{"id":3908,"date":"2012-05-14T09:47:53","date_gmt":"2012-05-14T08:47:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3908"},"modified":"2014-07-08T08:24:37","modified_gmt":"2014-07-08T07:24:37","slug":"ariodante-basel-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3908","title":{"rendered":"ARIODANTE &#8211; Basel, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Anonymus nach Antonio Salvi und Lucovico Ariostos<em> Orlando Furioso<\/em>. UA: 1735 London, Covent Garden Theatre<\/p>\n<p>Regie: Stefan Pucher, B\u00fchne: Barbara Ehnes, Kost\u00fcme: Annabelle Witt, Licht: Guido H\u00f6lzer, Dramaturgie: Bettina Auer<\/p>\n<p>Dirigent: Andrea Marcon, <em>La Cetra<\/em> Barockorchester Basel, Chor des Theater Basel, Choreinstudierung: Henryk Polus<\/p>\n<p>Solisten: Luca Tittoto (K\u00f6nig von Schottland) Franziska Gottwald (Ariodante), Maya Boog (Ginevra), Nikolay Borchev (Lurcanio), Christiane Bassek (Polinesso), Agata Wilewska (Dalinda), Laurence Guillod (Cover Dalinda), Noel Hern\u00e1ndez Lopez (Odoardo)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. Mai 2012 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Basel-Ariodante.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3909\" title=\"Basel-Ariodante\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Basel-Ariodante.gif\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Basel-Ariodante.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Basel-Ariodante-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Es ist Mittelalter. Prinz Ariodante ist in die schottische K\u00f6nigstochter Ginevra verliebt, wor\u00fcber der K\u00f6nig gl\u00fccklich ist und die Hochzeit f\u00fcr den kommenden Tag ank\u00fcndigt. Herzog Polinesso liebt ebenfalls Ginevra. Um sie zu gewinnen, denkt er sich eine Intrige aus, f\u00fcr die er die Hofdame Dalinda gewinnen kann. Dadurch will er seinen Rivalen vernichten. Dalinda liebt Polinesso und geht sofort auf seinen Wunsch ein, die Kleidung Ihrer Herrin, Ginevra, anzulegen und sich mit ihm an der Turmpforte zu treffen. Ariodante sieht dieses Treffen und meint, Ginevra tr\u00e4ft sich mit Polinesso. Tief entt\u00e4uscht st\u00fcrzt er sich ins Meer, wird jedoch gerettet. Eine Bestrafung Ginevras wird gefordert. Als Gottesurteil wird ein Zweikampf vom K\u00f6nig angeordnet, bei dem Polinesso, der f\u00fcr Ginevras Ehre k\u00e4mpft, von Lurcanio, Ariodantes Bruder, besiegt wird. Vor seinem Tod beichtet Polinesso sein Vergehen. So steht der Vereinigung von Ginevra und Ariodante nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Spannende Optik bietet die Maschinerie des Theaters schon zu Beginn. W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre f\u00e4hrt das Orchester sehr langsam hoch, so da\u00df man als Zuschauer dadurch das Gef\u00fchl des Schwebens bekommt. W\u00e4hrend des Schauspiels dreht sich die B\u00fchne unz\u00e4hlige Male, es kommen Naturbilder und m\u00e4rchenhafte Videoprojektionen zum Einsatz. Die Kost\u00fcme sowie die W\u00e4nde tragen sehr oft aufdringliche, doch auch schlichte, aber stets aus mehreren Farbt\u00f6nen bestehende Karomuster. Besonders ansehnlich sind die Kost\u00fcme von Ginevra, sei es das Hochzeitskleid in wei\u00dfen Federn oder ein enganliegendes helles Overall mit aufgemalten Adern und Herz. Die M\u00f6belst\u00fccke und Sitzb\u00e4nke sehen aus wie enorm gro\u00dfen Insekten und Schnecken.<\/p>\n<p>Zum Zweikampf von Lurcanio und Polinesso gibt es ein Kickboxer-Paar, das sich auf der B\u00fchne verpr\u00fcgelt, was die Musik kaum andeutet. Auch ist komisch, weshalb Polinesso stirbt, denn er k\u00e4mpft ja nicht selbst.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Barockorchester <em>La Cetra<\/em> spielte in einer breiten Klangfarbenpallette mit weicher Dynamik, oft lautstark in gut gew\u00e4hlten Tempi. Zum Chor des ersten Aktes lie\u00df sich Dirigent <strong>Andrea<\/strong> <strong>Marcon<\/strong> etwas Besonderes einfallen: Freiwilligen aus dem Publikum konnten vor der Auff\u00fchrung beide Chorstimmen einstudieren und mitsingen.<\/p>\n<p><strong>Franziska<\/strong> <strong>Gottwald<\/strong> sang die Hauptrolle des Ariodante emotional und souver\u00e4n, dazu brillierte<strong> Maya<\/strong> <strong>Boog<\/strong> (Ginevra) mit flinken Verzierungen, beachtenswert in der Arie <em>Volate, amori \u2013 Kommt geschwind, ihr Lieben<\/em>. Der Ba\u00df <strong>Luca<\/strong> <strong>Tittoto<\/strong> (K\u00f6nig von Schottland) pr\u00e4sentierte einen wohltuenden, in der Tiefe kraftvollen Klang und gab gekonnt und flexibel seine ansprechenden Koloraturen zum Besten. <strong>Nikolay<\/strong> <strong>Borchev<\/strong> (Lurcanio) zeigte neben seiner intonationsklaren und durchdringenden Stimme viel energiegeladenen K\u00f6rpereinsatz. Als Herzog Polinesso<strong> <\/strong>\u00fcberzeugte<strong> Christiane<\/strong> <strong>Bassek<\/strong> mit ihrem m\u00e4nnlichen Gesichtsausdruck. Ihre Koloraturen sang sie sehr fl\u00fcssig, worunter ihre deutliche Aussprache nicht litt. <strong>Agata<\/strong> <strong>Wilewska<\/strong> (Dalinda) meisterte ihre Gesangsnummern brillant mit schmelzend angenehmer, nur leicht vibrierenden Stimme. Die zahlreichen Verzierungen wurden hervorragend dargeboten. Mit seinem klaren Countertenor<strong> <\/strong>rundete<strong> Noel<\/strong> <strong>Hern\u00e1ndez<\/strong> <strong>Lopez<\/strong> (Odoardo) die Auff\u00fchrung ab.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine mitrei\u00dfend gespielte Musik, vermengt mit einer optisch anziehenden Darstellung, im ausverkauften Theater Basel. Leider hatte man die T\u00e4nze gestrichen, wodurch Handlung manchmal etwas statisch wirkte. Insgesamt ist dem S\u00e4ngerensemble eine \u00fcberzeugende Auff\u00fchrung mit sehr vielen ansprechenden H\u00f6hepunkten gelungen. Das Mitsingen des Auditoriums im Chor fand vermutlich zum ersten Mal in der Geschichte statt. Es war eindrucksvoll, die Sitznachbarn als S\u00e4nger zu erleben.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Tanja Dorendorf\/T+T Fotografie<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Luca Tittoto (Il Re di Scozia) mit Maya Boog (Ginevra)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Anonymus nach Antonio Salvi und Lucovico Ariostos Orlando Furioso. 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