{"id":3904,"date":"2012-05-19T09:42:01","date_gmt":"2012-05-19T08:42:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3904"},"modified":"2012-06-25T09:13:39","modified_gmt":"2012-06-25T08:13:39","slug":"tosca-koln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=3904","title":{"rendered":"TOSCA &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Melodramma in drei Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach dem Schauspiel <em>Tosca<\/em> \u00a0von Victorien Sardou, UA: 14. Januar 1900 Rom, Teatro Costanzi<\/p>\n<p>Regie: Thilo Reinhardt, B\u00fchne: Paul Zoller, Kost\u00fcme: Ulli Kremer, Licht: Andreas Gr\u00fcter, Dramaturgie: Birgit Meyer<\/p>\n<p>Dirigent: Markus Stenz, G\u00fcrzenich-Orchester und Chor, Kinderchor, K\u00f6lner Domchor, Choreinstudierung: Andrew Ollivant<\/p>\n<p>Solisten: Takesha Mesh\u00e9 Kizart (Floria Tosca), Calin Bratescu, (Mario Cavaradossi), Oliver Zwarg (Baron Scarpia), Dennis Wilgenhof (Cesare Angelotti), Tiziano Bracci, (Der Mesner), Martin Koch, (Spoletta), Rachel Bate (Ein Hirt )<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. Mai 2012 (Premiere, Ort: Zelt am Dom)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/K\u00f6ln-Tosca.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3905\" title=\"K\u00f6ln-Tosca\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/K\u00f6ln-Tosca.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/K\u00f6ln-Tosca.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/K\u00f6ln-Tosca-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die S\u00e4ngerin Floria Tosca liebt den Maler Mario Cavaradossi, doch Baron Scarpia, Polizeichef von Rom, will Tosca ebenfalls besitzen. Da Cavaradossi Cesare Angelotti, einem Anh\u00e4nger Napoleons, Unterschlupf gew\u00e4hrt, erpre\u00dft ihn Scarpia, um Angelottis habhaft zu werden. Cavaradossis Folterung l\u00e4\u00dft Scarpia Tosca miterleben. Um ihn zu sch\u00fctzen, verr\u00e4t sie Angelottis Versteck. Daf\u00fcr erh\u00e4lt sie einen Entlassungsschein f\u00fcr ihren Geliebten. Doch bevor Scarpia sie vergewaltigt, ersticht sie ihn. Scarpia hatte ihr eine Scheinerschie\u00dfung versprochen, aber Cavaradossi wird dennoch erschossen. Tosca st\u00fcrzt sich daraufhin von der Engelsburg in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Beim Betreten des Zuschauerraums sieht man in B\u00fchnenmitte einen weitausladenden Altar, hinter dem ein Priester Chor\u00e4le singt. Den Ausgang am Ende des Mittelgangs der Kirche verschlie\u00dft ein roter Vorhang, der von der hohen Decke herabreicht. In den Kirchenb\u00e4nken beiderseits des Mittelgangs knien Gl\u00e4ubige, die ab und zu in den Gesang des Priesters einstimmen. Einige Frauen erscheinen mit Babys auf dem Arm, ebenso auch eine elegant gekleidete Dame mit gro\u00dfem, hellbraunem Koffer, den sie in die rechte Ecke neben den Altar abstellt. Auf der anderen Seite steht eine lange Bank neben dem Altar. Dumpfer Kanonendonner und Ersch\u00fctterungen, die von herabrieseldem M\u00f6rtel begleitet sind, lassen die Gl\u00e4ubigen zusammenzucken. Auf eine st\u00e4rkere Detonation hin verlassen alle fluchtartig den Kirchenraum.<\/p>\n<p>Ohne \u00dcbergang beginnt nun das Orchester die Oper und beendet damit den vorgesetzten Regieeinfall.