{"id":390,"date":"2008-10-07T19:55:14","date_gmt":"2008-10-07T17:55:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=390"},"modified":"2020-03-18T11:58:38","modified_gmt":"2020-03-18T10:58:38","slug":"wiesbaden-staatstheater-werther","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=390","title":{"rendered":"Wiesbaden, Staatstheater &#8211; WERTHER"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jules Massenet; lyrisches Drama in vier Akten, Libretto: Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann, nach dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers von J.W. v. Goethe; UA: 16. Februar 1892, Hofoper, Wien; Regie\/Kost\u00fcme: Konstanze Lauterbach, B\u00fchnenbild: Andreas Jander, Licht: J\u00fcrgen Zoch, Dramaturgie: Bodo Busse<br \/>\nDirigent: Wolfgang Ott, Orchester und Jugendchor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden<br \/>\nSolisten: Martin Homrich (Werther), Ute D\u00f6ring (Charlotte), Thomas de Vries (Albert), Axel Wagner (Le Bailli), Erik Biegel (Schmidt), Brett Carter (Johann), Sebastian Ennen (Br\u00fchlmann), Alice-Katharina Schmidt (K\u00e4thchen)<br \/>\nBesuchte Vorstellung: 4. Oktober 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a title=\"wiesbaden-werther.jpg\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/wiesbaden-werther.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/wiesbaden-werther.jpg\" alt=\"wiesbaden-werther.jpg\" align=\"right\" \/><\/a>Bereits im Sommer studiert der Amtmann mit seinen Kindern Weihnachtslieder ein. Die \u00e4lteste Tochter Charlotte hat nach den Tod die Mutterrolle \u00fcbernommen und k\u00fcmmert sich r\u00fchrend um die j\u00fcngeren Geschwister. Werther, der der Natur folgt, begleitet Charlotte auf ein Fest, da ihr Verlobter Albert noch auf Reisen ist. Werther gesteht Charlotte seine Liebe. Diese hat auch Gef\u00fchle f\u00fcr ihn, versprach jedoch ihrer Mutter am Sterbebett, Albert zu heiraten.<br \/>\nAlbert und Charlotte sind nun verheiratet. Albert bietet Werther seine Freundschaft an, doch er ist krank vor Eifersucht. Charlotte r\u00e4t ihm, bis Weihnachten fortzugehen. Werther wei\u00df, da\u00df dies sein Tod bedeuten wird.<br \/>\nIn Winter liest Charlotte voll Trauer wieder und wieder die Briefe Werthers. Weder die Schwester Sophie noch ein Gebet kann sie aufmuntern. Werther will Charlotte ein letztes Mal sehen. Er sucht sie auf und offenbart ihr seinen Todeswunsch. Charlotte flieht. Brieflich bittet Werther Albert um die Leihgabe seiner Pistolen. Er befiehlt Charlotte sie ihm zu \u00fcbergeben. Sie versucht Werther zu finden, erreicht ihn jedoch zu sp\u00e4t. Im Moment seines Todes gesteht auch Charlotte ihre Liebe. Werther stirbt in ihren Armen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nWenige Requisiten setzen das B\u00fchnengeschehen plakativ in Szene. Im Sommer sind es wenige \u00c4hren und Blumenk\u00fcbel, im Winter kleine Kunstt\u00e4nnchen und ein schlichter Sessel in dem Charlotte Werthers Briefe liest. Der Lampenschirm ihrer Leselampe spiegelt das B\u00fchnenbild des Sommers wieder, bei jedem Gedanken an das Gl\u00fcck des Sommers schaltet sie das Licht ein. Passend zur Leichtigkeit der Sommertage tragen die Darsteller Kost\u00fcme aus zarten, hellen Stoffen. Durchsichtige Luftballon die auf die B\u00fchne fallen untermalen das sanfte, zarte Gl\u00fcck. Liebevoll stellt der Amtmann in der ersten Szene die B\u00fcste der verstorbenen Mutter auf die B\u00fchne.<br \/>\nIhre Trauer untermalend sind im Winter die zuvor langen wallenden Haare der Charlotte streng zu einem Dutt gebunden. In Wei\u00df und Graut\u00f6nen sind die Kost\u00fcme gehalten.<br \/>\nDas Gedicht Ossians, welches Werther f\u00fcr Charlotte \u00fcbersetzte, ist auf einem langen wei\u00dfen Vorhang geschrieben. Mit diesem will Werther Charlotte nun bildlich festhalten und an sich binden.<br \/>\nBesonderes Augenmerk f\u00e4llt auf eine an einem Seil heruntergelassene Gl\u00fchbirne: als Licht des Lebens schwingen Werther und Charlotte nach dem Fest fr\u00f6hlich das Seil hin und her. Und in gnadenloser bildlicher Einfachheit knipst La Nature damit in der Todesszene Werther das Licht aus.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger\/Darsteller<\/strong><br \/>\nUngeachtet seiner, vom Intendanten vor der Vorstellung angek\u00fcndigten, schweren Erk\u00e4ltung, singt <strong>Martin Homrich<\/strong> einen beeindruckenden Werther. Seine schauspielerische Leistung steht seiner gesanglichen in nichts nach. Die Stimmen <strong>Erik Biegels<\/strong> (Schmidt) und <strong>Brett Carters<\/strong> (Johann) sind trotz wenig Kraft angenehm klangvoll. <strong>Thomas de Vries&#8216;<\/strong> kraftvoller Bariton (Albert) und <strong>Axel Wagners<\/strong> weicher Ba\u00df (Amtmann) runden die m\u00e4nnliche Riege der Solisten hervorragend ab. Un\u00fcbertroffener Star des Abends ist <strong>Ute D\u00f6ring<\/strong> (Charlotte). Die Sopranistin erf\u00fcllt mit ihrer kr\u00e4ftigen, klaren Stimme das Opernhaus bis in die letzten Reihen. Ihr Vibrato unterstreicht wundervoll das Schluchzen Charlottes in ihrer Trauer, es k\u00f6nnte f\u00fcr manche Geschm\u00e4cker jedoch ein wenig zu stark sein.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDas stimmige Gesamtkonzept des Abends \u00fcberzeugte bis ins kleinste durchdachte Detail.<strong> Konstanze Lauterbach<\/strong> erhielt f\u00fcr ihre Inszenierung und die Kost\u00fcme vielfache Brava-Rufe. Das Leiden der armen K\u00fcnstlerseele Werthers wird durch die stark theatralische Darstellung nach einer Weile erm\u00fcdend, es f\u00fcgt sich jedoch als nicht st\u00f6rend in die Tragik des St\u00fccks ein. Bei dieser Vorstellung gab es weder Buhrufe, noch etwas, das solche verdient h\u00e4tte; die Solisten wurden mit viel Beifall belohnt, insgesamt war die Resonanz des Publikums jedoch eher verhalten.<\/p>\n<p>Janine Schreier<br \/>\nBild: Martin Kaufhold<br \/>\nBildlegende: Martin Homrich re., N.N. Mitte, Ute D\u00f6ring li.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jules Massenet; lyrisches Drama in vier Akten, Libretto: Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann, nach dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers von J.W. v. Goethe; UA: 16. 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