er der Sterbeszene Tristans mehr Lebendigkeit, indem er seinen rauchig klingenden Bariton dazu einsetzt ihn zu umsorgen.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Vor allem durch Claudia Itens (Isolde) gro\u00dfartige Darstellung wird der Abend eine musikalischen Glanzleistung. Auch applaudiert das Publikum ihr besonders lange. Insgesamt ein kr\u00f6nender Abschlu\u00df f\u00fcr Marcus R. Bosch.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Wil van Iersel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Claudia Iten (Isolde) neben Ivar Gilhuus (Tristan)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865 M\u00fcnchen, Kgl. Hof- und Nationaltheater Regie: Ludger Engels B\u00fchne: Christin Vahl Kost\u00fcme: Ric Schachtebeck Dirigent: Marcus R. 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