<\/p>\n<p>Im zweiten Akt wird das riesiges Kreuz von der Decke herabgelassen und in halbliegende Position gebracht, auf dem Cavaradossi an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen angenagelt wird. Der Altar dient jetzt als Tisch f\u00fcr Scarpias Mahlzeit und zu seiner Lustbefriedigung mit Tosca, die ihn erst danach erschie\u00dft. Im dritten Akt gibt eine Soldat Cavaradossi den Todesschu\u00df, nachdem er vom Erschie\u00dfungskommando nur verwundet worden war.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Marcus Stenz gestaltet mit dem G\u00fcrzenich-Orchester die farbige Puccini-Partitur von Beginn an mit leichter Hand, auffallend elegant die triolischen Achtel beim Erscheinen des Mesners, was einen gro\u00dfen Kontrast zum traurig-d\u00fcsteren, schwarzen B\u00fchnenbild darstellt. <strong>Calin Bratescu<\/strong> (Mario Cavaradossi) besitzt eine strahlende Tenorstimme, die er schon bei <em>\u00c8 bruna Floria, l\u2019ardente amante \u2013 Floria, meine feurige Geliebte, ist braun\u00e4ugig <\/em>wirkungsvoll einsetzt. Sp\u00e4ter zeigt er mit dem ber\u00fchmten <em>E lucevan le stelle \u2013 und die Sterne gl\u00e4nzten<\/em> mit m\u00e4nnlichem Timbre seine ganze Leidenschaftlichkeit. <strong>Dennis Wilgenhof<\/strong> (Angelotti) vermittelt mit seiner, von Vibrato \u00fcberlagerten Stimme eindrucksvoll die Todesangst eines Fl\u00fcchtenden. Toscas (<strong>Takesha Mesh\u00e9 Kizart<\/strong>) Rufe vor und in der Kirche: <em>Mario, Mario,<\/em> h\u00f6rt man nur sehr schwach. An der Rampe ist ihre Stimme besser vernehmbar. Leider machen sich schon zu Anfang neben fehlendem Volumen (F\u00fclle, Rundung, Dynamik) und Intonationsschwankungen eine fehlende rhythmische Konstanz sowie ein tonlich indifferentes Angleiten hoher T\u00f6ne z.B. bei <em>Non la sospiri la nostra casetta \u2013 sehnst du dich nicht nach unserem H\u00e4uschen <\/em>bemerkbar. Auf eine verst\u00e4ndliche Artikulation wartete man vergebens. Doch bei <strong>Oliver Zwarg<\/strong> (Scarpia) ist die Rolle in den besten H\u00e4nden: sein wohlt\u00f6nender Bariton setzte sich machtvoll gegen das Orchester durch, und er kann seiner biegsamen Stimme den notwendigen verf\u00fchrerischen Klang geben, womit er beim Zusammentreffen in der Kirche leicht Toscas Sympathie erringt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Puccinis <em>Tosca <\/em>ist keineswegs ein \u201eNacht und Nebel-St\u00fcck\u201c wie Regisseur Thilo Reinhardt mit den durchweg schwarzen Kost\u00fcmen aller Personen (auch der Me\u00dfdiener) es uns wei\u00dfmachen will. Die Abwesenheit des Kardinals am Ende des ersten Akts in San Andrea della Valle und Scarpias breitbeinige Position auf dem Altar l\u00e4\u00dft vollkommen die Spannung, die zwischen den religi\u00f6sen Ges\u00e4nge der Gl\u00e4ubigen und dem niedertr\u00e4chtigen Br\u00fcllen Scarpias, das Puccini beabsichtigte, au\u00dfer acht. Mit Puccinis Musik mi\u00dflingt offensichtlich die hier versuchte Adaptierung an die Nazi-Zeit (SS-Schergen mit Hakenkreuzarmbinde). Die Vorgaben dieser veristischen Oper (alle Orten in Rom: San Andrea della Valle, Palazzo Farnese, Engelsburg kann man noch besuchen) sollte gerade ein \u201eRegietheater-Regisseur\u201c beherzigen. Das Publikum gab seinen geschuldeten Applaus. Das Regieteam wurde wenig beachtet.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Oliver Zwarg (Baron Scarpia), Takesha Mesh\u00e9 Kizart (Tosca), im Hintergrund: Calin Bratescu (Cavaradossi)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Melodramma in drei Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach dem Schauspiel Tosca \u00a0von Victorien Sardou, UA: 14. 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